Studierte Erzieherinnen
(bikl/idw) Als erste bundesdeutsche Hochschule bietet die Universität Bremen gemeinsam mit dem Landesverband Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder das Weiterbildende Studium "Frühkindliche Bildung" an. Damit haben erstmals praxiserfahrene Erzieherinnen und Erzieher auch ohne Hochschulzugangsberechtigung die Chance, sich auf Universitätsniveau weiterzubilden.
03.11.2005 ArtikelNach großem Erfolg mit fast 50 Teilnehmern aus ganz Deutschland im ersten Jahr startet jetzt der zweite Durchgang.
"Wissenschaft mit Herz"
Die ersten Studentinnen zeigten sich durchweg begeistert: "Nicht nur meine Haltung zum Lernen hat sich verändert, ich selbst bin anders geworden. Durch die Begeisterung der Dozentinnen und Dozenten ist ein Funke übergesprungen, sie lassen uns teilnehmen an einer Wissenschaft mit Herz", so eine Teilnehmerin aus Lübeck. "Die Teilnahme am Weiterbildenden Studium hat mir neben der Vertiefung von Wissen neue Blickwinkel auf meine Arbeit ermöglicht. Es gibt mir einen starken Motivationsschub, und da das Studium sehr praxisbezogen und inhaltlich breit gefächert ist, habe ich viele Anstöße bekommen, um neue Projekte durchzuführen", ergänzt eine Teilnehmerin aus Bremerhaven.
Auch Dr. Petra Boxler vom Zentrum für Weiterbildung der Universität Bremen ist beeindruckt: "Die Erzieherinnen und Erzieher sind unglaublich engagiert bei der Sache und können von vielen Inhalten gar nicht genug bekommen, weil sie sofort Ideen haben, was sie damit in ihrer Einrichtung anfangen können."
Erweiterte Kenntnisse und Kompetenzen
International renommierte Experten wie Professor Wassilios Fthenakis von der Universität Bozen fordern seit langem, Erzieherinnen und Erzieher an Hochschulen auszubilden, wie dies in anderen europäischen Ländern längst der Fall ist. Auch bereits im Beruf stehende Erzieherinnen und Erzieher benötigen erweiterte Kenntnisse und Kompetenzen: Sie sollen die sprachliche Entwicklung der Kinder ebenso fördern wie deren musisch-kreative Fähigkeiten. Und sie sollen Kinder darin unterstützen, selbst Antworten auf ihre vielen Fragen zu Natur, Technik, Kultur oder Religion zu finden. Übergangsprozesse zwischen Elternhaus, Krippe, Kindergarten und Grundschule werden wichtiger und müssen mit pädagogischer Kompetenz gestaltet werden. Schließlich müssen Erziehungs- und Bildungspläne beachtet und in die Praxis umgesetzt werden.
"Das Weiterbildende Studium in Bremen ist ein wichtiges Vorhaben, um die Qualität der frühkindlichen Erziehungspraxis in den Kindertageseinrichtungen zu verbessern", betont Professor Fthenakis, der an den Planungen als Berater beteiligt war.
Zwei Jahre studieren
Die Fachbereiche Erziehungs- und Bildungswissenschaften und Human- und Gesundheitswissenschaften sowie das Zentrum für Weiterbildung der Universität Bremen haben das Weiterbildende Studium gemeinsam mit dem Landesverband als berufsbegleitendes, praxisorientiertes Studium konzipiert. Es knüpft an die Erfahrungen und Fragen an, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ihrem beruflichen Alltag mitbringen. Das WSFB umfasst 430 Unterrichtsstunden, dauert zwei Jahre und schließt mit einem Universitäts-Zertifikat ab. Darüber hinaus werden international anerkannte Credit Points (gemäß ECTS) erworben.
Eine Informationsveranstaltung zum Weiterbildenden Studium "Frühkindliche Bildung" findet am 9. November 2005 von 17 bis 19 Uhr in der Universität Bremen, SFG, Enrique-Schmidt-Str. 7, Raum 1040 statt. Das Studium beginnt am 21. Januar 2006.
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Uni Bremen - Zentrum für Weiterbildung
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