Rheinland-Pfalz

Ahnen: Projekt "Keine(r) ohne Abschluss" wird ausgeweitet

"Die mit der Schulstrukturreform eingeführte Realschule plus eröffnet zum einen mehr Aufstiegsmöglichkeiten und neue Wege zu höheren Bildungsabschlüssen, sie soll durch verstärkte Angebote zur individuellen Förderung aber auch dazu beitragen, die Zahl der Schulabgängerinnen und Schulabgänger ohne den Abschluss der Berufsreife weiter zu senken. Eine Maßnahme, die dazu neu gestartet wurde, ist das Projekt ,Keine(r) ohne Abschluss´. Nachdem dieses Pilotprojekt in zwei Schulen in Ransbach-Baumbach und Ramstein-Miesenbach sehr erfolgreich angelaufen ist, wird es zum kommenden Schuljahr an drei weiteren Schulen im Land realisiert." Das kündigte Bildungsministerin Doris Ahnen heute in Mainz an. Künftige neue Standorte des Projektes seien die Realschulen plus in Lauterecken/Wolfstein und in Bad Sobernheim sowie die Kooperative Gesamtschule/Realschule plus in Bad Bergzabern.

09.04.2010 Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-Pfalz

Das Projekt "Keine(r) ohne Abschluss" sieht eine intensive Förderung von jungen Leuten vor, die nach neun Schuljahren den Schulabschluss der Berufsreife (Hauptschulabschluss) noch nicht erreicht haben. Neben der Teilnahme der Jugendlichen am wöchentlichen Praxistag, einer intensiven Verknüpfung mit der Praxis in Betrieben durch längere Praktika, einer vertieften Berufsorientierung und fächerübergreifenden Projekten soll eine maximale Klassenstärke von weniger als 20 Schülerinnen und Schülern dabei helfen, dieses Ziel zu erreichen. Das Projekt ist zudem mit einem verpflichtenden Ganztagsschulangebot verknüpft.

"Der Anteil der Schulabgängerinnen und Schulabgänger aus den allgemeinbildenden Schulen ohne den Abschluss der Berufsreife ist in Rheinland-Pfalz seit dem Jahr 2000 um drei Prozentpunkte auf zuletzt 6,9 Prozent zurückgegangen. Mit dem Projekt ,Keine(r) ohne Abschluss´ soll – neben anderen Fördermaßnahmen – diese Quote weiter gesenkt werden. Im Rahmen der Ganztagsschule bieten sich dabei besonders gute Voraussetzungen, um eine an den Stärken der Schülerinnen und Schüler orientierte, individuelle Förderung umzusetzen, soziale Kompetenzen, die im Arbeitsleben erwartet werden, zu stärken und fächerspezifische Schwächen aufzuarbeiten. Wichtig ist dabei auch, dass neben Partnerbetrieben auch die Eltern der Schülerinnen und Schüler verstärkt eingebunden werden", sagte Doris Ahnen.

Den Schulleitungen und Kollegien der beiden Pilotschulen in Ransbach-Baumbach und in Ramstein-Miesenbach gebühre eine ganz besondere Anerkennung, so die Bildungsministerin. "Mit außergewöhnlichem Engagement und einem engen Zusammenwirken mit den außerschulischen Partnern wurden in beiden Pilotschulen die gesetzten Zielmarken sogar noch übertroffen. Unsere Hoffnung war, dass über dieses Angebot, mindestens 80 Prozent der Schülerinnen und Schüler die Berufsreife nachträglich erreichen und dass etwa 40 Prozent sicher oder ziemlich sicher in eine Berufsausbildung vermittelt werden können. Nach heutigem Stand werden von allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Projekts in beiden Schulen mehr als 90 Prozent den Schulabschluss schaffen und deutlich mehr als 50 Prozent haben im direkten Anschluss einen Ausbildungsplatz in Aussicht", betonte Doris Ahnen.

Auch von Seiten der Pilotschulen sowie von dem wissenschaftlichen Begleitteam des Projekts unter Leitung von Dr. Thomas Wetzstein (Universität Trier) wurde die Pilotphase des Projekts fast durchweg positiv beurteilt. "Die Jugendlichen sind offener geworden. Sie sind motivierter und zeigen Lust, ihre Kompetenzen in der Praxis zu beweisen", lautet ein Urteil aus den Schulen. Aus einem Betrieb kam die Rückmeldung, der Ausbildungsleiter sei "überrascht von der Qualität der erreichten Kompetenzen, vor allem aber von der Bereitschaft, Neues zu lernen, Leistung zu zeigen und sich als Teamplayer zu verstehen". Und das wissenschaftliche Begleitteam bescheinigte dem Projekt einen "insgesamt gelungenen Start".

Hinweise aus der wissenschaftlichen Begleitung für weitere Verbesserungen wie beispielsweise die Anregung, für eine bessere Einbindung von Eltern mit Migrationshintergrund noch stärker Informationen zu verschiedensten Themen in deren Muttersprache vorzuhalten oder an den Projekt-Standorten institutionalisierte "Coaching-Systeme" für die Lehrkräfte einzurichten, lieferten wertvolle Hinweise für die Weiterentwicklung des Projekts, hielt Bildungsministerin Ahnen fest. Sie ergänzte abschließend: "Das Projekt ,Keine(r) ohne Abschluss´ ist ein Schulentwicklungsprojekt, in dem Lehrkräfte, Schulen und Planer ständig dazulernen und das immer weiter verbessert werden kann. Ich bin überzeugt, dass die jetzt ausgewählten drei Schulen das Projekt mit einem ähnlichen Engagement umsetzen werden wie die ersten Pilotschulen, die mit ihren Erfahrungen hier zudem sicherlich helfen werden. Die bisherigen Erfolge aus der Pilotphase machen Mut, den eingeschlagenen Weg weiter fortzusetzen."


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