Schavan: Die Hälfte der Studenten soll ein Auslandssemester absolvieren

(hib/SKE) Von guten Ansätzen, Deutschlands Wissenschaft zu internationalisieren, sprachen SPD und CDU/CSU. Fehlende konkrete und keine neuen Vorschläge bemängelte die Opposition an der Internationalisierungsstrategie der Bundesregierung, die Forschungsministerin Annette Schavan (CDU) am Mittwochmittag im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung vorstellte.

19.09.2007 Pressemeldung Deutscher Bundestag

Schavan plant unter anderem, mehr Studenten und Wissenschaftlern Aufenthalte im Ausland zu ermöglichen. 50 Prozent der Studenten sollen ein Auslandssemester absolvieren können. Befürchtungen, das sei nach der Umstellung der Studiengänge auf Bachelor und Master nicht mehr möglich, hielt sie entgegen, dass die Universitäten die Aufenthalte in die Studienordnungen einplanen müssten. Die Studenten müssten durch doppelte Abschlüsse und großzügige Anerkennungsverfahren gelockt werden.

"Bologna würde die Mobilität in der Tat erschweren, wenn das alles nicht eingebaut würde", so Schavan. Für Wissenschaftler, die im Ausland forschten, müsse es möglich sein, nach einer Rückkehr zügig aufsteigen zu können.

Auch Verwaltungsmaßnahmen, wie eine selbständigere Budgetverwaltung und Personalplanung an den Hochschulen sowie vernünftige soziale Sicherungssysteme innerhalb der Europäischen Union, sollten angegangen werden. "Im Zweifelsfall müsste es einen Fond in der EU für soziale Sicherungssysteme geben", sagte Schavan. "Da sind wir noch ganz am Anfang."

Wichtig sei auch eine Kooperation mit Universitäten in Entwicklungs- und Schwellenländern, da das BMBF auf diese Weise einen Beitrag zur Entwicklungshilfe leisten könne. Als "sehr, sehr hohe Marke, von der wir noch sehr weit weg sind" bezeichnete die SPD die angepeilten 50 Prozent Studenten mit Auslandssemester. Wichtig sei es, darauf zu achten, das auch sozial Schwächeren zu ermöglichen, "auch vor dem Hintergrund unserer Studiengebühren und denen im Ausland".

Die FDP fragte, inwieweit die Strategie mit anderen Ressorts wie dem Auswärtigen Amt abgestimmt sei, um Doppelprogramme zu vermeiden. Insgesamt sei die Initiative zu begrüßen, insbesondere die Zusammenarbeit mit Schwellenländern. Am Beispiel Indien könne man konkret sehen, wie Hilfe möglich sei. Für einen Wissenschaftleraustausch nach Deutschland seien Stipendien wichtig, da das Land arm sei. Auch könne an schlecht ausgestatteten Universitäten etwa mit gesponserten Germanistik-Lehrstühlen das Interesse an Deutschland geweckt werden.

Linke und Grüne kritisierten, dass es an konkreten Maßnahmen mangele und aus der Darstellung der Ministerin nicht klar werde, was wie finanziert werden solle. Die Linke kritisierte insbesondere, dass die soziale Situation der Studenten "unterbelichtet" sei.

Die CDU/CSU begrüßte die Initiative und lobte, dass sie sich nicht nur auf Europa, sondern auch auf Schwellenländer beziehe. In der Aids-Forschung seien Kooperationen zum Beispiel sehr wichtig, denn "unsere Ergebnisse brauchen die Umsetzung in Aids-befallenen Staaten".

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