Berliner Schulen beim Deutschen eTwinning-Preis 2009 ganz vorne

Europaweit leisten derzeit über 60.000 Schulen im Rahmen des EU-geförderten Programms eTwinning innovative Projektarbeit mit digitalen Medien. Der Deutsche eTwinning-Preis ist in diesem Jahr erstmals vergeben worden: Auf der Nationalen eTwinning-Konferenz in Köln wurde das interkulturelle Möbelprojekt der Marcel-Breuer-Schule mit dem 1. Platz ausgezeichnet. Die Schule am Pappelhof erzielte mit ihrem "Wunderbaum"-Projekt den 2. Platz.

23.09.2009 Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung

Die Freude war groß bei den Berufsschülerinnen und -schülern der Marcel-Breuer-Schule aus Berlin-Weißensee. Gemeinsam mit ihren Partnerklassen aus Ungarn, Polen und der Slowakei haben sie acht Lernmodule im Fachbereich Möbeldesign entwickelt und damit die Expertenjury überzeugt: Beim Deutschen eTwinning-Preis haben sie in der Alterskategorie 16-21 den 1. Platz erzielt. "Interkulturelle Lernaspekte spielen an vielen europäischen Berufsschulen nur eine untergeordnete Rolle", sagt Franz-Ferdinand Mersch, Lehrer und eTwinning-Projektleiter an der Marcel-Breuer-Schule. Die Jungdesigner haben ein europäisch ausgerichtetes Bildungskonzept im Bereich Möbeldesign entwickelt und gestalterische nationale und regionale Designstandards verglichen. Ein gemeinsamer Möbelentwurf wurde erarbeitet, der im Anschluss auch gebaut wurde. Auf der europäischen Plattform www.etwinning.net haben die eTwinning-Partner eine virtuelle Werkstatt eingerichtet und projektbezogene Skizzen, Entwürfe und grafische Darstellungen ausgetauscht.

So viel pädagogische Innovation und Kreativität im Einsatz von digitalen Medien hat die Jury begeistert. "Die Schülerinnen und Schüler haben die Gelegenheit, den Design- und Konstruktionsprozess selbsttätig zu gestalten. Die Fähigkeiten der Selbstorganisation werden unterstützt und Designvorstellungen in einem anderen interkulturellen Kontext bestimmt", sagt Prof. Dr. Hugo Kremer von der Uni Paderborn. Die Lernmodule der Preisträger stehen der Marcel-Breuer-Schule für die nachfolgenden Designklassen zur Verfügung.

Einfach und lebendig ist das Projekt "My very special wondertree"der Schülerinnen und Schüler der Schule am Pappelhof aus Berlin-Biesdorf, die damit in der Alterskategorie 4-11 den 2. Platz belegten. Alle beteiligten Kinder sind Schülerinnen und Schüler mit besonderem Förderbedarf. Titel und Thema der 10 Partnerklassen aus Deutschland, Polen, Estland, Rumänien, Portugal, Belgien und England ist der Baum. Jeweils einen haben die Schülerinnen und Schüler pro Schule mithilfe des Computers bearbeitet und dann in einem Wiki über www.etwinning.net den Partnerschulen vorgestellt. "Wir haben uns als Wunderbaum die Pappel ausgesucht und Fotos von den Pappeln auf unserem Schulhof bearbeitet", sagt Heike Kroll, Lehrerin und eTwinning-Projektleiterin der Schule am Pappelhof. Ein gesamtes Schulhalbjahr haben die Berliner sich Zeit genommen, um an ihrem eTwinning-Projekt zu arbeiten und das Wissen der Schüler über einheimische Bäume zu festigen.

"Das Projekt besticht durch die Einfachheit der Idee. Bäume sind universell von Interesse, haben eine lebenswichtige Bedeutung und werden in allen Kulturen hochgeschätzt. Die Kinder können sie mit allen Sinnen wahrnehmen, eine Beziehung zu ihnen aufbauen und sie stoßen auf eine ganze Reihe von bedeutsamen Fragen", sagt Prof. Angelika Speck-Hamdan von der Ludwig-Maximilians-Universität München. Das Projekt hat die Neugier der Kinder angeregt und sie erfahren lassen, wie sie mit dem Computer kreativ umgehen können.

Für die Gewinnerschulen sponsert die Firma SMART Technologies interaktive Whiteboards mit integriertem Beamer. In drei Alterskategorien kürte eine Expertenjury die jeweils drei besten Projekte. Zur Auswahl standen die Preisträger des eTwinning-Qualitätssiegels, das am Tag zuvor bei einer festlichen Abendveranstaltung in Köln verliehen wurde.

Mehr zu den Gewinnern des Deutschen eTwinning-Preises erfahren Sie unter www.etwinning.de/mitmachen/termine/view/128.php


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