Anträge für 160 neue Ganztagsschulen liegen vor – zweite Antragsrunde für 58 weitere Schulen

160 Gymnasien und Realschulen in Nordrhein-Westfalen wollen zu Ganztagsschulen ausgebaut werden. Das ist das Ergebnis der Bewerbungen zur Ganztagsoffensive der Landesregierung. "Ich freue mich, dass viele Schulträger und Schulen diese Chance nutzen. Im ersten Jahr werden wir mindestens 85 Prozent der möglichen Ganztagsschulen anbieten können. Insgesamt liegt die Abdeckung unseres Programms bereits jetzt bei drei Viertel der angebotenen Plätze. Diesen Anteil werden wir durch weitere Gespräche mit Schulen sowie eine zweite Antragsrunde weiter ausbauen. Das große Interesse zeigt, dass unser Programm bei den Schulen gut ankommt. Mit der Ganztagsoffensive werden wir das Ziel erreichen, unseren Kindern mehr Bildungschancen zu eröffnen und Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern."

16.12.2008 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen

Das Ergebnis im Einzelnen:

  • 87 Anträge kommen von Gymnasien, 73 von Realschulen. Davon befinden sich 6 Gymnasien und 4 Realschulen in Ersatzschulträgerschaft.
  • 92 Schulen wollen bereits zum 1.8.2009 den Ganztagsbetrieb aufnehmen, 68 Schulen mit Beginn des Schuljahres 2010/11.
  • Es beteiligen sich 46 der 54 Kreise und kreisfreien Städte.
  • Die meisten neuen Ganztagsschulen entstehen in Köln (17 Schulen), im Rhein-Sieg-Kreis (11 Schulen), in Bielefeld (7 Schulen) und in Düsseldorf (7 Schulen)
  • Die Anträge kommen aber nicht nur aus Ballungsräumen, sondern auch aus ländlichen Gebieten. Die Kreise Wesel und Warendorf haben z.B. jeweils 5 Anträge gestellt, die Kreise Steinfurt und Lippe jeweils 4.

Ungeachtet der noch ausstehenden Prüfung im Einzelfall erscheinen vom Grundsatz her alle Anträge als bewilligungsfähig. Barbara Sommer: "Die Gymnasien und Realschulen, die jetzt in den Ganztagsbetrieb wechseln wollen, haben gute Chancen. Alle, die die Kriterien erfüllen, kommen zum Zuge."

Die Genehmigungen sollen den Schulen von den Bezirksregierungen zeitnah zugestellt werden. Falls alle Unterlagen vollständig vorliegen, wird dies noch in diesem Jahr erfolgen. In einigen Fällen sind allerdings mit Schulträgern und Schulen noch offene Fragen zu klären. Es ist aber davon auszugehen, dass diese Klärungsprozesse bald abgeschlossen werden können. Diese Schulen erhalten ihre Rückmeldungen im Januar.

Für die 58 noch freien Plätze sind nun Nachmeldungen möglich. Dies gilt auch für diejenigen Kreise oder kreisfreien Städte, die ihr Kontingent eigentlich bereits ausgeschöpft haben. "Ich bin optimistisch, dass wir wie geplant auf 218 Schulen kommen, die in den Ganztagsbetrieb wechseln. Das zeigt, dass ein großer Bedarf nach solchen Angeboten in Nordrhein-Westfalen existiert."

Der gebundene Ganztag in der Sekundarstufe I ermöglicht den Schulen bedarfsgerechte und flexible Angebotsformen. Verpflichtend ist dabei eine Anwesenheit für alle Schülerinnen und Schüler an drei Tagen bis 15 Uhr. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, zusätzliche ergänzende und freiwillige Angebote durchführen, zum Beispiel nach 15 Uhr oder an einem vierten oder fünften Tag.

