Kein Geld, kein Studium

- Neue HIS-Studie: Finanzielle Probleme zweitwichtigster Grund für Studienabbruch - Deutsches Studentenwerk (DSW) besorgt DSW-Präsident - Rolf Dobischat: "BAföG regelmäßig erhöhen, Studienfinanzierungsberatung der Studentenwerke stärken"

12.01.2010 Pressemeldung Deutsches Studentenwerk

Finanzielle Probleme sind der zweithäufigste Grund, warum Studierende abbrechen, vor allem in den traditionellen Studiengängen. Das geht aus der jüngsten Studienabbrecher-Befragung des Hochschul-Informations-Systems HIS hervor, die heute veröffentlicht wurde. 19% der befragten 2.500 Studienabbrecher nannten Probleme bei der Studienfinanzierung als Grund für den Studienabbruch. Das Deutsche Studentenwerk (DSW) ist angesichts der Zahlen besorgt und sieht sich in seiner Forderung nach einer regelmäßigen BAföG-Erhöhung bestätigt.

DSW-Präsident Prof. Dr. Rolf Dobischat erklärte: "Die Studienfinanzierung ist neben der Überforderung noch immer einer der Knackpunkte, an dem Studierende scheitern. Umso wichtiger ist es, mit einer verlässlichen und ausreichenden staatlichen Studienfinanzierung gegenzusteuern. Das BAföG muss regelmäßig erhöht werden, das wäre eine gute Studienabbruch-Verhinderungspolitik." BAföG-Erhöhungen dürften nicht länger von der konjunkturellen Entwicklung oder politischen Lage abhängig gemacht werden, forderte Dobischat.

Gemäß den regelmäßigen Sozialerhebungen des Deutschen Studentenwerks ist die Studienfinanzierung in Deutschland eine klassische Mischfinanzierung. Die drei wichtigsten Säulen sind: Elternunterhalt, Jobben, BAföG. 90% der Studierenden werden von ihren Eltern unterstützt, gut zwei Drittel jobben neben dem Studium. Ein Drittel der Studierenden ist zwingend auf den Nebenjob angewiesen; ein Viertel erhält BAföG. Von Stipendien profitieren lediglich 2% der Studierenden; sie machen im Schnitt weniger als die Hälfte aus des durchschnittlichen studentischen Budgets von 770 Euro im Monat.

Dobischat forderte von den Ländern mehr Unterstützung für die Studienfinanzierungs-Beratung der Studentenwerke. "Dieses neue Beratungsangebot bauen die Studentenwerke seit Jahren aus, ohne einen zusätzlichen Cent dafür von den Ländern zu erhalten", kritisierte er.


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