Forderung

bpv: Bildungs-Trendwende nur gemeinsam erreichbar!

Das neue Schuljahr in Bayern startet direkt mit diversen Herausforderungen: Der PISA-Trend ist denkbar schlecht, das Stellenmoratorium verhindert wichtige zusätzliche Stellen und eine DAK-Studie zeigt, dass sich Kinder und Jugendliche immer häufiger erschöpft fühlen.

17.09.2026 Bayern Pressemeldung Bayerischer Philologenverband (bpv)
  • Schreibtisch mit Notizbüchern, Stiften und Textmarkern in Vogelperspektive. © Adobe Stock Wer Leistung zeigen und dem Unterricht aufmerksam folgen soll, muss ausgeruht und fit sein.

Der bpv fordert daher im Sinne einer Verantwortungsgemeinschaft ein entschlossenes Handeln aller Akteure und die dafür nötigen Ressourcen.

Laut DAK klagen fast die Hälfte aller Fünft- bis Zehntklässler über Schlafstörungen, 69% fühlen sich mindestens einmal pro Woche erschöpft. Die Zahlen sind in den letzten Jahren deutlich angestiegen und machen deutlich, dass die Lern- und Leistungsfähigkeit vieler Kinder und Jugendlicher zunehmend in Gefahr ist. Wer Leistung zeigen und dem Unterricht aufmerksam folgen soll, muss ausgeruht und fit sein. Einen Grund für die immer größeren Schlafprobleme stellt sicherlich die kontinuierlich steigende Mediennutzung dar.

Ein Blick in den vergangene Woche von der Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ vorgelegten Abschlussbericht hilft: Er beinhaltet in seinen 56 Handlungsempfehlungen unter anderem Altersgrenzen für soziale Medien, einen Ausbau der Schulsozialarbeit und verbindliche Nutzungskonzepte für digitale Geräte – Forderungen, die auch der bpv so seit Langem stellt. Hier zeigt sich auch, dass die Trendwende nicht durch Schule allein erreicht werden kann.

Michael Schwägerl, Vorsitzender des bpv, kommentiert: „Junge Menschen brauchen Begleitung in der digitalen Welt, ohne dabei die analoge Welt zu verlieren. Es geht um altersgerechten Einsatz, die richtige Kombination und sinnstiftende Begleitung – nicht um ein Entweder-oder! Wo Digitales einen Mehrwert bietet, kann und soll es pädagogisch zielführend eingesetzt werden. Die wissenschaftliche Studienlage verdeutlicht aber auch immer mehr, dass wir digital-freie und vor allem KI-freie Räume brauchen. Ohne bewusste, „analoge“ Lern-Anstrengungen im Schulalltag und zuhause wird es keine Trendumkehr bei PISA geben. Klares Ziel muss deshalb sein, die Voraussetzungen für Leistungssteigerungen zu stärken – und nicht, Anforderungen weiter abzusenken.“

Bayerns verhältnismäßige Stärke im Bundesvergleich - wie im kürzlich veröffentlichten INSM-Bildungsmonitor wieder bestätigt - ist auch darauf zurückzuführen, dass die Zahl der hier durchgeführten Bildungsreformen am geringsten ist. Schwägerl unterstreicht: „Hilfreich ist, an Bewährtes anzuknüpfen, es zu verstetigen und gezielt zu verbessern. Alles umzuwerfen und fortwährend auf neue Projekte zu setzen, deren Wirksamkeit nicht belegt ist und die nach wenigen Jahren enden, verunsichert Lehrkräfte und destabilisiert das Bildungswesen. Schulsozialarbeit und psychologische Unterstützung zum Beispiel können bei der Bewältigung der anstehenden Probleme in der Schülerschaft helfen – sie müssen deshalb ausgebaut und dauerhaft finanziell abgesichert werden. Therapieplätze für Kinder und Jugendliche durch Sparmaßnahmen in Gefahr zu bringen, wäre jetzt absolut kontraproduktiv!“

Schule in Bayern hat bereits den Umgang mit digitalen Medien hinterfragt: Schüler werden erst ab der 8. Klasse flächendeckend mit Tablets ausgestattet und eine private Handynutzung im Schulbereich ist bis dahin verboten. Was jetzt noch unbedingt dazukommen muss, ist eine Erweiterung des Schutzes außerhalb des Schulbereiches im privaten und familiären Umfeld. „Wir müssen jetzt gemeinsam an einem Strang ziehen – Schule, Eltern, Politik und Gesellschaft. Alle Beteiligten müssen dafür sorgen, dass Kinder und Jugendliche bestmöglich ihre Bildungschancen nutzen können. Dafür benötigen wir zeitnah die richtigen Rahmenbedingungen und vor allem die notwendigen personellen und finanziellen Ressourcen“, so Schwägerl abschließend.


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