Ausgaben für Forschung und Entwicklung so hoch wie in keinem anderen Bundesland

"Die statistischen Zahlen zum Thema Forschung und Entwicklung zeigen, dass Baden-Württemberg nicht nur eine der forschungsintensivsten Regionen in der Europäischen Union ist. Auch die Hochschulausbildung ist qualitativ gut und für Studierende aus dem In- und Ausland attraktiv. Seit mehreren Semestern verzeichnen wir die höchsten Studienanfängerzahlen in der Geschichte Baden-Württembergs, und alles deutet darauf hin, dass sich zum kommenden Wintersemester ein neuer Rekord einstellen wird.

20.09.2004 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

Angesichts dieser Nachfrage ist es undenkbar, dass die Gesamtzahl der Studienplätze im Land abgebaut wird. Denkbar wären allenfalls eine Verlagerungen." Dies erklärte Wissenschaftsminister Prof. Dr. Peter Frankenberg am 20. September vor Medienvertretern in Stuttgart. Bei der Pressekonferenz wurden gemeinsam mit dem Statistischen Landesamt der Forschungs- und Entwicklungsmonitor (FuE-Monitor) für Baden-Württemberg sowie der erstmals berechnete Innovationsindex vorgestellt (vgl. auch Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg vom 20.9., www.statistik.baden-wuerttemberg.de/).

Minister Frankenberg stellte heraus, dass die Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) sowie der Personalbestand auf diesem Gebiet in keinem Land der Bundesrepublik so groß seien wie in Baden-Württemberg. "Hier wurden in den Forschungsstätten der Wirtschaft, an den Hochschulen und in den außeruniversitären Forschungseinrichtungen im Jahr 2001 fast zwölf Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung ausgegeben und fast 100.000 Personen beschäftigt", sagte er. Auf Baden-Württemberg entfalle mehr als ein Fünftel der bundesweiten FuE-Ressourcen (23 Prozent der Ausgaben und 21 Prozent des Personals). Bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP) beliefen sich die FuE-Ausgaben im Land auf 3,9 Prozent. "Damit liegt Baden-Württemberg weit über dem Bundesdurchschnitt von 2,5 Prozent und an zweiter Stelle hinter Berlin." Der Minister wies darauf hin, dass Berlins höherer Quotient von 4,2 Prozent allerdings vor dem Hintergrund eines vergleichsweise niedrigen Bruttoinlandsprodukts zu sehen sei.

"Selbst im Vergleich mit bedeutenden High-Tech-Produzenten wie Japan (3,1 Prozent) und den USA (2,7 Prozent) ist Baden-Württemberg hervorragend positioniert. In der Europäischen Union gibt es außer Schweden (4,3 Prozent) und eben Berlin keine Region, die eine höhere FuE-Intensität aufweist." Der Großteil der FuE-Aufwendungen in Baden-Württemberg entfalle auf den Wirtschaftssektor. Doch könnten sich auch entsprechende Leistungen der Landeshochschulen im Ländervergleich sehen lassen. Sie bestritten 15 Prozent der FuE-Ausgaben aller Hochschulen in Deutschland. An den FuE-Ausgaben der staatlichen Forschungseinrichtungen außerhalb der Hochschulen sei Baden-Württemberg mit 17,5 Prozent beteiligt. Beide Anteile lägen über der Referenzgröße von 12,8 Prozent, die sich aus der Einwohnerzahl des Landes ergebe.

"Diese Zahlen unterstreichen die hohe Innovationskraft der baden-württembergi-schen Wirtschaft und belegen das Vertrauen der Unternehmen in den Forschungsstandort Baden-Württemberg", betonte der Minister. Er stellte heraus, dass die Unternehmen wichtige Impulse von den an den Hochschulen und Forschungseinrichtungen gewonnenen Forschungsergebnissen erhielten. Es sei entscheidend, den Wissenstransfer und damit die Umsetzung neuer Erkenntnisse in marktfähige Produkte zu beschleunigen und somit den Wissensvorsprung, den Forschung und Entwicklung lieferten, in Beschäftigung und wirtschaftlichen Erfolg umzusetzen.

Minister Frankenberg unterstrich in diesem Zusammenhang auch die Bedeutung der Studierendenzahlen. "Spitzenpositionen in Forschung und Technologie sind auf Dauer nur zu halten, wenn Hochschulabsolventen nicht nur in exzellenter Qualität, sondern auch in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen. Es ist erfreulich, dass die Schülerinnen und Schüler erkannt haben, dass ein Studium an einer Hochschule oder Berufsakademie die besten Voraussetzungen für eine berufliche Zukunft in der modernen Wissensgesellschaft bietet." Als Gründe für die gestiegenen Studienanfängerzahlen nannte Frankenberg zum Einen die Demographie: Die Zahl der Schulabgänger mit Studienberechtigung sei seit einem Tiefstand Mitte der 90-er Jahre wieder angestiegen und werde bis zum Jahr 2010 kontinuierlich weiter steigen. Ganz generell müsse für den bis zum Jahr 2020 verlässlich überschaubaren Zeitraum mit höheren Studierendenzahlen als heute gerechnet werden. Neben der demographischen Entwicklung gebe es dafür aber auch andere Gründe: "Die Studierneigung, also der Anteil der Studienberechtigten, der tatsächlich ein Studium aufnimmt, steigt wieder spürbar an", so der Minister. Diese Studierneigung sei in den 90-er Jahren auf unter 60 Prozent gesunken und habe mittlerweile die 80-Prozent-Marke wieder überstiegen. Bemerkenswert sei auch der große Anteil ausländischer Studierender. "15 Prozent der Studierenden aus unseren Hochschulen sind Ausländer. Die Hochschulen des Landes haben damit die höchsten Ausländeranteile in Deutschland."

Frankenberg: "Die Leistungsfähigkeit und der gute Ruf der Landeshochschulen bieten Chance und Herausforderung zugleich. Sie ziehen Studienbewerber aus dem In- und Ausland an. Die Absolventinnen und Absolventen tragen dazu bei, die Spitzenposition Baden-Württembergs als Innovations- und Forschungsstandort zu halten. Notwendig sind aber auch finanzielle und strukturelle Maßnahmen, damit die Hochschulen der zunehmenden Nachfrage nach Ausbildungsleistungen gerecht werden. Das bedeutet vor allem auch, dass wir zusätzliche Finanzierungsquellen erschließen müssen."


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