Abschaffung von Kunst in der Schule? Grotesker Unsinn!
Als grotesken Unsinn hat die Behörde für Schule und Berufsbildung die Behauptungen zurückgewiesen, in Hamburg würde die Bildende Kunst als Schulfach abgeschafft. Eine Erkundigung in der Behörde hätte genügt, um zu erfahren, dass diese Behauptung jeder Grundlage entbehrt: richtig ist, dass es weiterhin Kunstunterricht geben wird.
27.01.2011 Pressemeldung Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung (BSFB)Hintergrund ist die Tatsache, dass die bislang gesetzlich fixierte Stundentafel der Primarschule der Klassen 1 bis 6 in Folge des Volksentscheids zum neuen Schuljahr nicht mehr gilt und die Stunden entsprechend auf die Grundschule und die weiterführenden Schulen aufgeteilt werden müssen. Wichtig ist die Klärung für die Schulen noch im Februar, denn ab März werben die Schulen die Lehrer für das neue Schuljahr an und dazu müssen sie verbindlich wissen, welche Fächer zu unterrichten sind. Eine Verschiebung dieser Entscheidung wie von der SPD gefordert, würde wiederum in den Schulen zu Chaos in der Lehrerplanung führen. Deshalb will die Behörde den Entwurf der Stundentafel den Gremien und Kammern noch diese Woche zur Stellungnahme vorlegen.
Bei der vorgeschlagenen Stundenaufteilung ändert sich gegenüber jetzt wenig: In der Grundschule wird auf die jahrzehntelang geübte Praxis der gemeinsamen Ausweisung aller Künste zurückgekehrt, die aber auch alle unterrichtet werden müssen (inklusive Bildende Kunst). An der bereits erfolgten Einführung von Theater als Schulfach wird ebenso festgehalten, wie an der Festschreibung der jeweils zwei Stunden Musik in Klasse 5 und 6, die auch bisher schon so geregelt war. Im Bereich der weiterführenden Schulen waren auch nach der bisherigen Stundentafel ab Klasse 7 die Künste (Musik, Theater, Bildende Kunst) Wahlpflichtfächer mit einer Mindeststundenzahl, die nicht gegen andere Fächer getauscht werden konnten.
Senator Dietrich Wersich, der selbst seit über 10 Jahren Mitglied im Förderverein der Freunde der Kunsthalle ist, sowie fast 10 Jahre als Geschäftsführer unter anderem das Altonaer Theater wieder aufgebaut hat, nimmt die Kritik gelassen: "Anstatt sich zu informieren, haben viele kluge Leute ihre Energie darin investiert, alle möglichen Mutmaßungen zu Papier zu bringen. Wenn von der bisherigen Regelung abgewichen und zukünftig in den weiterführenden Schulen jedes einzelne Fach verpflichtend gemacht werden soll, wäre das aus meiner Sicht möglich, es könnte aber bei Schulen, die hier bewusst besondere Schwerpunkte auf Kunst, Theater oder Musik setzen, auf Widerstand stoßen", so Bildungssenator Dietrich Wersich. "Aber genau zu einer solchen Klärung sind Entwürfe und die laufenden Abstimmungsprozesse da. Eine Entscheidung ist dazu noch nicht gefällt worden."
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