Arbeit statt MehrArbeit
"Arbeit statt MehrArbeit" – auf diesen kurzen Nenner bringt Landesvorsitzender Bernd Karst die Forderungen des Verbandes Deutscher Realschullehrer (VDR) zum Schuljahresbeginn an die Landesregierung.
08.08.2012 Pressemeldung Verband Reale BildungArbeit gäbe es genug für die zahlreichen Absolventen der Studienseminare, die bei der Vergabe der wenigen Planstellen auch in diesem Jahr leer ausgehen. Bei der Lehrerversorgung der Schulen kalkuliert die Schulbehörde schon von Anfang an Defizite bis zu 4 % ein. Der Unterrichtsaufall wäre sogar noch höher, würde man nicht durch Zeitverträge mit kurzer Laufzeit die schlimmsten Löcher stopfen. Diese Zeitverträge lehnt der VDR ab, weil sie für die Betroffenen unsozial und für einen kontinuierlichen Unterricht problematisch sind.
Mehr Arbeit müssen dagegen die Lehrkräfte an Realschulen plus und Integrierten Gesamtschulen schultern, denn sie tragen die Hauptlast der 2009 begonnen Schulstrukturreform. Die Erziehungsarbeit nimmt immer mehr Raum ein und erfordert mehr Kooperation, Absprache und Beratung. Daneben gilt es, den fachlichen Anspruch aufrecht zu erhalten, damit die Schülerinnen und Schüler mit ihrem Schulabschluss auf dem Arbeitsmarkt bestehen können. Die Arbeits- und Rahmenbedingungen wurden dieser Entwicklung aber bisher nicht angepasst.
Eine zentrale Forderung des VDR ist, die allgemeine Unterrichtsverpflichtung der Lehrkräfte in den kommenden Jahren schrittweise auf 24 Lehrerwochenstunden zu reduzieren. Mit dem demografischen Gewinn wie auch mit der hohen Zahl der Lehramtsanwärter kann die Umsetzung der Maßnahme zeitnah gelingen. Das Ministerium müsste dafür nur auf die Streichung von ca. 950 Lehrerstellen verzichten.
Die Realschulen plus erleben beim Übergang von der Orientierungsstufe in die Klasse 7 eine Erhöhung der Klassenmesszahl von 25 auf 30 Schüler, was zur Zusammenlegung von Klassen führen kann. Gerade in der erzieherisch schwierigen Pubertätsphase sind aber kleine Kassen Voraussetzung für eine individuelle Förderung. "Keine Klasse bzw. kein Kurs darf im Realschulbildungsgang mehr als 25 Schüler und im Berufsreife-Bildungsgang mehr als 20 Schüler haben", verlangt VDR-Chef Bernd Karst nachdrücklich.
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