Bewegung in der Schulpolitik?
"Mit ihrer Reaktion auf den Bonner Antrag zur Errichtung einer Sekundarschule zeigt die Landesregierung, dass sie vielen Ansätzen aus dem VBE-Konzept der Allgemeinen Sekundarschule offensichtlich positiv gegenübersteht. " Für den VBE-Landesvorsitzenden Udo Beckmann zeigen sich hierin kleine Schritte der Veränderung.
11.01.2008 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRWAb dem kommenden Schuljahr wird es in Bonn eine so genannte profilierte Hauptschule mit neuer innerer Struktur geben. Die hier angemeldeten Kinder werden bis einschließlich Klasse 8 gemeinsam lernen. Sie können zwischen den Profilen "Sprache" und "Naturwissenschaften/Technik" wählen. Es wird also ausschließlich nach Neigung und nicht – wie sonst auch an Hauptschulen üblich – nach Leistung differenziert.
"Der VBE sieht hierin einen ersten Schritt auf dem Weg zum längeren gemeinsamen Lernen", so Udo Beckmann, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft VBE NRW. "Allerdings geht das Konzept der Schule nur auf, wenn auch tatsächlich Kinder mit unterschiedlichen Neigungen und Voraussetzungen an dieser Schule zusammenkommen."
An der geplanten Bonner Schule sollen die Schülerinnen und Schüler mehr als eine Fremdsprache belegen können. Das ist im Sinne der Durchlässigkeit ein Ansatz, der auf alle Hauptschulen des Landes übertragen werden müsste. Es bietet sich an, für Kinder mit Migrationsgeschichte die Muttersprache als zweite Fremdsprache anzubieten.
"Dass im Gymnasium in der sechsten Klasse das Erlernen der zweiten Fremdsprache beginnt, behindert die Durchlässigkeit zwischen Hauptschule und Gymnasium ganz erheblich", so Beckmann. "Die Kinder können mit Beginn der Klasse 6 nicht mehr von der Hauptschule zum Gymnasium wechseln."
Die Hauptschulen sind aber verpflichtet, mit jedem Halbjahreszeugnis zu prüfen, welche Schülerinnen und Schüler in einen anspruchsvolleren Bildungsgang wechseln können. Einem Hauptschullehrer hilft aber die Erkenntnis, dass ein Schüler der 7. Klasse zum Gymnasium wechseln könnte, nicht weiter, weil diesem die zweite Fremdsprache fehlt.
"Es bleibt abzuwarten, ob die Bonner Eltern die neue Schule als Alternative zu der ursprünglich gewünschten vierten Gesamtschule akzeptieren werden", so Beckmann. "Letzten Endes wird sich der Elternwille so oder so durchsetzen."
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