Klimastreik

Schulpflicht ist eine demokratische Errungenschaft

Der Bundesvorsitzende des Deutschen Realschullehrerverbands (VDR), Jürgen Böhm, nimmt zu den geplanten „Klimastreiks“ für Schülerinnen und Schüler klar Stellung: „Umwelterziehung und Klimaschutz sind feste Bestandteile eines zukunftsorientierten und modernen Unterrichts."

19.09.2019 Bundesweit Pressemeldung Verband Deutscher Realschullehrer
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Jürgen Böhm: „Die jungen Menschen müssen gerade in der Schule erfahren, wie wir unsere natürlichen Lebensgrundlagen erhalten und aktiv schützen können. Ein sogenannter Streik während der Unterrichtszeit gehört jedoch sicher nicht zu den geeigneten Maßnahmen.“

Dass Umweltschutz und Klimawandel zentrale Themen sind, die gerade die junge Generation bewegt, sei unbestritten. Lehrkräfte müssen genau diese Themen in verschiedenen pädagogischen, methodischen und didaktischen Formaten aufgreifen und den Jugendlichen vielfältige Inhalte und Lösungsmöglichkeiten darstellen. Dies hätte im Unterricht während der Schulzeit geschehen. „Wie die jungen Menschen ihre Meinung im Hinblick auf Umwelt außerhalb der Unterrichtszeit zeigen, ist ihre persönliche Angelegenheit. Aber die Schulpflicht, besser das Recht auf Bildung, darf durch solche Aktionen nicht aufgeweicht werden“, bekräftigt Böhm. Außerdem sei der Begriff eines ‚Streiks‘ ohnehin zu hinterfragen, da dieser genauen Regeln der Tarifpartner unterliege, so der Bundesvorsitzende. 

Dem Versuch bestimmter Interessensgruppen, den schulischen Raum politisch zu instrumentalisieren, muss auch im Zusammenhang mit diesem wichtigen Thema vehement entgegengetreten werden. An die Kolleginnen und Kollegen wendet sich Böhm daher mit folgendem Appell: „Keine Schülerin und kein Schüler darf zu einer Aktion gedrängt werden, die im Zusammenhang mit einer politischen Meinungsäußerung steht und jede Lehrkraft in unserem Land ist verpflichtet sich auf dem Boden des Grundgesetzes zu bewegen“. 


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