Bildungsregion Fulda in allen Fächern an der Spitze

Die Auswertung der zentralen Abschlussprüfungen in den Bildungsgängen Haupt- und Realschule hat den Schülerinnen und Schülern in der Bildungsregion Fulda erneut Bestleistungen bescheinigt. Im Vergleich der Schulämter setzte sich der Landkreis Fulda wie im vergangenen Jahr an die Spitze - dieses Mal sogar in allen sechs Fächern (pro Schulform jeweils Deutsch, Mathematik und Englisch). In der Wertung folgen im Hauptschulbereich die Schulämter Hochtaunus-kreis/Wetteraukreis und Lahn-Dill-Kreis/Landkreis Limburg-Weilburg sowie im Realschulbereich die Schulämter Landkreis Hersfeld-Rotenburg/Werra-Meißner-Kreis und Lahn-Dill-Kreis/Landkreis Limburg-Weilburg.

26.09.2005 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen

"Die Abschlussprüfungen haben sich bewährt. Die Ergebnisse sind sowohl auf regionaler Ebene als auch hessenweit vergleichbar und geben klaren Aufschluss über die Leistungsfähigkeit des Bildungswesens", erklärte Kultusministerin Karin Wolff. Nur mit einheitlichen und gerechten Aufgabenstellungen sei der tatsächliche Leistungsstand der Schülerinnen und Schüler und die Einhaltung der Bildungsstandards feststellbar. "Durch die Landesprüfungen wird die Wertigkeit der Haupt- und Realschulabschlüsse nachhaltig erhöht", betonte Wolff.

In Deutsch und Englisch liegen die Resultate der Schulämter in beiden Bildungsgängen nach wie vor relativ dicht beieinander, der Unterschied zwischen dem Erst- und Letztplatzierten beträgt im Schnitt rund eine halbe Note. Die größte Abweichung gibt es auch in diesem Jahr im Fach Mathematik: Hier entspricht die Differenz zwischen dem Bestplatzierten Fulda und dem Schlusslicht Frankfurt etwas mehr als eine ganze Note (Hauptschule: 71,4 % gegenüber 52,8 %; Realschule: 69,0 % gegenüber 50,4 %).

Insgesamt steigerten die Schülerinnen und Schüler ihre Leistungen im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 2 Prozentpunkte. "Obwohl wir das Niveau in Mathematik und in den Fremdsprachen leicht angehoben haben, konnten die Schülerinnen und Schüler ihre Noten verbessern", lobte die Ministerin das gute Abschneiden der Prüflinge. An den Abschlussprüfungen hatten rund 49.000 Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen an 454 Haupt- und Realschulen sowie den entsprechenden Bildungsgängen der Gesamtschulen teilgenommen. Sie lösten im Durchschnitt über 63 % der Aufgaben. Damit liegen die Ergebnisse - wie im vergangenen Jahr - im Bereich der Note "befriedigend", was einer normalen Klassenarbeit entspricht.

Am deutlichsten konnten sich die Hauptschülerinnen und -schüler in Mathematik verbessern, sie steigerten ihre Leistungen um mehr als 6 Prozentpunkte. Die Realschülerinnen und -schüler legten mit über 3 Prozentpunkten in Deutsch am meisten zu. Im Fach Englisch erzielten die Schülerinnen und Schüler beider Schulformen eine Steigerung um 1,4 Prozentpunkte. In Deutsch verbesserten sich die Hauptschüler um 0,9 Prozentpunkte, die Realschüler in Mathematik um 0,3. Für alle Fächer und Schulformen war ein einheitlicher Notenschlüssel verbindlich vorgegeben: Danach mussten für die Note "1" mindestens 90 % der Aufgaben gelöst werden, für eine "2" mindestens 75 %, für eine "3" mindestens 60 % und für eine "4" mindestens 45 %.

"Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass die Schülerinnen und Schüler mit verschiedenen Aufgabenformaten besser zurechtkommen", sagte Wolff. Während offene Aufgabenstellungen in Mathematik den Schülerinnen und Schülern beider Bildungsgänge im vergangenen Jahr noch deutliche Probleme bereitet hätten, sei das diesjährige Abschneiden ermutigend. So sei beispielsweise eine Textaufgabe, die in der Hauptschule im letzten Jahr nur zu 30,9 % gelöst worden war, jetzt zu 63 % gelöst worden.

Wolff führt die Verbesserungen in Mathematik auf die Ausweitung des SINUS-Programms zur "Steigerung der Effizienz des mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterrichts" zurück. Hessen hatte die bundesweite Qualitätsinitiative 1998 an zwölf Schulen gestartet und als einziges Bundesland in kurzer Zeit auf mehr als die Hälfte aller hessischen Schulen mit Sekundarstufe I ausgedehnt. Die Übertragung des SINUS-Modells zur Veränderung von Unterrichts-, Aufgaben- und Prüfungskultur durch schulinterne Lehrerfortbildung auf die Grundschulen hat Anfang des Jahres begonnen. "Die großen Unterschiede in den einzelnen Schulamtsbezirken verdeutlichen aber, dass es immer noch Handlungsbedarf gibt", hob die Ministerin hervor.

Auch die im vergangenen Jahr noch beträchtlichen Unterschiede im Lese- und Hörverstehen im Fach Englisch/Hauptschule seien bei der diesjährigen Prüfung geringer ausgefallen. Gut angenommen wurde laut Wolff der Einsatz von CDs im Prüfungsteil Hörverstehen. Offenbar seien die Schülerinnen und Schüler inzwischen besser mit authentischem Hörmaterial vertraut.

Alle Ergebnisse im Internet unter www.kultusministerium.hessen.de.

Anlage: Platzierung der Staatlichen Schulämter

Platzierung der Schulamtsbezirke nach Prozent der gelösten Aufgaben

Fach / Schulform

  1. Platz,
  2. Platz,
  3. Platz

Deutsch / Hauptschule

Landkreis Fulda (70,2 %),
Hochtaunuskreis / Wetteraukreis (68,5 %),
Lahn-Dill-Kreis / Landkreis Limburg-Weilburg (66,9 %)

Deutsch / Realschule

Landkreis Fulda (69,2 %),
Landkreis / Stadt Kassel (65,6 %),
Landkreis Offenbach / Stadt Offenbach (65,5 %)

Englisch / Hauptschule

Landkreis Fulda (70,6 %),
Landkreis Offenbach / Stadt Offenbach (69,8 %),
Bergstraße / Odenwaldkreis (68,2 %), Landkreis Darmstadt-Dieburg / Stadt Darmstadt (68,2 %)

Englisch / Realschule

Landkreis Fulda (66,5 %),
Landkreis Marburg-Biedenkopf (65,0 %),
Hersfeld-Rotenburg / Werra-Meißner (64,5 %)

Mathematik / Hauptschule

Landkreis Fulda (71,4 %),
Landkreis Hersfeld-Rotenburg / Werra-Meißner-Kreis (66,0 %),
Schwalm-Eder-Kreis / Landkreis Waldeck-Frankenberg (64,7 %)

Mathematik / Realschule

Landkreis Fulda (69,0 %),
Landkreis Hersfeld-Rotenburg / Werra-Meißner-Kreis (62,9 %),
Lahn-Dill-Kreis / Landkreis Limburg-Weilburg (62,1 %)


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