Bayern

44 Organisationen stellen gegliedertes Schulsystem in Frage

44 Mitgliedsorganisationen des Forums Bildungspolitik in Bayern haben sich in einer Petition an den Bayerischen Landtag gegen das starre Festhalten am dreigliedrigen Schulsystem in Bayern ausgesprochen. Sie bilden nahezu das gesamte bildungspolitische Spektrum des Freistaats ab.

13.10.2011 Pressemeldung Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.

In Forum werden derzeit weit über zwei Millionen Bürgerinnen und Bürger vertreten, es wurde vor 20 Jahren gegründet. Zu den Mitgliedsorganisationen zählen beispielsweise der Landesverband Bayern der Deutschen Caritas oder der Landesverband Bayern des Deutschen Kinderschutzbundes. "Ein solcher Konsens in einer seit Jahren strittigen und polarisierenden Frage hat besonderes Gewicht", erklärte Wenzel heute in München. Die Luft für die Bayerische Staatsregierung werde dünner. Der Druck aus der Bevölkerung nehme zu. Wenzel bezeichnete es als schul- und bildungspolitischen Fehler, angesichts des demografischen Wandels und des veränderten Schulwahlverhaltens strikt an antiquierten Strukturen festzuhalten. "Die Schulen brauchen mehr Freiheit und Gestaltungsmöglichkeiten." Es wäre ein folgenschwerer Fehler, wenn die Staatsregierung dieses eindeutige Signal ignorieren würde.

Kinder werden nicht besser gefördert, wenn sie möglichst früh auf verschiedene Schularten verteilt werden. Diese Sichtweise ist nach Auffassung des Forums ein Dogma, das überkommen und inzwischen auch von unzähligen wissenschaftlichen Studien widerlegt ist. "Das frühzeitige Aussortieren von Kindern zementiere viel eher die Nachteile ungleicher Startbedingungen, ohne in nennenswertem Umfang Spitzenleistungen garantieren zu können", sagte Wenzel. Die Lösung liege in wohnortnahen schulischen Angeboten. Es gehe nicht um die Verordnung einheitlicher Schulmodelle, sondern vielmehr um Gestaltungsmöglichkeiten vor Ort: Schulträger, Pädagogen, Eltern und Kommunen sollten jede erdenkliche Unterstützung bekommen, um eine Schule nach ihren Bedürfnissen entwickeln zu können.

In der Petition fordern die 44 Mitgliedsorganisationen:

  • Schulversuche, die von den traditionellen Schularten abweichen,
  • mehr Mitbestimmung in der Schule und für die einzelne Schule,
  • Entscheidung der Eltern über die weiterführende Schulart,
  • Abschaffen des Sitzenbleibens,
  • mehr Personal und mehr Mittel für guten Unterricht.

"Wir verstehen die Petition als einen Appell an die bayerischen Bildungspolitiker, Schulentwicklung von der Basis her zuzulassen", betonte Wenzel.

Die Petition ist auf der Website des Forums Bildungspolitik in Bayern unter

www.forum-bildungspolitik.de/download/pet_schulstruktur_11_07_12.pdf zu finden.

Weitere Informationen zum Forum Bildungspolitik in Bayern sind unter unter:

www.forum-bildungspolitik.de nachzulesen.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden