Lehrerbildung muss sich Anspruch der Exzellenz stellen

In der Debatte um die Forcierung von Spitzenforschung an deutschen Universitäten vermisst der Verband Bildung und Erziehung (VBE) die Lehrerbildung. "Der VBE fordert Exzellenzzentren für die erziehungswissenschaftliche Forschung und Lehre", betont Bundesvorsitzender Ludwig Eckinger. "Lehrerbildung darf nicht weiter als universitäres Aschenputtel gelten, sondern muss selbstverständlich ein attraktiver Ort pädagogischer Forschung und Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern sein." Der VBE befürworte das Konzept, ein Netzwerk der Exzellenz zu schaffen und Spitzenforschung zu fördern. "Es ist aber nicht einzusehen, bei diesen Überlegungen die Lehrerbildung auszublenden", kritisiert Ludwig Eckinger. Der VBE-Bundesvorsitzende wirft den Kultusministern vor, deren Beteuerungen, dass die Besten den Lehrerberuf ergreifen sollten, gingen ins Leere, solange nicht gleichzeitig Taten folgten. Als "wichtigsten Auftrag der Bildungspolitik" bezeichnet es Eckinger, "dauerhaft für qualifizierten Nachwuchs im Lehrerberuf zu sorgen".

26.05.2004 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung e.V. (VBE)

Eckinger verweist darauf, "das Kriterium für die Umstrukturierung der Lehramtsstudiengänge in Bachelor- und Masterstudiengänge darf nicht der Bologna-Prozess, sondern muss die Professionalisierung des Lehrerberufs sein". Überlegungen, einen Teil der angehenden Lehrer bereits mit einem Bachelorabschluss in die Schule zu entlassen, so Eckinger, würden jeglichen Qualitätsanspruch an Unterricht und Erziehung konterkarieren und ausschließlich den Finanzministern kurzfristigen Gewinn bringen. "Der VBE besteht darauf, dass für alle Lehrämter ein Masterabschluss gefordert ist und dass der Ort der Lehrerbildung die Universität bleibt", bekräftigt der VBE-Bundesvorsitzende. "Fachwissenschaften, Didaktiken und Erziehungswissenschaften sollten in einem 'Haus der Lehrerbildung' zusammengeführt werden, um der Lehrerbildung an den Universitäten einen eigenen Ort zu geben. Er könnte allen Lehrern und Studierenden eine Heimat bieten und sie über Studium und Referendariat hinaus auch beim Lernen im Beruf begleiten." Weiter plädiert Eckinger für Kooperationsschulen, die als wichtiges Bindeglied zwischen Forschung und Praxis gleichermaßen Impulse für die Theorie und das praktische Handeln an den Schulen geben könnten.

Die nächste Plenarsitzung der Kultusministerkonferenz am 3. und 4. Juni in Mainz hat das Thema Lehrerbildung auf der Tagesordnung und will über die gestufte Struktur der Lehramtsstudiengänge beraten.


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