Unter der alten Landesregierung gab es für die Schülerinnen und Schüler nur eingeschränkte Ganztagsangebote in der Sekundarstufe I. Privilegiert waren hier die Gesamtschulen, die fast vollständig im Ganztagsbetrieb geführt wurden. Zwischen 1993 und 2005 wurde nur an dieser Schulform der Ganztagsbetrieb genehmigt. "Uns ist wichtig, dass Schülerinnen und Schüler aller Schulformen der Zugang zu Ganztagsangeboten ermöglicht wird. Mit dem neuen Programm verfügt Nordrhein-Westfalen nun im Bundesvergleich über die höchste Zahl von Ganztagsschulen. Wir schaffen ein flächendeckendes und bedarfsgerechtes Angebot an allen Schulformen", betonte die Schulministerin.

Flexible Möglichkeiten durch das "Geld oder Stelle"-Programm Um einen möglichst weitgehenden Ganztagsausbau zu erreichen, setzt die Landesregierung zunächst auf die gebundene Form des Ganztags. Barbara Sommer: "Da voraussichtlich spätestens nach der nächsten Antragsrunde unser Programm ausgeschöpft sein wird, soll zuerst diesem Bedarf nachgekommen werden. Nach 2010 will die Landesregierung den Ganztagsausbau bedarfsgerecht fortsetzen. Dazu werden neben gebundenen Formen auch flexible Angebote gehören."

Darüber hinaus wurden bereits jetzt Möglichkeiten geschaffen, in Halbtagsschulen zusätzliche Ganztagsangebote anzubieten. Durch das neue Programm "Geld oder Stelle" haben alle Schulen der Sekundarstufe I, die nicht am gebundenen Ganztag teilnehmen, ab dem 1. Februar 2009 Anspruch auf eine pädagogische Übermittagbetreuung. Entweder bekommen die Schulen dafür Stellenanteile oder entsprechende Geldmittel, die sie eigenständig einsetzen können. Barbara Sommer: "Mit diesen Mitteln lassen sich auch Ganztagsangebote und Arbeitsgemeinschaften durchführen."

Übersicht über die Antragslage in den Kreisen bzw. kreisfreien Städten

Gymnasium Realschule
Start 2009 Start 2010 Start 2009 Start 2010 Summe
Aachen 1 1 2
Aachen, Kreis 2 1 1 4
Bielefeld 1 2 1 3 7
Bochum 1 3 4
Bonn 1 1 1 3
Borken, Kreis 0
Bottrop 1 1
Coesfeld, Kreis 1 1 2
Dortmund 0
Duisburg 1 1 1 3
Düren, Kreis 1 1
Düsseldorf 3 2 1 1 7
Ennepe-Ruhr-Kreis 1 1 2
Erftkreis 2 2 4
Essen 1 1 1 1 4
Euskirchen, Kreis 1 1 2
Gelsenkirchen 2 3 5
Gütersloh, Kreis 2 1 2 5
Hagen 0
Hamm 1 1 2
Heinsberg, Kreis 2 2
Herford, Kreis 1 1 1 3
Herne 1 1 2
Hochsauerlandkreis 1 1
Höxter, Kreis 1 1
Kleve, Kreis 1 1
Köln 5 4 5 3 17
Krefeld 1 1 1 3
Leverkusen 1 1 2
Lippe 1 1 1 1 4
Märkischer Kreis 0
Mettmann, Kreis 4 1 3 1 9
Minden-Lübbecke 1 1 1 3
Mönchengladbach 1 2 1 4
Mülheim 1 1 2
Münster 1 1 2
Neuss, Kreis 1 2 1 1 5
Oberberg. Kreis 1 1 2
Oberhausen 1 1
Olpe, Kreis 0
Paderborn, Kreis 2 2
Recklinghausen, Kreis 2 2
Remscheid 0
Rhein-Berg. Kreis 1 1
Rhein-Sieg-Kreis 5 2 2 2 11
Siegen-Wittgenstein 1 1
Soest, Kreis 1 1 2
Solingen 1 1 1 3
Steinfurt, Kreis 2 2 4
Unna, Kreis 0
Viersen, Kreis 1 1 2
Warendorf, Kreis 1 1 1 2 5
Wesel, Kreis 1 1 2 1 5
Wuppertal 0

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