Wissenschaftsminister Frankenberg trifft sich mit Studierenden zum Gespräch

Wissenschaftsminister Prof. Dr. Peter Frankenberg hat sich gestern mit Studierenden zu einem Gespräch getroffen. 26 Studierende nahmen daran teil, darunter die Vorsitzenden der Allgemeinen Studierendenausschüsse (ASten) der Landesuniversitäten und das Präsidium der Landes-AStenkonferenz. Thema war insbesondere die Weiterentwicklung der Bologna-Reform.

09.12.2009 Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

Frankenberg bewertete das Gespräch positiv. Er kündigte weitere Gespräche mit Studierenden an, auch mit Vertretern der anderen Hochschularten. "Ich habe eine Reihe von Anregungen erhalten, die in den Überlegungen zur Weiterentwicklung des Bologna-Prozesses eine Rolle spielen können. Ein wichtiges Anliegen der Studierenden war eine Lockerung der zu hohen Prüfungsdichte im Verlauf des Studiums. Hier können veränderte Prüfungsstrukturen und eine Reduzierung der studienbegleitenden Prüfungen Abhilfe schaffen", so der Minister. Offen zeigte sich Frankenberg auch für den Wunsch der Studierenden, bei der Entwicklung von Studiengängen und auch bei der Akkreditierung stärker einbezogen zu werden. "Das Hochschulsystem profitiert von Studierenden, die sich mit guten Argumenten an der Qualitätsentwicklung der Hochschulen beteiligen", sagte der Minister.

Frankenberg betonte zugleich, der Bologna-Prozess dürfe nicht zurückgedreht werden. "Wir dürfen nicht den Fehler begehen, dem alten System nachzutrauern, sondern wir müssen den Bologna-Prozess weiterführen. Dazu brauchen wir eine offene und sachliche Diskussion, die mit den Hochschulen, aber auch mit den Studierenden geführt werden muss". Der Minister rief die Studierenden dazu auf, ihre Anliegen offen und möglichst konkret vorzutragen. Das Wissenschaftsministerium habe dazu auf der Homepage einen "Bologna-Button" eingerichtet. Dort würden Beiträge insbesondere von Studierenden für den Bologna-Kongress des Wissenschaftsministeriums am 8. März 2010 gesammelt.

Frankenberg: "Es gibt vor allem drei Aspekte, die ich im Zentrum der Überlegungen für eine Verbesserung des Bologna-Prozesses sehe. Wir brauchen erstens ein besseres Akkreditierungssystem, das sich stärker an der Wirklichkeit und weniger an der Papierform von Studiengängen orientiert. Wir brauchen zweitens Lösungen dafür, das sich die Studierendenschaft zunehmend heterogen zusammensetzt; dazu brauchen wir verstärkt Studiengänge, in denen mit unterschiedlicher Geschwindigkeit studiert werden kann; und wir müssen drittens die Frage nach der Grundstruktur der Studiengänge stellen; dies betrifft die Breite von Bachelor-Studiengängen, die Größe der Module und die damit zusammenhängende Prüfungsdichte". Der Minister betonte außerdem, im Zusammenhang mit den auftretenden Problemen müsse auch über Veränderungen beim BAföG gesprochen werden.

´Bologna-Button` unter www.bologna.mwk.baden-wuerttemberg.de/


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