Bologna-Prozess

Senator Prof. Dr. Zöllner: Bologna-Reform und die Verbesserung der Lehre sind zwei Seiten einer Medaille

Berlins Wissenschaftssenator Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner bekennt sich zu den Zielen der Bologna-Reform und will die Situation für die Studierenden nachhaltig verbessern. Im Zentrum steht dabei die Stärkung der Lehre.

17.05.2010 Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung

"Von zentraler Bedeutung ist die Stärkung der Lehre. Daher ist es richtig, dass Bund und Länder eine 3. Säule im Hochschulpakt 2020 diskutieren. Diese Säule muss unbürokratisch den Hochschulen mit zusätzlichen Mitteln ermöglichen, die Betreuungsrelation zu verbessern und umfangreiche Tutorienprogramme zu installieren. Außerdem müssen wir erreichen, dass alle Studierenden eine Möglichkeit haben, einen Masterabschluss zu machen", so Senator Zöllner auf der Bologna-Konferenz in Berlin.

Bei der Konferenz sagte der Senator, dass die Reform das Ziel hat, die Vergleichbarkeit der Abschlüsse und die Strukturierung des Studiums zu verbessern. Beides werde von vielen Studierenden gewünscht. "Bessere Strukturen bedingen aber nicht zwingend bessere Inhalte oder ihre bessere Vermittlung", so der Senator. Es gehe daher bei der Debatte um den Bologna-Prozess auch um grundlegende Verbesserungen in den Hochschulen.

"Es gibt kein gutes Qualitätsmanagement ohne die Beteiligung der Studierenden", so der Senator. Bei der Nachjustierung der Bologna-Reform gebe es nicht den "einen großen Wurf", sondern einzelne Studiengänge müssten jeweils individuell betrachtet werden. Senator Zöllner plädiert für eine flexible Ausgestaltung der Studiengänge. "Auch beim Bachelor/Master sollen Studierende Freiräume haben, eigene Schwerpunkte zu setzen. Es geht um eine sinnvolle Verbindung von fachlicher Tiefe und interdisziplinärer Breite", sagt Prof. Dr. Zöllner.

Auch die sozialen Randbedingungen des Studiums müssen mehr beachtet werden: "Man kann nicht einerseits von den Studierenden mehr Zeit für das Studium verlangen und sie auf der anderen Seite finanziell im Regen stehen lassen. Dass viele Studierende neben einem vollen Stundenplan auch noch jobben müssen, ist problematisch. Verbesserungen beim BAföG sind dringend erforderlich. Das von der Bundesregierung vorgesehene Stipendiensystem wurde am vergangenen Sonntag in Nordrhein-Westfalen abgewählt. Kürzungen, wie vom hessischen Ministerpräsidenten Koch umgesetzt, gefährden die Zukunft unserer Hochschulen."


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