Modellprojekt

Berlin macht gegen Diskriminierung an Schulen mobil

Anlässlich der Auftaktveranstaltung "Neuköllner Schulen: aktiv gegen Diskriminierung" hat LIFE e.V. in Kooperation mit der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft und dem Bezirksamt Neukölln das neue Modellprojekt Anlaufstelle Diskriminierungsschutz an Schulen (ADAS) vorgestellt.

08.01.2016 Berlin Pressemeldung Pressestelle Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft (bis 11/16)

"Mit dem Modellvorhaben wird nach Möglichkeiten gesucht, um Formen von Diskriminierung zu erfassen und Handlungsempfehlungen zu entwickeln. Es besteht durch das Projekt die große Chance, sowohl vorhandene Ansätze des Diskriminierungsschutzes bekannt zu machen als auch bedürfnisgerechte Lösungsstrategien abzuleiten. Ich freue mich, dass das Aktionsbündnis zum Diskriminierungsschutz an Neuköllner Schulen gegründet wird und damit das angestrebte Ziel einer diskriminierungsfreien Schule voranbringt", so Bildungssenatorin Sandra Scheeres.

"Gerade in einem Bezirk wie Neukölln, der wie kaum ein anderer von Zuwanderung und dem Zusammenleben unterschiedlichster Ethnien geprägt ist, ist es wichtig, jeden Tag neu für ein friedliches Zusammenleben und gegen Diskriminierung einzutreten. Dies gilt insbesondere an den 60 Schulen im Bezirk, wo teilweise über 90 % der Schülerinnen und Schüler einen Migrationshintergrund haben. Deshalb unterstützt das Bezirksamt das Modellprojekt zum Aufbau einer lokalen Antidiskriminierungsstelle. Diskriminierung muss für alle Beteiligten erkennbar gemacht werden, um ihr konsequent entgegentreten zu können. Die Schule ist für alle Heranwachsenden der über viele Jahre prägendste Erfahrungsraum. An diesem Ort diskriminierungsfrei lernen zu können, sollte ein selbstverständliches Ziel sein, dem sich alle stellen", so Bezirksbürgermeisterin Dr. Franziska Giffey.

Studien zeigen: Diskriminierung gehört leider zum schulischen Alltag in Berlin und ist ein ernstzunehmendes Problem. Präventionsmaßnahmen wie Sensibilisierungstrainings reichen nicht aus, Diskriminierung zu verhindern. Für einen diskriminierungsfreien Schulalltag ist daher ein zusätzliches Beschwerde- und Schlichtungsmanagement nötig, das den betroffenen Personen im Ernstfall zur Seite steht. Dies wird auch von der Fachöffentlichkeit wie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes seit langem gefordert.

LIFE e.V. greift diesen Bedarf auf und wird in den folgenden zwei Jahren modellhaft eine unabhängige Anlauf- und Beschwerdestelle aufbauen, an die sich Betroffene wenden können. Parallel dazu wird in Neukölln in Kooperation mit dem Bezirksamt und der Schulaufsicht exemplarisch ein schulinternes Beschwerdemanagement entwickelt und erprobt werden. Aktive Eltern, Schüler/innen und zivilgesellschaftliche Akteur/innen vor Ort sind eingeladen, sich dem in diesem Rahmen gestarteten Aktionsbündnis zum Diskriminierungsschutz an Neuköllner Schulen anzuschließen. "Mit unserem Angebot wollen wir sicherstellen, dass auch an Schulen ein qualifiziertes Beschwerdemanagement gewährleistet ist, wie es im Erwerbsleben teilweise schon der Fall ist. Die Häufigkeit der Diskriminierungserfahrungen im Schulalltag macht dies umso notwendiger", sagt Aliyeh Yegane, Projektleiterin im Projekt "Anlaufstelle für Diskriminierungsschutz an Schulen" (ADAS) bei LIFE e.V.


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