50.000 Ganztagsplätze an Hauptschulen- Start bereits zum nächsten Schulhalbjahr

Nach dem schlechten Abschneiden beim jüngsten PISA Ländervergleich hat die neue Landesregierung umgehend reagiert. Bis zum Jahr 2012 stellen wir 50.000 vollwertige Ganztagsplätze in der Hauptschule zur Verfügung. 14.000 Ganztagsplätze werden schon zum 1. Februar 2006 geschaffen. Den Start bereits zum nächsten Schulhalbjahr ermöglicht die Ankündigung des Ministerpräsidenten in seiner Regierungserklärung, für dieses Jahr zusätzlich für Ganztagsangebote 24 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen.

19.08.2005 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen

Schulministerin Barbara Sommer: "Nach Jahren der Vernachlässigung soll die Hauptschule in Nordrhein- Westfalen endlich wieder eine wichtige Rolle spielen. Die Pisa- Ergebnisse haben gezeigt, dass wir große Gruppen von Schülerinnen und Schülern oder gar einzelne Schulformen nicht sich selbst überlassen können. Hier ist gezielte Unterstützung nötig, um die Schulqualität wieder spürbar zu verbessern. Zudem wissen wir seit PISA, dass NRW neben Bremen das Land mit der höchsten Abhängigkeit der schulischen Leistung von der sozialen Herkunft ist. Umso wichtiger ist die Förderung von Schülerinnen und Schülern aus einem schwierigen Umfeld." Die Ganztagsplätze für die Hauptschule werden nicht nur Betreuungsangebote sein. Vielmehr sind pädagogisch anspruchsvollere Angebote geplant. Diese gewährleisten einen Teil der notwendigen besseren schulischen Förderung der Schüler auch am Nachmittag. Dabei wollen wir eng mit der Jugendhilfe, den Städten und Kreisen sowie mit weiteren außerschulischen Partnern kooperieren.

Die Hauptschule wird sich in NRW auch wieder stärker dem Ziel der Ausbildungsfähigkeit ihrer Schülerinnen und Schüler widmen. Ein wichtiger Partner sollen für uns dabei Wirtschaft und Handwerk sein.

Barbara Sommer: " Besonders wichtig erscheint mir außerdem in der Hauptschule die stärkere Konzentration auf die Kernkompetenzen, also Lesen, Schreiben und Mathematik. Die Fächer Deutsch, Mathematik und Fremdsprachen müssen deshalb betont werden. Zudem ist die Einbeziehung von Eltern, Wirtschaft und Gesellschaft wichtig. Damit wird es uns gelingen, der Hauptschule wieder zu einer angemessenen Rolle im gegliederten Schulwesen zu verhelfen."

Auch bei der Zuweisung von Lehrerstellen werden die Bedürfnisse der Hauptschule besonders beachtet. Es wird keine Verteilung nach dem Gießkannenprinzip geben. Stattdessen wird bei den Stellen zur Sprachförderung und den Stellen zur individuellen Förderung künftig vorher genau ermittelt, welche besonderen Probleme eine Schule hat. Erst danach wollen wir entscheiden, mit welchem Stellensoll eine Schule ihren Bedarf decken kann. Das gilt auch für den Einsatz von sozialpädagogischen Fachkräften.

Ministerin Sommer: " Die Stärkung der Hauptschule wird in unserer Politik der nächsten Jahre eine bedeutende Rolle spielen. Deshalb wird mein Ministerium Fragen zur Hauptschule künftig auch in einer eigenen Organisationseinheit bündeln. Nachdem die Hauptschule Jahrzehnte lang vergessen wurde, ist dies umso nötiger. Ziel ist es, die Zukunftschancen der Schülerinnen und Schüler signifikant zu verbessern. Ich bin mir sicher, dass wir mit dem Start der zusätzlichen Ganztagsplätze bereits zum nächsten Schulhalbjahr auf einem guten Weg sind."


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