Saarland

Anhörung Schulstruktur: "Gemeinschaftsschule? – So nicht!"

Zur heutigen Anhörung im Bildungsausschuss, bei der es um die zukünftige Schulstrukturreform ging, erklärt der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Ulrich Commerçon:

26.05.2011 Pressemeldung Sozialdemokratische Partei Deutschlands

"Die Angehörten erklärten nahezu deckungsgleich, dass vor einer Verfassungsänderung die Rahmenbedingungen vereinbart werden müssten, um die Gemeinschaftsschule auch zum Erfolgsmodell werden zu lassen. Unisono erklärten alle Vertreter der Elternschaft – Landeselternvertretung der Gesamtschulen, der Erweiterten Realschulen, Gesamtlandeselternvertretung und Landeselterninitiative für Bildung –, der Schulstrukturreform zum jetzigen Zeitpunkt nicht zuzustimmen. Sie appellierten an die Abgeordneten, nur dann eine Verfassungsänderung mitzutragen, wenn zentrale Eckpunkte einer wirksamen Verbesserung der Schulqualität verbindlich im Gesetz geregelt würden. Dazu zählten insbesondere:

  • eine Lernkultur mit stärkerer und dokumentierter Individualisierung des Lernens,
  • ein grundlegendes pädagogisches Konzept der Gemeinschaftsschule,
  • kleinere Klassen, um der größeren Heterogenität gerecht zu werden und
  • eine ausreichende Personalisierung mit Lehrern und Sozialpädagogen.

Auch der offenbar als wissenschaftlicher ´Kronzeuge` eingeflogene Experte Dr. Ernst Rösner vom Institut für Schulentwicklungsforschung der Technischen Universität Dortmund bestätigte diese Position, indem er zwar im Grundsatz die Einführung einer Gemeinschaftsschule begrüßte, daran aber Bedingungen knüpfte, die sich als deckungsgleich mit den Forderungen der SPD bezüglich der Gleichwertigkeit der beiden ´Säulen´ herausstellten. Nur dann ergebe eine Schulstrukturreform Sinn, nur dann sei die Einführung einer Gemeinschaftsschule sinnvoll.

All dies wird durch die Planungen der Regierung nicht erfüllt. Im Gegenteil: Mit dem Begriff ´Gemeinschaftsschule´ werden Erwartungen geweckt, die nicht erfüllt werden, wenn die Rahmenbedingungen nicht gewährleistet sind.

Die Pläne der Koalition aus Jamaika plus Linke führen lediglich zur Auswechslung der Türschilder. Verbessert wird dadurch nichts. Das Fazit der Lehrer- und Elternverbände deckt sich mit der Position der SPD: ´Gemeinschaftsschule? – So nicht!´"

www.spd-fraktion-saar.de


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