Bayerischer Realschullehrerverband fordert: Realschulen brauchen mehr Lehrer
Der Bayerische Realschullehrerverband (brlv) sieht in den insgesamt positiven Umfrageergebnissen des Kultusministeriums eine gewisse Entlastung bei den Grundschulen, verweist aber auf die diesjährigen hohen Übertrittszahlen an die Realschulen. "Der erneute Rekordzuwachs von rund 3 500 Schülern dokumentiert die unverändert hohe gesellschaftliche Akzeptanz der Schulart, verlangt allerdings auch Konsequenzen hinsichtlich einer Aufstockung der Lehrerstellen an den Realschulen", sagte der Verbandsvorsitzende Anton Huber. Nach den Berechnungen des brlv benötigt der Realschulbereich mindestens 310 zusätzliche Stellen, um wenigstens den aktuellen Stand einer nur mäßigen Grundversorgung sicher zu stellen.
14.06.2010 Pressemeldung Verband Reale BildungNur logisch sei es, die zusätzlichen Planstellen an diejenige Schulart zu geben, die ohnehin am schlechtesten versorgt ist und den größten Schülerzuwachs hat, begründete Huber seine Forderung. Mehr Lehrkräfte wären auch aus pädagogischen Gründen erforderlich, um qualitätsorientierte Bildung und individuelle Förderung zu gewährleisten. Dies werde von der Politik immer wieder in Aussicht gestellt und von Eltern und Schülern zu Recht erwartet. "Die personelle Unterversorgung der Realschulen muss auch deshalb gestoppt werden", betont Huber. Er erinnert daran, dass die Realschulen nach wie vor die höchsten Klassenstärken haben und hier bisher eine Verbesserung "eher im Schneckentempo" erfolgt sei.
Verärgert zeigte sich der Verbandsvorsitzende über die erneut starke Differenz der tatsächlichen Anmeldezahlen zur amtlichen Prognose in der Landesamtsstatistik 2008, die sogar von einer Schülerabnahme an den Realschulen von 100 Schülern ausgeht. "Die darauf basierende Planstellenberechnung benachteiligt die Realschulen, weil sie kurzfristige politische Entscheidungen nicht berücksichtigen kann." sagte Huber.
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