Austauschprogramm

Immer mehr Erasmus-Studenten

(red/pm) Über 213 000 Studierende haben im Laufe des akademischen Jahres 2009/10 ein Erasmus-Stipendium für ein Studium oder ein Praktikum im Ausland erhalten – eine neue Rekordzahl und eine Steigerung von 7,4 % gegenüber dem Vorjahr.

06.06.2011 Artikel

Erasmus ist das weltweit erfolgreichste Studentenaustauschprogramm. Falls die derzeitigen Trends anhalten, kann die EU ihr Ziel erreichen, seit dem Beginn des Programms im Jahr 1987 bis 2012/13 3 Millionen europäische Studierende finanziell zu unterstützen. Die drei beliebtesten Zielländer für Studierende in 2009/10 waren Spanien, Frankreich und das Vereinigte Königreich. Spanien schickte die meisten Studierenden ins Ausland, gefolgt von Frankreich und Deutschland. Im betreffenden Jahr waren 61 % der Erasmus-Studierenden Frauen. 2009/10 hat die EU 415 Mio. € in das Erasmus Programm investiert.

"Das Erasmus-Programm ist eine der größten Erfolgsgeschichten der Europäischen Union. Die aktuellen Zahlen sprechen für sich: Erasmus genießt mehr Beliebtheit als je zuvor und ich werde für die Verfügbarkeit von mehr Mitteln für dieses Programm eintreten. Ein Studium oder ein Praktikum im Ausland öffnet Türen zur persönlichen Entfaltung und zu Beschäftigungsmöglichkeiten. So handeln wir richtig, wenn wir unsere Jugend fördern", sagte Androulla Vassiliou, Europäische Kommissarin für Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend. Von der Gesamtzahl der Studierenden, die im Jahr 2009/10 durch das Erasmus Programm unterstützt wurden, verbrachten 178 000 einen Teil ihres Studiengangs im Ausland an einer Universität oder einer sonstigen Hochschuleinrichtung in einem der 32 Erasmus-Teilnahmestaaten (27 EU Mitgliedstaaten, Kroatien, Island, Liechtenstein, Norwegen und die Türkei. Die Schweiz schloss sich dieses Jahr als 33. Land dem Erasmus-Programm an). Die Zahl der Studierenden, die sich für diese Studienoption entscheiden, stieg im Vergleich zu 2008/09 um 5,7 %. Praktika in ausländischen Unternehmen werden seit 2007 durch das Erasmus Programm unterstützt und gewinnen immer mehr an Beliebtheit. 2009/10 entschieden sich 35 000 Studierende (also jeder sechste) für diese Möglichkeit. Dies entspricht einer Steigung von 17,3 % gegenüber dem Vorjahr.

Der Rückgang des durchschnittlichen Erasmus-Studienstipendiums um ungefähr 7 % auf 254 € pro Monat ist auf die wachsende Zahl von Studierenden zurückzuführen, die durch dieses Programm Unterstützung erhalten, heißt es in der Presseerklärung der Europäischen Union. In den meisten Teilnehmerstaaten übersteigt die Nachfrage die Verfügbarkeit von Erasmus-Stipendien. Eine Studie, die 2010 für das Europäische Parlament durchgeführt wurde, hat ergeben, dass lediglich 24 % der nicht an Erasmus teilnehmenden Studierenden angegeben haben, nicht an einem Studienprogramm im Ausland interessiert zu sein. Darüber hinaus wurden auch 38 000 Stipendien an Hochschulpersonal und Lehrer zur Förderung einer Lehrtätigkeit oder Fortbildung im Ausland vergeben – 4 % mehr als im Vorjahr.

Für etliche ist der Auslandsaufenthalt zu teuer

Geschätzte 10 % der europäischen Studierenden absolvieren derzeit ihr Studium oder ein Praktikum als Teil ihrer Hochschulausbildung im Ausland; 4 % erhalten ein Erasmus-Stipendium. Im letzten Monat kündigte die Kommission ihre Absicht an, ein neues Ziel für Europa festzulegen, um die Gesamtmobilität von Studierenden um mindestens 20 % zu vergrößern.

Eine kürzlich durchgeführte Eurobarometer-Umfrage hat ergeben, dass viele Studierende in ihren Plänen, ihr Studium oder ein Praktikum im Ausland zu absolvieren durch fehlende Mittel gebremst werden. Ferner wurde festgestellt, dass 33 % der Befragten, die ins Ausland gehen wollten, es sich nicht leisten konnten; knapp zwei Drittel (63 %) der Personen, die im Ausland waren, mussten auf private Unterstützung oder Ersparnisse zurückgreifen. "Diese Ergebnisse verdeutlichen, wie wichtig es ist, unsere Mobilitätsprogramme auszubauen, denn sie sind ihr Geld wert, " stellte Kommissarin Vassiliou fest.


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