Ausbau der Profilbildung und Begabtenförderung steht im Vordergrund
Die Begabtenförderung wird zu einem festen Bestandteil der Berliner Bildungslandschaft. Gemeinsam mit den beteiligten Gymnasien leitete der Senator für Bildung, Wissenschaft und Forschung, Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner, eine strategische Neuausrichtung des Schulversuchs zur Individualisierung des gymnasialen Bildungsgangs (Schnellläufer) ein.
05.11.2010 Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und ForschungDer Schulversuch zur Förderung besonders Begabter startete 1993 mit einer verkürzten Gymnasialzeit. Durch die allgemeine Herabsetzung der Schulzeit von 13 auf 12 Jahre verkürzte sich der besondere Bildungsgang um ein weiteres Jahr auf 11 Schulbesuchsjahre (sieben Gymnasialjahre).
Vor dem Hintergrund einer wachsenden Zurückhaltung von Eltern und Schülern, am Schulversuch zur Individualisierung des gymnasialen Bildungsgangs teilzunehmen, sah sich die Senatsbildungsverwaltung in Abstimmung mit den beteiligten Schulen zu einer Anpassung und Neuausrichtung des Schulversuchs veranlasst. Mit den nun getroffenen Verabredungen zur Neuausrichtung gehen die Beteiligten wieder von einer ansteigenden Resonanz und Akzeptanz aus. "Die jetzt geschaffene Öffnung innerhalb des Schulversuchs gibt den Schulen und Eltern eine sinnvolle und notwendige Entscheidungsfreiheit für die Planung der Bildungskarrieren der Schülerinnen und Schüler", so Bildungssenator Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner.
Die Neustrukturierung umfasst im Wesentlichen drei Strukturvarianten:
- Die Schulen haben die Möglichkeit, durch eine mathematisch-naturwissenschaftliche bzw. bilinguale Profilbildung die besondere Begabung der Schülerinnen und Schüler gezielt zu fördern. Diese Profilierung ist auf acht Jahre angelegt. Das Angebot gilt für jeweils eine Klasse.
- Alternativ zu dieser Möglichkeit können die Schulen an der bisherigen Schnellläuferform als siebenjähriges Angebot bis 2012/13 (letztmalige Aufnahme) festhalten.
- Zusätzlich gibt es ein neues Angebot für Intensivlerner, die Gymnasialzeit auf acht Jahre zu erweitern und mit zusätzlichen Angeboten (Enrichment) anzureichern. Die Enrichmentangebote umfassen vielfältige Anregungsmöglichkeiten entsprechend den einzelnen Begabungen.
Diese Bildungsgänge beginnen mit der 5. Jahrgangsstufe.
Nach derzeitigem Gesprächsstand werden von den 13 Schulstandorten
- drei Schulen noch ein Jahr im verkürzten Schulversuch verbleiben, um in diesem Jahr ihr neues Profil auszuarbeiten, welches ab 2013/14 angeboten werden soll;
- zwei Standorte ein mathematisch-naturwissenschaftliches Profil anbieten, ein Standort entscheidet sich für eine musische Ausrichtung mit dem Schwerpunkt Musik;
- sieben Standorte die Förderung besonders Begabter in der neuen Form der Umstrukturierung (Enrichment) anbieten.
Darüber hinaus wird sichergestellt, dass in die Spezialklassen im Rahmen des Enrichmentangebots ausschließlich Schülerinnen und Schüler mit besonderer Begabung aufgenommen werden. Zum Aufnahmeverfahren gehören neben den ausführlichen Aufnahmegesprächen die Noten der Grundschule (Halbjahreszeugnis 4. Jg.), das Empfehlungsschreiben der Grundschule und der verbindliche zentrale Aufnahmetest, der zwei Intelligenztests umfasst. Von den insgesamt erreichbaren 20 Punkten müssen Begabungs- und Leistungsnachweise sowohl aus dem Grundschulbereich als auch aus der Testung mit mindestens jeweils fünf Punkten erbracht werden.
Die zukünftigen Profilklassen richten sich bei der Schüleraufnahme nach den für ihr Profil üblichen Bedingungen.
"Die neue Angebotsvielfalt zur Begabtenförderung an den ehemaligen Schnellläufer-Gymnasien berücksichtigt stärker neigungsorientiertes Arbeiten der Schülerinnen und Schüler. Wer schnell lernt, soll mit zusätzlichen Angeboten intensiv gefördert werden. Wer eine besondere Neigung hat, kann durch die spezielle Profilausrichtung der Schulen seine Interessen berücksichtigt finden. Mit den neuen Aufnahmekriterien stellen wir sicher, dass wir für die kleine Gruppe der besonders Begabten ein spezielles Angebot vorhalten. Die Verteilung der Standorte sichert langfristig ein flächendeckendes Angebot für die Stadt. Diese Weiterentwicklung macht die Begabtenförderung zu einem festen Bestandteil der Berliner Bildungslandschaft", so Bildungssenator Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner.
Schulen des Schulversuchs
Rosa-Luxemburg Oberschule
Alexander-von-Humboldt-Schule
Otto-Nagel-Gymnasium
Werner-von-Siemens-Oberschule
Emmy-Noether-Schule
Käthe-Kollwitz-Oberschule
Lessing-Gymnasium
Albrecht-Dürer-Schule
Freiherr-vom-Stein-Schule
Melanchthon-Schule
Hildegard-Wegscheider-Oberschule
Dathe-Oberschule
Primo-Levi-Schule
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