Baden-Württemberg verschenkt Bildungschancen
Die Bildungsgewerkschaft GEW macht sich für eine sofortige Umsetzung des Orientierungsplans und schnelle Investitionen in Krippen, KiTas und Grundschulen stark. "Es ist ein Alarmsignal, wenn 61 Prozent der Kinder mit Migrationshintergrund in der dritten Grundschulklasse nicht die Mindeststandards in Deutsch erreichen. Baden-Württemberg geht fahrlässig mit den Bildungschancen seiner Kinder um. Wir brauchen schnell in den KiTas kleinere Gruppen und besser bezahlte Erzieherinnen und Erzieher sowie einen Ausbau der Ganztagsgrundschulen und mehr Pädagogische Assistentinnen und Assistenten in den Grundschulen", sagte am Mittwoch (03.08.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) nach der Vorstellung des Bildungsberichts 2011 für Baden-Württemberg.
03.08.2011 Pressemeldung GEW Baden-WürttembergDie GEW erwartet, dass die Landesregierung, die kommunalen Spitzenverbände und die KiTa-Trägerverbände im September ein Konzept zur verbindlichen Umsetzung des Orientierungsplans vorlegen. Dazu gehöre ein ganzheitliches Konzept für die Kinder von der Geburt bis zur Einschulung "Im Interesse der Kinder muss der Verteilungskampf zwischen Land, Kommunen und Trägerverbänden der Vergangenheit angehören. Alle sind in der Pflicht, deutlich mehr zu investieren", sagte Moritz.
Die GEW-Chefin empfiehlt den 400-seitigen Bildungsbericht Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Finanzminister Nils Schmid als Urlaubslektüre. "Nach der Lektüre des Bildungsberichts weiß jeder, vor welchen großen Aufgaben Baden-Württemberg in den nächsten Jahren steht. Nicht umsonst hat die schwarz-gelbe Landesregierung Untersuchungsergebnisse vor den Landtagswahlen in der untersten Schublade versteckt. Wer die Bildungschancen verbessern und dem Facharbeitermangel begegnen will, darf in den nächsten Jahren nicht auf Kosten der Jüngsten im Land sparen, sondern muss mehr in KiTas, Schulen und Hochschulen investieren", sagte Moritz.
Weitere Informationen: www.gew-bw.de
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