Brandenburger Schüler erzielen Spitzenergebnisse im bundesweiten Ländervergleich 2012
Bildungsministerin Martina Münch gratuliert den brandenburgischen Schülerinnen und Schülern, die im vorigen Jahr in der Jahrgangsstufe 9 waren, zu den herausragenden Ergebnissen im bundesweiten Ländervergleich in den Fächern Mathematik, Biologie, Chemie und Physik. Ministerin Münch dankt zugleich den Lehrkräften für ihre hohe Professionalität und das große Engagement:
11.10.2013 Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg"Brandenburg zählt neben drei anderen ostdeutschen Ländern zu den absoluten Spitzenreitern in diesem Ländervergleich. Unsere Neuntklässler erzielen in allen getesteten Bildungsstandards ein enorm hohes Kompetenzniveau. Darauf können wir alle mit Recht stolz sein.
- Im Fach Mathematik belegt Brandenburg Platz 3 von 16 Bundesländern, hinter Sachsen und Thüringen. Sehr viel mehr brandenburgische Jugendliche als anderswo besuchen ein Gymnasium (Gymnasialquote über 40 Prozent) dennoch erreicht diese große Anzahl von Schülerinnen und Schülern überdurchschnittlich hohe Kompetenzwerte. Die brandenburgischen Ober- und Gesamtschulen haben zum sehr guten Abschneiden beigetragen.
- Im Fach Biologie belegt Brandenburg Platz 3 (Fachwissen und Erkenntnisgewinnung) von 16 Bundesländern, hinter Sachsen und Thüringen.
- Im Fach Chemie belegt Brandenburg Platz 2 (Erkenntnisgewinnung) sowie Platz 4 (Fachwissen) von 16 Bundesländern, hinter Sachsen bzw. hinter Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.
- Im Fach Physik belegt Brandenburg Platz 3 (Erkenntnisgewinnung) sowie Platz 4 (Fachwissen) von 16 Bundesländern, hinter Sachsen und Thüringen bzw. hinter Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt. "Dass wir auf dem richtigen Weg sind, beweist das sehr gute Abschneiden, darüber freue ich mich ganz besonders. Denn allen Unkenrufen zum Trotz ist einmal mehr deutlich geworden: Wir haben starke und leistungsfähige Schulen im Land Brandenburg, so Ministerin Münch.
Die mathematisch-naturwissenschaftlichen Leistungen der brandenburgischen Schülerinnen und Schüler in der Sekundarstufe I haben sich deutlich verbessert: beginnend beim unteren Drittel nach dem ersten PISA-Test im Jahr 2000, über das Mittelfeld bei PISA 2006 und dem Bundesländervergleich PISA-E (Erweiterung) 2006 bis zum Ländervergleich 2012 in die Spitze. Diese Leistungssteigerung war im Land Brandenburg, neben Sachsen-Anhalt, die kontinuierlichste Steigerung aller Bundesländer.
Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung im Unterricht:
- Implementierung der Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz (KMK) von 2002 und 2003: Neue Rahmenlehrpläne wurden für die Sekundarstufe I zum Schuljahr 2008/09 in Kraft gesetzt und die Kompetenzentwicklung der Schülerinnen und Schüler in den Mittelpunkt des Unterrichts gestellt. In den neuen Rahmenlehrplänen werden neben dem Umgang mit dem Fachwissen die prozessorientierten Kompetenzen Erkenntnisgewinnung, Kommunikation und Bewertung deutlich ausgewiesen.
- Unterstützungsmaßnahmen des Landesinstituts für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM) (Auswahl):
- Aufgabenportal und Aufgabendatenbank mit kompetenzorientierten Aufgaben für den naturwissenschaftlichen Unterricht (Physik, Chemie, Biologie) auf dem Berlin-Brandenburgischen Bildungsserver, bildungsserver.berlin-brandenburg.de/aufgabenportal.html
- Möglichkeiten zur Binnendifferenzierung, Vorschläge für eine kompetenzorientierte Unterrichtsplanung, Implementation zum Rahmenlehrplan Sekundarstufe I, bildungsserver.berlin-brandenburg.de/biologie.html
- Handreichung Kompetenzraster Chemie 7, bildungsserver.berlin-brandenburg.de/chemie.html
- Handreichung Kompetenzraster Naturwissenschaften (Klasse 5/6), www.lisum.berlin-brandenburg.de/sixcms/detail.php/bb1.c.206093.de
- hoher Anteil fachgerecht erteilten Unterrichts (zwischen 98,5 und 96 Prozent),
- hoher Grad an Fortbildung der Lehrkräfte (92,7 Prozent der befragten Lehrkräfte haben Qualifizierungsmaßnahmen absolviert).
