Wissenschaftskooperationen

„Keine roten Linien“

Die internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit unterliegt angesichts weltpolitischer Entwicklungen seit Beginn des 21. Jahrhunderts rapiden Veränderungen. Für Hochschulen und Forschungsinstitutionen ist daher die Überprüfung bestehender oder zukünftiger internationaler Kooperationen von zentraler Bedeutung.

03.12.2020 Bundesweit Pressemeldung Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD)
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 Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) hat für deutsche Hochschulen einen Leitfaden entwickelt, um die Chancen und Risiken wissenschaftlicher Kooperationen unter erschwerten Bedingungen zu analysieren und so eigenverantwortliche Entscheidungen zu ermöglichen.

„Egal ob es Fragen der allgemeinen Sicherheitslage, der Rechtsstaatlichkeit, der politischen Einflussnahme auf den Wissenschaftsbetrieb oder der Freiheit von Forschung und Lehre betrifft: Unsere Mitgliedshochschulen und ihre Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler müssen sich verstärkt mit Rahmenbedingungen von internationalen Projekten und Auslandsaufenthalten in einer grösser werdenden Gruppe ‚schwieriger Partnerländer’ auseinandersetzen“, so DAAD-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee. Für institutionelle und individuelle Entscheidungen bedürfe es daher eines Kriterienrasters, mit dem Chancen und Risiken für internationale Kooperationen bewertet werden könnten. Dabei gehe es ausdrücklich nicht darum, einfache „rote Linien“ zu definieren, sondern den Hochschulen eine Hilfestellung für eigene und eigenverantwortliche Entscheidungen an die Hand zu geben. „Eines ist dabei klar: Wir werden die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts nur gemeinsam und international lösen können. Die internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit muss daher, auch um den Preis mitunter schwieriger Aushandlungsprozesse, ausgebaut werden“, so der DAAD-Präsident.

Das DAAD-Kompetenzzentrum Internationale Wissenschaftskooperationen (KIWi) entwickelte dazu die bereits im Frühjahr vorgestellten Bewertungskriterien für grenzüberschreitende wissenschaftliche Zusammenarbeit gemeinsam mit Expertinnen und Experten weiter. Der entstandene Leitfaden „Keine roten Linien: Wissenschaftskooperationen unter komplexen Rahmenbedingungen“ zeigt Herausforderungen internationaler Wissenschaftskooperationen auf, sensibilisiert für bestehende Risiken und stellt diesen die vielfältigen Chancen und Potenziale des wissenschaftlichen Austausches gegenüber. Herzstück der Publikation ist ein auf sechs Kriterien beruhendes Analyseraster, das den Hochschulen einen Orientierungs- und Bewertungsrahmen bei der strategischen Planung und Umsetzung von internationalen Kooperationen zur Verfügung stellt. Die Analysekriterien, ergänzt durch Leitfragen und Informationsquellen, umfassen dabei Aspekte wie die Sicherheitslage vor Ort, den rechtsstaatlichen und gesellschaftspolitischen Rahmen oder Chancen und Risiken des jeweiligen Wissenschaftssystems.

Das Papier bietet Hochschulleitungen, Leitungen von Fakultäten und Forschungsgruppen und einzelnen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Möglichkeit einer eigenständigen Risiko- und Chancenabwägung mit Blick auf ihre internationalen Projekte und Partner. So soll es dazu beitragen, dass internationale Wissenschaftskooperationen auch unter komplexen Rahmenbedingungen gelingen kann.

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