Armut = Bildungsarmut
Vor der morgigen Sitzung des Landtages, in der die Fraktionen Anträge zur Bekämpfung von Kinderarmut beraten, hat die Landeselterninitiative für Bildung auf den Zusammenhang zwischen sozialer Situation und Bildungschancen hingewiesen.
30.10.2007 Saarland Pressemeldung Landeselterninitiative für Bildung e.V.Die Politik müsse das Recht der Kinder auf gleiche Chancen endlich verwirklichen und den Bildungshaushalt deutlich nachbessern. Solange haushaltstechnisch etwa Beton als Investition und damit als kreditwürdig gilt, aber die Finanzierung von Bildung und Erziehung als Haushaltsbelastung behandelt wird, fehlt ihnen der notwendige Stellenwert. Der in der vergangenen Woche von Sozialforschern vorgelegte "Kinderreport" (des Meinungsforschungsinstituts TNS Infratest Sozialforschung, erstellt für das christliche Hilfswerk Worldvision) zeige auf, wie nachhaltig wirksam bereits im Kindesalter die sozialen Unterschiede sind und wie maßgeblich die soziale Herkunft den Alltag prägt.
Kinder haben je nach Schichtzugehörigkeit unterschiedliche Gestaltungsspielräume. Die schlechteren Startchancen von Kindern aus den unteren Herkunftsschichten durchziehen alle Lebensbereiche und wirken wie ein Teufelskreis. Armutsrisiken und fehlende Ressourcen werden als Belastungen erlebt und schränken Teilhabemöglichkeiten ein: in der Familie, die durch materiellen Druck und existenzielle Sorgen häufig überfordert ist; in der Schule, in der meist die Zeit und die Möglichkeiten für eine individuelle Förderung zum Ausgleich von Nachteilen fehlt, sowie im Wohnumfeld oder bei der Freizeitgestaltung.
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