- Orientierungsarbeiten für die Jahrgangsstufe 8 im Fach Mathematik werden seit dem Schuljahr 2012/13 als zentrale Klassenarbeit geschrieben, von einem Entwickler-Team im LISUM für die verschiedenen Bildungsgänge an Oberschulen, Gesamtschulen und Gymnasien erarbeitet und für die Schulen bereitgestellt.
- Die Vergleichsarbeiten VERA 8, orientiert an den Bildungsstandards der Jahrgangsstufe 10 (Mittlerer Schulabschluss MSA), werden als bundesweit einheitliche, zentrale Tests einmal jährlich geschrieben. Sie geben den Lehrkräften Hinweise über Stärken und Schwächen der Klasse und der Schülerinnen und Schüler.
- Zentrale schriftliche Prüfung am Ende der Jahrgangsstufe 10 im Fach Mathematik (seit dem Schuljahr 2010/11 gemeinsam mit Berlin): Die Schülerinnen und Schüler an Oberschulen, Gesamtschulen und Gymnasien schreiben die Prüfungsarbeit entsprechend dem unterrichteten Kursniveau in den jeweiligen Bildungsgängen in der Sek I auf dem Niveau der erweiterten Berufsbildungsreife (EBR), der Fachoberschulreife (FOR) oder auf dem Gymnasialniveau (AHR).
Informationen zum IQB-Ländervergleich 2012:
Das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) hat im Auftrag der Kultusministerkonferenz der Länder (KMK) im Jahr 2012 anhand einer repräsentativen Stichprobe von Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 erstmals bundesweit überprüft, inwieweit die von der Kultusministerkonferenz in den Jahren 2002 und 2003 definierten Bildungsstandards in den Fächern Mathematik, Biologie, Chemie und Physik in den 16 Bundesländern erreicht wurden.
Am IQB-Ländervergleich 2012 haben sich 44.548 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 aus 1.326 zufällig ausgewählten Schulen der Sekundarstufe I aller Bundesländer beteiligt. Zwischen 07. Mai und 16. Juni 2012 wurden an einem Tag pro Schule ein bis zwei Klassen getestet. Insgesamt betrug die Testzeit 3,5 Stunden einschließlich der Pausen. Aus dem Land Brandenburg nahmen 2.333 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 aus 76 zufällig ausgewählten Schulen an dem Test teil. Das entspricht rund einem Drittel aller Sek I-Schulen.
Im Fach Mathematik wurden sechs allgemeine und fünf inhaltsbezogene mathematische Kompetenzen überprüft: Die sechs allgemeinen mathematischen Kompetenzen umfassen "mathematisch argumentieren", "Probleme mathematisch lösen", "mathematisch modellieren", "mathematische Darstellungen verwenden", "mit symbolischen, formalen und technischen Elementen der Mathematik umgehen" und "kommunizieren". Bei den fünf inhaltsbezogenen mathematischen Kompetenzen handelt es sich um "Zahl", "Messen", "Raum und Form", "funktionaler Zusammenhang" sowie "Daten und Zufall". In den Fächern Biologie, Chemie und Physik wurde die naturwissenschaftliche Grundbildung für die drei Fächer mit den gemeinsamen Kompetenzbereichen "Fachwissen" und "Erkenntnisgewinnung" überprüft.
Der IQB-Ländervergleich 2012 ist Teil der Gesamtstrategie der Kultusministerkonferenz zum Bildungsmonitoring. Ziel der Ländervergleichsstudien ist es festzustellen, inwieweit die Schülerinnen und Schüler in Deutschland die für alle Länder verbindlichen nationalen Bildungsstandards insbesondere Kompetenzniveaus erreichen und in welchen Bereichen Steuerungsbedarf besteht. Ein Ländervergleich wird in der Primarstufe alle fünf Jahre, in der Sekundarstufe I alle drei Jahre durchgeführt.
Mehr Informationen unter: www.iqb.hu-berlin.de/laendervergleich/lv2012
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