Bildungsminister Tesch plädiert für freie Schulwahl auf Delegiertenkonferenz des Landeselternrates

Bildungsminister Henry Tesch folgte gern der Einladung des Landeselternrates Mecklenburg-Vorpommern zur diesjährigen Frühjahrsplenartagung in Sellin auf Rügen. Die Delegiertenkonferenz stand unter der Überschrift "Selbstständige Schule – Wie ist der Weg dorthin?". Dieses Thema liegt dem Minister sehr am Herzen und er hat mit seinen Ausführungen die Eltern in ihrer bisherigen Unterstützung weiter bestärkt das Konzept Selbstständige Schule auch weiterhin zu unterstützen und mit dem Bildungsministerium gemeinsam voran zu bringen.

28.03.2008 Mecklenburg-Vorpommern Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung Mecklenburg-Vorpommern

In seiner Rede betonte der Minister den notwendigen respektvollen Dialog zwischen Eltern und Schule als Basis für eine erfolgreiche Umsetzung des Konzeptes zur Selbstständigen Schule. "Eine beständige Kooperation und durchgehende Abstimmung der Wege und Ziele liegt im Interesse unserer Kinder."

Gleich zu Beginn seiner Rede ging der Minister auf die besonderen Erwartungen des Landeselternrates ein. So warb er für die freie Schulwahl. "Dass wir in dieser Frage mit dem Landeselternrat an einem Strang ziehen, freut mich sehr. Ich möchte in diesem Zusammenhang ausdrücklich hervorheben, dass Grenzen der Beförderungsansprüche nicht zu Bildungsgrenzen werden dürfen. Von daher unterstütze ich nachdrücklich die Forderung einer kostenfreien Schülerbeförderung bis zum Ende der Jahrgangsstufe 12", so der Minister in seiner Rede. Er betonte gleichzeitig, dass eine vollständige Kostentragung für jeden beliebigen Schulweg nicht durchsetzbar ist, sondern nur für den Schulweg zur örtlich nächstgelegenen Schule gelten kann.

In seinen Ausführungen zum aktuellen Stand des Vorhabens der Selbstständigen Schule verwies der Minister auf folgende Punkte: Anfang des Jahres begannen die Fortbildungen zur Schulleiterqualifizierung in den Schulamtsbereichen Rostock und Schwerin. Die Veranstaltungen in Neubrandenburg und Greifswald starten in den kommenden Wochen. Derzeit sammelt das Bildungsministerium Diskussionsbeiträge von Schulen, Verbänden, Interessenvertretungen, um bei Bedarf die Broschüre "Auf dem Weg zur Selbstständigen Schule" zu ergänzen bzw. zu erläutern. Außerdem werden die Rahmenpläne des Landes überarbeitet, indem eine Ausrichtung auf die Bildungsstandards und auf die Kontingentstundentafel erfolgt.

Im kommenden Jahr sollen 50 Lehrkräfte für die Tätigkeit als Unterrichtsberater qualifiziert werden. Hinzu kommen 8 Lehrkräfte mit der Funktion eines Schulberaters. Die genannten Kollegen sind in Gänze vom Unterricht freigestellt. Der Bereich der Schulberatung wird noch unterstützt werden durch 20 weitere Lehrkräfte, die auf Honorarbasis tätig sind. Darüber hinaus werden in den kommenden vier Jahren pro Selbstständiger Schule zwei Lehrkräfte zu Qualitätsmanagement-Beauftragten qualifiziert.

"Ich habe mich bereits seit Beginn der Legislaturperiode mehrfach dafür ausgesprochen, dass die Lehrer Bedienstete des Landes bleiben. Dieses möchte ich an heutige Stelle nochmals bekräftigen. Ich spreche mich mit Nachdruck gegen eine Kommunalisierung der Lehrer und Schulämter aus.", so Minister auf der Delegiertenkonferenz.

Minister Tesch regte an, über eine erweiterte Schulträgerschaft nachzudenken, die sich zum Beispiel in einem Sitz- und Stimmrecht des Schulträgers in der Schulkonferenz widerspiegeln sowie in einem "aufschiebenden Veto" bei Finanzfragen innerhalb der Schulkonferenz äußern könnte.

Zum Schluss ging Minister Tesch noch auf die Bedeutung der Erziehungsvereinbarungen sowie die Lehrerausbildung ein. "Erziehungsvereinbarungen dienen der Entwicklung und Förderung einer nachhaltig angelegten Gesprächskultur zwischen Schule und Elternhaus. Sie stärken eine sich entwickelnde Partnerschaft durch eine besondere Qualität des Dialogs und der Verbindlichkeit." Gleichzeitig warnte er vor einem übertriebenen Maß an Regulierungen. Er betonte darüber hinaus den Wert der Lehrerausbildung und unterstrich seine Erwartungen an das Zentrum für Lehrerbildung an der Universität Rostock, die jungen Lehramtsstudentinnen und -studenten auf die anspruchsvolle Tätigkeit als Lehrkraft an der Selbstständigen Schule vorzubereiten.

Abschließend dankte Minister Tesch den Vertretern des Landeselternrates für ihre Verbesserungsvorschläge zur Selbstständigen Schule und bat um weiterhin so konstruktive Zusammenarbeit für das Konzept der Selbstständigen Schule.

Hintergrund:
Ziel der Selbstständigen Schule ist es:

  • die Qualität des Unterrichts an den Schulen zu erhöhen,
  • die Eigenverantwortlichkeit und Eigentätigkeit der Schüler stärker zu betonen und herauszustellen und damit deren Wettbewerbsfähigkeit entscheidend zu stärken.

Dazu stellt das Land in den kommenden Jahren 40 Millionen Euro zur Verfügung. Die Umsetzung erfolgt in weiteren Schritten. Ab dem Schuljahr 2009/2010 soll die Selbstständige Schule überall im Land eingeführt werden.


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