Apps sind per se weder gut noch schlecht
Was genau ist ein sinnvoller Einsatz von Apps? Und woran erkennt man eine gute App? Teachtoday sprach mit Silke Ladel über die Bedeutung und die Chancen von Apps im Bildungsbereich.
27.07.2016 Bundesweit Pressemeldung TeachtodayApps können den Alltag erleichtern. Auch den Alltag von Silke Ladel. Die Professorin für Didaktik der Primarstufe mit dem Schwerpunkt Mathematik sucht mit ihnen die passenden Zug- und Busverbindungen, orientiert sich in fremden Städten und nutzt Applikationen, um zeit- und ortsunabhängig mit Freunden, Familie und Kollegen in Kontakt zu bleiben.
Natürlich finden sich auf Ihrem Handy auch viele Apps, die einen Bezug zu ihrer Arbeit haben, etwa solche die mathematische Lehr- und Lernprozesse unterstützen sollen. In wieweit diese Apps das wirklich können, prüft die Fachdidaktikerin: Es ist eine ihrer Aufgaben im beruflichen Alltag. Sie untersucht die Smartphone-Programme auf ihre Eignung im Bildungsbereich. Dabei ist es für Silke Ladel nicht immer leicht zu erkennen, welche App wirklich gut ist. „Oft ist dazu ein längeres Erkunden und insbesondere Studieren des Umgangs von Kindern mit der jeweiligen App notwendig und manchmal hält sie Überraschungen bereit“, meint Frau Ladel.
Instant Messaging für die Hausaufgaben oder die Wetter-App im Erdkunde-Unterricht: Manchmal erschließen sich die Potentiale von Apps erst auf den zweiten Blick. Und für Silke Ladel bringen „je nach Fach Apps viele weitere Potenziale mit sich, wie z.B. in der Mathematik die automatische Verknüpfung verschiedener Features, die für ein besseres Verständnis mathematischer Inhalte sorgen kann.”
Dabei betont sie vor allem die Vorbildfunktion von Fachkräften und Eltern in der kompetenten Nutzung von Apps: „Neben der wichtigen Vorbildfunktion ist es ihre Aufgabe, gemeinsam mit den Kindern über die sinnvolle Nutzung von guten Apps zu sprechen und Positivbeispiele aufzuzeigen.”
Verbote, wie zum Beispiel der Ausschluss von Handys aus der Schule, helfen dagegen wenig weiter. „Ohne Hardware kann die Software nicht genutzt werden. Verbote haben noch nie geholfen.” Denn „gute Apps in der Hand einer fachlich, fachdidaktisch und mediendidaktisch kompetenten Lehrperson haben das Potenzial, in gute Lernkonzepte integriert zu werden und diese weiter zu entwickeln.”
Der App-Ratgeber auf Teachtoday
Das gesamte Interview mit Silke Ladel und das kompakte Themendossier „App-Ratgeber“ finden Sie auf www.teachtoday.de. Im Mittelpunkt des Ratgebers stehen die Themen Nutzungskosten, Datenschutz und Altersempfehlungen.
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