Forderung

Bildung für nachhaltige Entwicklung und Digitalisierung – ein Widerspruch?

Aktuelle bildungspolitische Diskussionen und Klimaziele machen deutlich, dass Digitalisierung und Nachhaltigkeit nicht voneinander zu trennen sind. Sie sollten in den gesamtgesellschaftlichen Fokus genommen werden.

19.04.2021 Bundesweit Pressemeldung Bundeselternrat
  • © www.pixabay.com

Das KMK-Strategiepapier „Bildung in der digitalen Welt“ wartet noch auf seine Umsetzung. Die Pandemie zeigt bestehende Defizite auf, die zügig aufgelöst werden müssen. Auch wurde auf allen Gebieten nicht immer nachhaltig gehandelt. Es gibt keine belastbaren Daten zum aktuellen Stand der Umsetzung der Digitalisierung im Verhältnis zur Nachhaltigkeit. Nur wenige Länder bieten ihren Schulträgern zentrale Anlaufstellen, wenn es um nachhaltige digitale Infrastrukturen geht. Viel zu wenig greifen die Länder auf die Expertise der Eltern zurück.

Daher fordern wir:

  • In die Digitalisierungsstrategien der Schulen sind alle an Schule Beteiligten zu beteiligen. Eine Partizipation über alle Ebenen, von der Anschaffung bis zur Nutzung von Hard- oder Software ist zu organisieren und in den Gesetzen der Bundesländer zu verankern.
  • Bildungsgerechtigkeit kann nur erreicht werden, wenn alle Schüler und Schülerinnen gleiche Voraussetzungen haben. Dazu gehören jegliche Lernmittel, die zum Erreichen der Bildungsziele erforderlich sind und unter die Lernmittelfreiheit fallen müssen.
  • Die Anschaffung von digitalen Endgeräten soll aus nachhaltigen und sozialverträglichen Quellen erfolgen, dabei ist auf Reparaturfähigkeit, Langlebigkeit und Aufrüstbarkeit Wert zu legen, wobei der schonende Verbrauch weiterer Ressourcen bedacht werden muss.
  • In Bildungseinrichtungen sollen zum Beispiel RepairCafes eingerichtet werden, in denen nicht mehr benutzte digitale Endgeräte (veraltete Computer, Whiteboards, Drucker etc.) aufgearbeitet werden können, bevor sie recycelt werden müssen.
  • Die notwendige Medienkompetenz der SuS und der sinnvolle Einsatz digitaler Medien soll von Anbeginn gefördert werden. Gute Bildung braucht den gezielten Einsatz digitaler Möglichkeiten, diese stellen keinen Selbstzweck dar, sondern sollen den Präsenzunterricht ergänzen.
  • Digitalisierung im geschützten Raum Schule muss den Aspekten des Datenschutzes und der Verhinderung des Datenmissbrauchs besondere Beachtung schenken. LuL und SuS müssen in Weiterbildungen und Unterricht vermittelt bekommen, warum dies nötig ist und welche Möglichkeiten es dazu gibt. 
  • Schulen (insbesondere in Sonder-, Förder- und Berufsschulen) müssen über ihre individuelle Lösungen in Soft- und Hardware entscheiden dürfen.

Der Fokus darf nicht nur auf der Digitalisierung von Bildung liegen. Kollaboration, Kreativität, Kommunikation und kritischem Denken, zusammen mit lebenslangem Lernen für alle, macht eine Bildung für nachhaltige Entwicklung aus.

Ansprechpartner

Bundeselternrat

Mehr zum Thema


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden