Brandenburgs Viertklässler: Deutliche Steigerung in Geometrie und weiterhin gut in Arithmetik

Die brandenburgischen Viertklässlerinnen und Viertklässler haben in Geometrie deutlich bessere Ergebnisse erzielt als im Vorjahr. Sie erreichen dort - wie auch in Arithmetik, wo sie die Ergebnisse des Vorjahres bestätigt haben - ein hohes Leistungsniveau. Nur geringe Veränderungen gibt es in den Bereichen Sachrechnen und Lesen. Hier unterscheiden sich die Leistungen der brandenburgischen Viertklässler kaum von denen der Gesamtheit der teilnehmenden Länder.

19.12.2005 Brandenburg Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg

Bei den VERA-Vergleichsarbeiten im September 2005 haben erstmals alle 14.000 Schülerinnen und Schüler der vierten Klassen in den 423 öffentlichen Grundschulen teilgenommen. Untersucht wurden ihre Kompetenzen in den mathematischen Sachgebieten Arithmetik, Geometrie, Sachrechnen sowie im Leseverständnis. Ziel von VERA ist eine Standortbestimmung fachlicher Kompetenzen sowohl auf der Ebene des gesamten Landes als auch für die Einzelschule und Schulklassen zu geben. Außerdem erhalten die Eltern durch VERA ergänzende Informationen zum Leistungsstand und zum Fähigkeitsprofil ihres Kindes.

"VERA 2005 belegt: Unsere Schülerinnen und Schüler zeigen Leistungen, die sich sehen lassen können. In Geometrie liegen sie in der Spitzengruppe, in Arithmetik haben sie die guten Ergebnisse des Vorjahres bestätigt. In Sachrechnen und Lesen erreichen sie zwar die durchschnittlichen Leistungen ihrer Altersgenossen in den anderen teilnehmenden Ländern, aber hier gibt es deutlichen Entwicklungsbedarf. Ich meine: Der eingeschlagene Weg zur Qualitätssteigerung an unseren Schulen trägt Früchte und muss fortgesetzt werden. Die Situation in Lesen und Sachrechnen ist in den Bundesländern vergleichbar, hier bieten sich gemeinsame Lösungsstrategien an", sagt Bildungsminister Holger Rupprecht.

"Im System der Qualitätsentwicklung und Leistungsüberprüfung an brandenburgischen Schulen, das wir derzeit aufbauen, ist VERA ein wichtiger Baustein. Denn Leistungen unter Schulen müssen vergleichbar werden. Schulen sollen Leistungsstärken und Leistungsdefizite erkennen und darauf reagieren können. Darum haben wir uns auf den Weg gemacht und Lernstandsmessungen, zentrale Prüfungen und Vergleichsarbeiten eingeführt."

An VERA beteiligen sich die Länder Brandenburg, Berlin, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein. Aus den Ergebnissen der Schülerinnen und Schüler dieser sieben Länder wurde eine Gesamtverteilung der Kompetenzen berechnet, mit der sich auch Brandenburg vergleichen kann.

In Geometrie hat es in Brandenburg eine deutliche Verbesserung gegeben. Waren 2004 nur 24 % der Schülerinnen und Schüler auf dem Fähigkeitsniveau 3 (Aufgaben mit anspruchsvollem Niveau), so erreichten 2005 42 % der Schülerinnen und Schüler dieses Niveau. Dies ist eine hervorragende Steigerung, die deutlich über der Steigerung der Ergebnisse in allen anderen Ländern liegt. In der Gesamtverteilung der sieben Länder konnte der Anteil der Schüler auf Stufe 3 "nur" von 28 % auf 35 % gesteigert werden.

Die Leistungen der Schülerinnen und Schüler in Arithmetik haben sich kaum verändert, sie liegen weiterhin auf einem hohen Niveau. So erreichen 48 % das höchste Fähigkeitsniveau 3 und der Anteil der Schüler, die nur die Aufgaben mit grundlegenden Anforderungen (Fähigkeitsniveau 1) erreichen, ist mit 14 % eher klein.

Im Bereich Sachrechnen erreichen 22% der Schülerinnen und Schüler das höchste Fähigkeitsniveau 3 und 42 % der Schüler nur das Fähigkeitsniveau 1. Brandenburg hat damit die gleiche Kompetenzverteilung wie alle anderen Länder.

Zur Förderung des Unterrichts in Mathematik und insbesondere des Unterrichts im Sachrechnen erhielten, alle Grundschulen zu Beginn dieses Schuljahres spezielle Handreichungen mit neuen Aufgabenbeispielen, die sich an den neuen Bildungsstandards der KMK für die Jahrgangsstufe 4 orientieren. In regionalen Fachtagungen werden derzeit die Ergebnisse aus Vergleichsarbeiten mit den Fachkonferenzleitern der Grundschulen besprochen und Maßnahmen zur Steigerung der Unterrichtsqualität diskutiert.

"Eine wesentliche Ursache für die insgesamt nicht zufriedenstellenden Ergebnisse im Sachrechnen ist das bei zu vielen Viertklässlern noch nicht ausreichend entwickelte Leseverständnis.", sagte Minister Rupprecht.

In der Tat: Im Bereich Leseverständnis ist die Lage sowohl in den sieben Ländern als auch in Brandenburg unverändert gegenüber 2004. Während 27 % das Fähigkeitsniveau 3. und 41 % ein mittleres Anforderungsniveau erreichen, erzielen 33 % der Schülerinnen und Schüler in Brandenburg nur das Fähigkeitsniveau 1.

"Wir werden die in den Grundschulen eingeleiteten Maßnahmen zur Förderung des Leseverständnisses weiter vertiefen, damit zum Ende der Grundschulzeit deutlich mehr Schülerinnen und Schüler mindestens das angestrebte mittlere Niveau erreichen. Wir werden mit anderen Ländern neue Aktivitäten dazu vereinbaren", so Minister Rupprecht.


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