Ministerrat beschließt gestufte Studienstruktur für das gymnasiale Lehramt

"Die gymnasiale Lehrerausbildung in Baden-Württemberg genießt über die Landesgrenzen hinaus einen ausgezeichneten Ruf. Wir wollen die hohe Qualität des Studiums durch die Umstellung auf eine Bachelor- und Masterstruktur weiter auszubauen. Hervorragend ausgebildete Lehrkräfte sind der Schlüssel für guten Unterricht und eine positive Schulentwicklung", sagten Kultusminister Helmut Rau und Wissenschaftsminister Professor Dr. Peter Frankenberg am Mittwoch (4. Juli) in Stuttgart.

04.07.2007 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Der Ministerrat hatte am Vortag beschlossen, für das gymnasiale Lehramtsstudium die Abschlüsse Bachelor und Master einzuführen. Ab Wintersemester 2008/09 werden die Lehramtsstudierenden an den Universitäten sowie den Kunst- und Musikhochschulen des Landes ihr Studium in der gestuften Studienstruktur beginnen. An das Studium schließt sich wie bisher ein 18-monatiger Vorbereitungsdienst (Referendariat) mit Staatsexamen an. Die Umstellung ist bereits in der Koalitionsvereinbarung vom 4. Mai 2005 vorgesehen. Kultusminister Rau betonte, auch in der neuen Studienstruktur blieben die Hauptelemente der Reform der gymnasialen Lehramtsausbildung aus dem Jahr 2001 erhalten. Dazu zählen das Schulpraxissemester, das künftig im Rahmen des Bachelor-Studiums absolviert werde, ein ethisch-philosophisches Grundlagenstudium, Erziehungswissenschaften und – in künftig verdoppeltem Umfang - Fachdidaktik. "Der Einsatz moderner Methoden der Wissensvermittlung wird immer wichtiger. Wir wollen die angehenden Gymnasiallehrkräfte bereits in ihrer universitären Ausbildung auf diesen wichtigen Teil ihrer Tätigkeit gezielt vorbereiten", sagte Rau. Er hob hervor, dass im Bereich der Erziehungswissenschaften und der Fachdidaktik die Universitäten mit den Pädagogischen Hochschulen und den Staatlichen Seminaren für Didaktik und Lehrerbildung eng zusammenarbeiten.

Wissenschaftsminister Frankenberg erinnerte an die an allen Hochschulen und Berufsakademien des Landes laufende Umstellung der Studiengänge auf das gestufte Bachelor-/ Master-System, die bis 2010 abgeschlossen sein solle. Manche Hochschulen hätten schon ihr gesamtes Studienangebot umgestellt. "Es ist notwendig, diese Entwicklung auch in der gymnasialen Lehramtsausbildung zu vollziehen. Fach- und Lehramtsstudiengänge müssen miteinander kompatibel und gegendseitig durchlässig sein. Wir wollen die Umstellung auch dazu nutzen, die Studiengänge noch stärker als bisher an den Erfordernissen der Schulen auszurichten", sagte Wissenschaftsminister Frankenberg.

Die Grundlinien der Umstellung wurden von einer gemeinsamen Kommission aus Kultusministerium, Wissenschaftsministerium, Hochschulen, Staatlichen Seminaren und Kirchen erarbeitet. Danach sollen in beiden Studienphasen sowohl fach- als auch erziehungswissenschaftliche Inhalte vermittelt werden. Das Studium soll insgesamt 300 Punkte nach dem international gebräuchlichen European Credit Transfer System (ECTS) umfassen. Zulassungsvoraussetzung zum lehramtsbezogenen Masterstudium ist ein erfolgreicher Bachelor-Abschluss mit bestandenem Schulpraxissemester. Am Ende des Masterstudiums soll eine abschließende mündliche Prüfung unter Beteiligung der Schulseite stattfinden. Spätestens vier Jahre nach der Umstellung sollen die Bachelor- und Masterstudiengänge akkreditiert werden.

Bis September 2007 soll durch Kultusministerium und Wissenschaftsministerium und unter Beteiligung von Hochschulen und Kirchen eine Rahmenordnung für die neuen gymnasialen Lehramtsstudiengänge in Baden-Württemberg erstellt werden. Darin werden die formalen Elemente des Studiums sowie die Fachcurricula festgelegt. Auf dieser Grundlage erstellen die Hochschulen dann die neuen Studien- und Prüfungsordnungen einschließlich der Modulbeschreibungen für die jeweiligen Studiengänge.

Das Anhörungsverfahren für Rahmenordnung und Fachcurricula soll bis Oktober 2007 erfolgen. Gleichzeitig beginnen die Hochschulen mit der Erstellung von universitären Bachelor- und Master-Prüfungsordnungen für die neuen Studiengänge, die spätestens im Sommersemester 2008 von den universitären Gremien beschlossen werden sollen.


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