Baden-Württemberg

Abiturprüfungen haben begonnen

Für insgesamt 48 900 Schülerinnen und Schüler (rund 33 700 an allgemein bildenden Gymnasien, rund 15 200 an beruflichen Gymnasien) hat am heutigen Donnerstag (15. April) die schriftliche Abiturprüfung begonnen. Das Abitur startete mit dem Fach Deutsch.

15.04.2010 Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Von 8.00 bis 13.30 Uhr saßen die Prüflinge der allgemein bildenden und beruflichen Gymnasien an ihren Aufgaben. Für deren Bearbeitung, einschließlich Einlesezeit, standen 330 Minuten zur Verfügung.

An den allgemein bildenden Gymnasien konnte zwischen den nachfolgenden fünf Themen gewählt werden:

  1. Interpretation einer Textstelle aus Kafkas "Der Proceß" unter Einbeziehung der sprachlichen und erzählerischen Gestaltung. Daran schließt sich eine Untersuchung an, in der geprüft werden soll, inwieweit die Auseinandersetzung mit der Justiz Josef K. und Kohlhaas in Kleists "Michael Kohlhaas" verändert.
  2. Eine gestaltende Interpretation zu Schillers "Die Räuber". Die Schülerinnen und Schüler legen zunächst kurz dar, welches Bild der Leser in der vorgelegten Textstelle von Karl Moor gewinnt. Sie gehen dann von der Annahme aus, dass es nach der Verhaftung Karl Moors im Vorfeld der Gerichtsverhandlung zu einer Begegnung zwischen Ankläger und Verteidiger kommt, diese über den "Fall Moor" sprechen und dabei ihre unterschiedlichen Sichtweisen austauschen. Die Aufgabe verlangt das Gestalten dieses Dialogs.
  3. Eine literarische Erörterung bezieht sich auf folgende Aussage: "Gute Literatur zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sie etwas Bleibendes, stets Gültiges besitzt: Ungeachtet ihrer Entstehungszeit hat sie für den Leser und seine Gegenwart Bedeutung."
    Die Schülerinnen und Schüler prüfen anhand ihrer eigenen Leseerfahrung, inwieweit sie dieser Auffassung zustimmen können.
  4. Eine vergleichende Interpretation zu den Gedichten "Die Liebende" von Rainer Maria Rilke (1875-1926) und "Hingebung" von Volker Braun (geb. 1939).
  5. Analyse und Erörterung des Textes "Ein rasend flüchtiges Gut" von Detlef Esslinger (in: Süddeutsche Zeitung, 22. Dezember 2008). Die Schülerinnen und Schüler sollen zunächst die Kernaussagen des Textes herausarbeiten. Danach sollen sie, von den Ausführungen des Autors ausgehend, Möglichkeiten und Grenzen von Vertrauen in der heutigen Zeit erörtern. Alternativ dazu können die Schülerinnen und Schüler eine gestalterische Teilaufgabe wählen. Sie gehen dabei von der Annahme aus, dass die SMV ihrer Schule einen Diskussionsabend für Schülerinnen und Schüler der Kursstufe veranstaltet, überschrieben mit "Probleme unserer modernen Welt". Die Aufgabe verlangt das Verfassen einer Rede zum Thema "Vertrauen - ein Wert auf dem Prüfstand".

An den beruflichen Gymnasien konnte zwischen den nachfolgenden fünf Themen gewählt werden:

  1. Interpretation einer Textstelle aus Kafkas "Der Proceß" unter Einbeziehung der sprachlichen und erzählerischen Gestaltung. Daran schließt sich eine Untersuchung an, in der geprüft werden soll, inwieweit die Auseinandersetzung mit der Justiz Josef K. und Kohlhaas in Kleists "Michael Kohlhaas" verändert.
  2. Eine literarische Erörterung bezieht sich auf folgende Aussage: "Gute Literatur zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sie etwas Bleibendes, stets Gültiges besitzt: Ungeachtet ihrer Entstehungszeit hat sie für den Leser und seine Gegenwart Bedeutung." Die Schülerinnen und Schüler prüfen anhand ihrer eigenen Leseerfahrung, inwieweit sie dieser Auffassung zustimmen können.
  3. Eine vergleichende Interpretation zu den Gedichten "Die Liebende" von Rainer Maria Rilke (1875-1926) und "Hingebung" von Volker Braun (geb. 1939) oder eine Interpretation des Textes "Etwas zu erzählen?" von Nadja Einzmann (geb. 1974).
  4. Die Erörterung des Textes "Auf zu neuen Höhen" von Daland Segler (www.fr-online.de). Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit den Argumenten des Autors auseinander, sie untersuchen in dem Zusammenhang die sprachliche Gestaltung des Textes und erörtern - über den Text hinausgehend -, in welcher Weise das Internet die Qualität journalistischer Arbeit und damit den Meinungsbildungsprozess beeinflusst.
  5. Die Erstellung eines Essays auf der Grundlage eines vorgelegten Dossiers. Die Materialien beinhalten Texte und ein Schaubild, aus denen die Schülerinnen und Schüler einen Essay mit dem Titel "Gegen den Strom schwimmen?" verfassen.

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