Schleswig-Holstein

25 000 Unterschriften für Schulfrieden – Klare Botschaft gegen verkorkstes Schulgesetz

Rund 25.000 Unterschriften hat die Volksinitiative "Schulfrieden Schleswig-Holstein" am Mittwoch, 19. Januar 2011 in Kiel an den Landtagspräsidenten übergeben. Für den Landesvorsitzenden der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Matthias Heidn ist die damit verbundene Botschaft klar: Der Landtag soll auf eine Änderung des Schulgesetzes in dieser verkürzten Wahlperiode verzichten.

19.01.2011 Pressemeldung GEW Schleswig-Holstein

"Mit grundlegenden Änderungen des Schulsystems in Schleswig-Holstein von Wahl zu Wahl muss Schluss sein. Alle an Schule Beteiligten brauchen Verlässlichkeit. Lehrerinnen und Lehrer wollen endlich in Ruhe ihre Arbeit im Interesse von Kindern und Jugendlichen machen. Da hilft ein übers Knie gebrochenes Gesetz mit einer wahrscheinlichen Gültigkeitsdauer von maximal zwei Schuljahren niemandem", sagte der GEW-Landesvorsitzende.

Inhaltlich konzentriert sich die Kritik der GEW am Schulgesetz auf die Schwächung der Gemeinschaftsschulen und die konfuse Gestaltung der gymnasialen Schuldauer. Das gemeinsame Lernen an den Gemeinschaftsschulen solle mit dem Gesetzentwurf zugedrängt werden, so Matthias Heidn. "Das Gesetz macht schulartbezogene Klassen an den Gemeinschaftsschulen möglich. Zusammen mit der Halbierung der Differenzierungsstunden von sechs auf drei Stunden führt das zu einer unvermeidlichen Schwächung der vom Bildungsminister so ungeliebten Gemeinschaftsschulen." Ins Bild passe da auch das faktische Unmöglichmachen von neuen Oberstufen an Gemeinschaftsschulen, obwohl sich deren Errichtung an einer ganzen Reihe von Orten anböte.

Nicht besser sehe es bei der Gestaltung der Gymnasien aus. "Der Misch-Murks mit G-8, G-9 und G-Y wird von den meisten Lehrerinnen und Lehrern abgelehnt, weil er an den Schulen zu unnötigen Belastungen, Diskussionen und Konflikten führt. Außerdem bringt er mancherorts die Schulen in unnötige Konkurrenzsituationen", führte der GEW-Landesvorsitzende aus. Er plädierte für Verbesserungen im Sinne der Schülerinnen und Schüler beim G-8-Modell. Zudem verwies er darauf, dass in Schleswig-Holstein die Möglichkeit des Abiturs nach neun Jahren an Gemeinschaftsschulen bestünde.

Ansprechpartner

GEW Schleswig-Holstein

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