Kulturelle Bildung

Verliert die Kulturpolitik in Baden-Württemberg ihren Kompass?

Baden-Württemberg will im neuen Landeshochschulgesetz eine Verpflichtung für die Erhebung von Gebühren durch die Hochschulen für die obligatorischen Aufnahmeprüfungen für künstlerische Studiengänge festschreiben. Der Deutsche Kulturrat, der Spitzenverband der Bundeskulturverbände, fordert die baden-württembergische Landesregierung auf, auf diese Verpflichtung zu verzichten.

05.11.2013 Pressemeldung Deutscher Kulturrat e.V.

Im Entwurf des neuen baden-württembergischen Landeshochschulgesetz steht: "Für das Studium in Studiengängen, die eine besondere künstlerische Begabung voraussetzen, ist neben der Qualifikation nach Absatz 2 in einer Aufnahmeprüfung die Studierfähigkeit für den gewählten Studiengang nachzuweisen." Und an anderer Stelle weiter: "Künftig steht es nicht mehr im Ermessen der Hochschulen, ob sie für diese Tests Gebühren erheben. Alle Hochschulen sind künftig verpflichtet, Gebühren zu erheben, da diese Prüfungen mit zusätzlichen finanziellen Aufwendungen verbunden sind." Der Entwurf soll im zweiten Quartal 2014 Gesetzeskraft erhalten.

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagte: "Ungefähr 60.000 Studentinnen und Studenten studieren in Deutschland ein künstlerisches Fach. Ein großer Teil dieser Studierenden musste eine Aufnahmeprüfung bestehen, um das Studium aufnehmen zu können. Sollte sich die Baden-Württembergische Landesregierung durchsetzen und ihre Hochschulen in der Zukunft verpflichten, Gebühren für diese Prüfungen zu erheben, könnte dieses schlechte Vorbild in anderen Bundesländern Nachahmer finden. Erst sollen Studienplätze für Musiker in Baden-Württemberg radikal abgebaut werden, jetzt sollen die künstlerischen Studienfächer mit einer verpflichtenden Prüfungsgebühr belastet werden. Die Kulturpolitik in Baden-Württemberg ist dabei ihren Kompass zu verlieren."

Den Entwurf für das neue Landeshochschulgesetz Baden-Württemberg findet man hier.


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