Margarete-von-Wrangell-Habilitationsprogramm für Frauen wird mit Unterstützung des Europäischen Sozialfonds (ESF) ausgeschrieben - Bewerbungsfrist: 1. September 2008

Das Margarete-von-Wrangell-Habilitationsprogramm für Frauen geht in die 6. Ausschreibungsrunde. Bereits zum zweiten Mal kann das Programm dabei mit Unterstützung des Europäischen Sozialfonds ausgeschrieben werden. Ziel des Programms ist es, qualifizierte Wissenschaftlerinnen in ihrem Habilitationsvorhaben an einer wissenschaftlichen oder künstlerischen Hochschule zu unterstützen. Erstmals können auch Bewerbungen aus dem Bereich der klinischen Medizin eingereicht werden. Die Anträge müssen bis 1. September 2008 beim Wissenschaftsministerium eingehen. Der Beginn für die genehmigten Projekte ist für Januar 2009 geplant.

17.04.2008 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

"Wir wollen mehr Frauen für den Professorenberuf gewinnen. Das Margarete-von-Wrangell-Habilitationsprogramm ist ein wichtiges Instrument, herausragende Wissenschaftlerinnen gezielt zu fördern", so Wissenschaftsminister Professor Dr. Peter Frankenberg am 16. April in Stuttgart. Die bisherigen Erfahrungen mit dem Programm seien positiv. "Die Zahlen bestätigen unsere Politik. Der Frauenanteil an Hochschulprofessuren im Land hat sich im Zeitraum 1997 bis 2006 von 7,9 Prozent auf 13,3 Prozent erhöht."

Wissenschaftlerinnen sollten auf allen Qualifikationsstufen und insbesondere auch in der Hochschulmedizin stärker vertreten sein. "In der Hochschulmedizin sind mehr als die Hälfte der Studierenden Frauen, dieser Anteil nimmt nach Abschluss des Studiums jedoch stetig ab", sagte der Wissenschaftsminister. Nur 7,6 Prozent der Professorenstellen in den medizinischen Fakultäten und Universitätsklinika in Deutschland seien mit Frauen besetzt. Deshalb dürften die Anstrengungen zur Förderung von Wissenschaftlerinnen nicht nachlassen.

Die Förderung im Rahmen des Margarete-von-Wrangell-Habilitationsprogramms erfolgt in Form eines Anstellungsverhältnisses an einer baden-württembergischen Universität (TV-L EG 13). Sie ist insgesamt auf fünf Jahre begrenzt, wovon drei Jahre durch das Land und den Europäischen Sozialfonds finanziert werden. Bei positiver Stellungnahme durch den betreuenden Hochschullehrer erfolgt die Finanzierung weiterer zwei Jahre durch die jeweilige Hochschule. Für Medizinerinnen gelten ergänzende Bestimmungen.

Das Land hat zahlreiche Projekte im Rahmen der Frauenförderung aufgelegt, um die Situation von Wissenschaftlerinnen an den baden-württembergischen Hochschulen zu verbessern. Neben den Margarete-von-Wrangell-Habilitations- programm leisten die Vergabe von Wiedereinstiegs- und Kontaktstipendien, das Irene-Rosenberg-Promotionsprogramm für Ingenieurinnen sowie das Mathilde-Planck-Lehrauftragsprogramm hierzu einen wesentlichen Beitrag.

In der Förderperiode 2007 bis 2013 erhält das Wissenschaftsministerium durch den ESF erstmalig finanzielle Unterstützung der EU für seine verschiedenen Frauenförderprogramme. Die in der Regel 50-prozentige Kofinanzierung der geförderten Programme aus EU-Mitteln erlaubt eine deutlich größere Zahl von Förderfällen und unterstützt so erheblich die Bemühungen des Landes bei der Erhöhung des Frauenanteils in wissenschaftlichen Führungspositionen.

Das Margarete-von-Wrangell-Habilitationsprogramm wurde 1997 erstmals ausgeschrieben. In den bislang fünf Ausschreibungsrunden konnten insgesamt 90 Habilitandinnen mit Mitteln von rd. 15,8 Mio. Euro gefördert werden.

Das Förderprogramm ist nach der ersten Professorin an einer deutschen Universität benannt. Margarete von Wrangell (1877 - 1932) habilitierte sich im Jahr 1920 an der Universität Hohenheim, wo sie 1923 eine Professur für Pflanzenernährung übernahm und das dortige gleichnamige Hochschulinstitut gründete.

Weitere Informationen und Bewerbungsunterlagen:
www.mwk.baden-wuerttemberg.de/service/aktuelle_ausschreibungen/
margarete_von_wrangellhabilitationsprogramm_fuer_frauen/


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