Wissenschaftsrat

Impulse aus Covid-19-Krise für Weiter­entwicklung des Wissenschaftssystems

Im Rahmen der Wintersitzungen (20.–22.01.2021), die erneut virtuell stattfanden, hat der Wissenschaftsrat das Positionspapier „Impulse aus der Covid-19-Krise für die Weiterentwicklung des Wissenschaftssystems in Deutschland“ verabschiedet.

25.01.2021 Bundesweit Pressemeldung Wissenschaftsrat
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Mit seinen Empfehlungen richtet er damit – in Zeiten des anhaltenden Lockdowns – den Blick in die Zukunft. Des Weiteren hat sich das wissenschaftspolitische Beratungsgremium von Bund und Ländern mit vier Anträgen zur Aufnahme in die Leibniz-Gemeinschaft bzw. zur Erweiterung von Leibniz-Instituten und mit drei Verfahren der Institutionellen Akkreditierungen nichtstaatlicher Hochschulen beschäftigt. Darüber hinaus wurde Dorothea Wagner, Informatikerin am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), als Vorsitzende des Wissenschaftsrats wiedergewählt und der Vorstand der Wissenschaftlichen Kommission im Rahmen einer turnusmäßigen Neu­wahl teilweise neu besetzt.

Positionspapier zur COVID-19-Krise

Die COVID-19-Krise markiert eine historische Zäsur, deren Tiefe sich derzeit noch nicht abschätzen lässt. In einer Situation, in der die akute Krisenbewältigung Gesellschaft und Wissenschaft noch fest im Griff hat, richtet der Wissenschaftsrat mit seinem Positionspapier „Impulse aus der Covid-19-Krise für die Weiterentwicklung des Wissenschaftssystems in Deutschland“ den Blick in die Zukunft. Ziel des Papiers ist es, in der Krise sichtbar gewordene Herausforderungen und Schwächen des Wissenschaftssystems aufzuzeigen, notwendige Transformationen voranzutreiben und eine Debatte über grundlegende Neuorientierungen wissenschaftspolitischen Handelns anzustoßen. Dabei richtet sich das Augenmerk auf zehn Herausforderungen für das Wissenschaftssystem, die von der Krisenreaktionsfähigkeit in der Politikberatung über fehlende Souveränität und Sicherheit im digitalen Raum bis hin zu strategischen Herausforderungen in der Internationalisierung reichen. Die zukünftige Entwicklung des Wissenschaftssystems sollte sich nach Auffassung des Wissenschaftsrats nicht allein an der Förderung von Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit orientieren. Vielmehr sollte sie ebenso auf Resilienz als Fähigkeit, Krisen zu antizipieren und zu bewältigen sowie verändert und gestärkt aus ihnen hervorzugehen, ausgerichtet werden.

Das dazu stattfindende Pressegespräch steht auch noch im Nachgang auf dem YouTube-Kanal des Wissenschaftsrats zur Verfügung.

Vier Leibniz-Anträge

Im Rahmen seiner Sitzungen hat sich der Wissenschaftsrat außerdem mit vier Anträgen zur Aufnahme in die Leibniz-Gemeinschaft und zur Erweiterung von Leibniz-Instituten beschäftigt. Mit der Bestnote „exzellent“ bewertet wurde das Regensburger Centrum für Interventionelle Immunologie (RCI). Sowohl in der Forschung als auch im Transfer seiner Erkenntnisse in die Praxis äußerst leistungsstark, wäre es für die Leibniz-Gemeinschaft ein großer Gewinn. Ebenfalls überzeugt haben den Wissenschaftsrat zwei Anträge zum Auf- bzw. Ausbau von Forschungsdateninfrastrukturen, die GESIS | Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften, Mannheim und Köln, sowie das DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation, Frankfurt/Main und Berlin. In beiden insgesamt als „sehr gut“ bewerteten Anträgen sieht er großes Potenzial, die sozial- und bildungswissenschaftliche Forschung in Deutschland und darüber hinaus zu stärken. Für „nicht hinreichend“ hält der Wissenschaftsrat hingegen den Erweiterungsantrag des Leibniz-Instituts für Lebensmittel-Systembiologie an der Technischen Universität München (Leibniz-LSB@TUM) in Freising. Nach seiner Auffassung kam dieser Erweiterungsantrag zu früh, um bereits erkennen zu können, ob die vorgesehene Neuausrichtung und die von der neuen Institutsleitung ergriffenen Maßnahmen die erwarteten Erfolge erzielen.

Drei Verfahren in der Institutionellen Akkreditierung

Zudem wurden drei Verfahren der Institutionellen Akkreditierung beraten (IUBH Internationale Hochschule, Erfurt; Hochschule der Wirtschaft für Management, Mannheim; Provadis Hochschule of International Management and Technology, Frankfurt am Main).

Weibliches Führungsduo in der Wissenschaftlichen Kommission

Die Informatikerin Dorothea Wagner vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) wurde auf den Wintersitzungen in ihrem Amt als Vorsitzende des Wissenschaftsrats bestätigt. Einen Wechsel gab es an der Spitze der Wissenschaftlichen Kommission: Neue Vorsitzende ist Anja-Katrin Boßerhoff, Professorin für Biochemie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Stellvertretende Vorsitzende der Wissenschaftlichen Kommission bleibt weiterhin die Dresdner Literaturwissenschaftlerin Marina Münkler. Neuer Vertreter der Fachhochschulen ist Martin Sternberg, Professor für Physik am Fachbereich Elektrotechnik und Informatik der Hochschule Bochum.

Turnusmäßig scheiden in diesem Jahr vier Mitglieder aus dem Wissenschaftsrat aus, fünf wurden vom Bundespräsidenten neu und acht erneut berufen.

Zum Positionspapier und zu den Stellungnahmen

Im Januar 2021 verabschiedetes Positionspapier und verabschiedete Stellungnahmen

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