Wettbewerbsfähigkeit der Hochschule stärken und Profilbildung ausbauen

Nordrhein-Westfalen geht den nächsten Schritt seiner innovativen Hochschulpolitik: In den kommenden Wochen wird das Ministerium für Wissenschaft und Forschung mit den 26 staatlichen Universitäten und Fachhochschulen des Landes die zweite Runde der Zielvereinbarungen abschließen. Für die im Jahr 2003 gegründete Universität Duisburg-Essen haben Wissenschaftsministerin Hannelore Kraft und der Rektor der Universität Duisburg-Essen, Professor Lothar Zechlin, heute (02.02.) in Duisburg jedoch entsprechend zunächst die erste Zielvereinbarung unterzeichnet.

02.02.2005 Pressemeldung Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen

Wissenschaftsministerin Kraft: "Seit 2002 vollziehen wir in Nordrhein-Westfalen konsequent den Wechsel von der Hochschulsteuerung im Detail zur Hochschulkoordinierung. An die Stelle von Erlassen und Einzelentscheidungen treten Absprachen über Ziele und Entwicklungspotentiale jeder Hochschule. Land und Hochschule sind Vertragspartner, die miteinander einen gemeinsamen Weg zum Wohl des Hochschulstandorts Nordrhein-Westfalen festlegen. Im Kern geht es um die Profilbildung der Hochschulen, um die Stärkung ihrer nationalen und internationalen Wettbewerbsfähigkeit." Auch wenn der Vertrag selbst eine Laufzeit von zwei Jahren hat, reicht der Planungshorizont zur fachlichen Entwicklung der Hochschulen bis zum Jahre 2010. In den Zielvereinbarungen werden unter anderem Profilbereiche vereinbart, in denen die Hochschulen ihre besonderen wissenschaftlichen Stärken entwickeln bzw. konsolidieren.

Damit stellen die Zielvereinbarungen ein wesentliches Element im Hochschulkonzept 2010 dar, das Ministerin Kraft vor einem Jahr als Reformpaket auf den Weg gebracht hat und das darauf abzielt, die Hochschulen zu modernisieren, sie stärker auf den internationalen Wettbewerb einzustellen, Eigenverantwortung zu stärken und nachhaltige Qualitätssicherung auszubauen. Kraft: "Nordrhein-Westfalen ist mit dem Hochschulkonzept 2010 insgesamt ein Reformmotor in Deutschland. Neben der zweiten Runde der Zielvereinbarungen und zunehmender Finanzfreiheit gehen wir seit Anfang dieses Jahres auch mit der Novelle des NRW-Hochschulgesetzes den Weg zu mehr Autonomie bei Personal und Organisation der Hochschulen. Zusammen mit Universitäten und Fachhochschulen gestalten wir in Nordrhein-Westfalen eine zielgerichtete Hochschulpolitik der Zukunft."

Im Vorfeld der Zielvereinbarung hatte das Wissenschaftsministerium landesweit schwächer ausgelastete Fächer einem systematischen Leistungsvergleich unterzogen. In einigen Fällen wurden dabei auch Arbeitsmarktperspektiven der Absolventen einbezogen. Daraus ergaben sich notwendige Anpassungen bei den Universitäten zwischen 10 und 20 Prozent unter anderem in den Lehr- und Forschungsbereichen Bauingenieurwesen, Maschinenbau, Elektrotechnik und Architektur, aber auch Chemie, Physik, Bergbau, Hüttenwesen, Vermessungswesen und Slavistik. Das entspricht einer Größenordnung von 7.500 Diplomstudienplätzen, die die Hochschulen in den nächsten Jahren für den Ausbau attraktiver Studienangebote nutzen können. Diese strukturellen Festlegungen bis 2010 bilden zusammen mit den Profilbereichen den Kern der Verträge.

Die Zielvereinbarung mit der Universität Duisburg-Essen sieht vor, dass die Hochschule sich in den nächsten Jahren auf vier Schwerpunkte konzentriert:

  • In der genetischen Medizin und medizinischen Biotechnologie wird die Hochschule die Einbindung ihrer natur- und ingenieurwissenschaftlichen Stärken in die Medizin weiter verstärken. In dem Bereich "Biomechanik" sollen insbesondere die mechanischen Eigenschaften von Hart- und Weichgeweben als Grundlage für die klinisch orientierte Entwicklung von Biomaterialien näher untersucht werden.

 

  • Mit dem Schwerpunkt Nanowissenschaften verfügt die Universität Duisburg-Essen zusammen mit dem Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme über ausgewiesene Kompetenzen, um die Bereiche Nanotechnologie und Mikrosystemtechnik zu verbinden.

 

  • Der Profilbereich "Empirische Bildungsforschung" soll ausgebaut werden. Dabei geht es um die Fortentwicklung von Fachdidaktika im naturwissenschaftlichen Unterricht, um Weiterbildungsforschung und das Lernen Erwachsener sowie um die Frage nach den Potenzialen Digitaler Medien in verschiedenen Bildungskontexten, wie Schule, Weiterbildung und Hochschule.

 

  • Den Forschungsschwerpunkt "Urbane Systeme" wird die Universität zusammen mit den An-Instituten "Zentrum für Brennstoffzellentechnik", "Institut für Energie- und Umwelttechnik", "Institut für Mobil- und Satellitenfunktechnik" sowie dem "Rheinisch-Westfälischen Institut für Wasserforschung" zu einem weiteren Profilbereich entwickeln, der den Themen "nachhaltige Entwicklung", "Logistik und Verkehr" verpflichtet ist.

Ministerin Kraft: "Insgesamt stellt die heute abgeschlossene Zielvereinbarung ein gelungenes Beispiel für die Profilbildung einer Hochschule dar. Es ist der Universität gelungen, exzellente Forschung herauszuarbeiten und Fächergrenzen innerhalb der Hochschule zu öffnen. Die Universität Duisburg-Essen ist damit einen entscheidenden Schritt auf ihrem Fusionsweg vorangegangen."


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