HRK-Präsidentin zu Studierendenprotesten: Dialog statt Krawall

Anlässlich der Studierendenproteste in Deutschland sagte die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Prof. Dr. Margret Wintermantel heute in Bonn:

13.11.2009 Pressemeldung Hochschulrektorenkonferenz

"Es ist richtig, dass die Studierenden sich zu Wort melden und deutlich machen, dass ihre Studienbedingungen besser werden müssen und mehr für ihre soziale Sicherung getan werden muss. Die HRK engagiert sich als Stimme der Hochschulen beständig in diesen Fragen. Die Protestaktionen sind ein deutlicher Indikator dafür, dass politisches Handeln gefordert ist. Wir brauchen mehr Personal in der Lehre, um die Qualität des Studiums zu halten und zu verbessern. Studierendenzentrierte Lehre, wie sie in der Bologna-Reform gemeint ist, erfordert kleinere Seminare, in denen das Gespräch und der Austausch zwischen Lehrenden und Lernenden möglich ist. Seit langem wissen wir aus Berechnungen des Wissenschaftsrats, dass die Studienreform 15 Prozent mehr finanzielle Mittel für die Lehre erfordert.

Wir sollten durchaus anerkennen, dass die Politik gerade in den letzten Wochen wichtige Voraussetzungen zugunsten der Bildung und damit auch von Verbesserungen der Studienbedingungen geschaffen hat. Aufgrund der Bedeutung und der Größe der Aufgaben muss es jetzt ein gemeinsames nationales Handeln geben.

Es gibt keinen Anlass, die Bologna-Reform in Bausch und Bogen abzulehnen. Wir wissen aus den bisher vorliegenden Studien beispielsweise, dass der Arbeitsmarkt für Bachelorabsolventinnen und -absolventen sich gut entwickelt. Es besteht kein Anlass für Panikmache, was die beruflichen Perspektiven angeht.

Die Sympathien sind auf Seite der Protestierenden, solange sie vernünftige Formen des Protests wählen und sachlich argumentieren. Frontalangriffe auf die Professorenschaft, ideologisch gefärbte Thesen wie der Vorwurf der Ökonomisierung der Hochschulen dagegen machen unglaubwürdig. Wir wünschen uns einen offenen Dialog in den Hochschulen und in den Foren der HRK. Es gibt unbestritten an etlichen Stellen Nachbesserungsbedarf bei der Studienreform. Das sollten alle Beteiligten gemeinsam angehen."


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