Hamburg

Breite Unterstützung für neue Stundenpläne an Grundschulen, Stadtteilschulen und Gymnasien

Die Deputation der Schulbehörde hat jetzt ohne Gegenstimmen die neuen Stundentafeln für alle Hamburger Grundschulen, Stadtteilschulen und Gymnasien beschlossen. Diese legen die Zahl der Unterrichtsstunden pro Fach fest und gelten ab dem Schuljahr 2011/12.

26.05.2011 Pressemeldung Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung Hansestadt Hamburg

Schulsenator Ties Rabe: "Nach den quälenden Auseinandersetzungen im letzten Jahr freue ich mich über diesen Erfolg. Die neuen Stundentafeln schaffen eine klare und verlässliche Grundlage für Hamburgs Schulen. Wir stärken die Kernfächer an den Grundschulen, um die Schülerinnen und Schüler optimal auf die weiterführenden Schulen vorzubereiten. Darüber hinaus wird das Fach "Theater" als neues Pflichtfach in der Grundschule eingeführt."

Nach dem Volksentscheid gegen die Primarschule waren die alten Stundentafeln ungültig geworden. Danach scheiterten mehrere Versuche, neue Stundentafeln zu verabschieden. Streit gab es unter anderem über die künftige Bildung in der Grundschule. Ties Rabe: "An den Grundschulen sollen alle Kinder die Grundlagen lernen und beste Startchancen bekommen. Deshalb haben wir die Zahl der Unterrichtsstunden für Deutsch und Mathematik erheblich erhöht. Im Gegenzug wurde der Stundenpool für unterschiedliche schulische Schwerpunkte und Projekte verringert. Fachlichkeit und hohe Standards für alle Kinder haben für uns Vorrang gegenüber sehr ausgeprägten schulischen Profilen."

Streit gab es zuvor aber auch über die ursprünglich geplante Reduzierung des Kunst- und Musikunterrichts. Beide Fächer sollten zugunsten des Faches Theater reduziert werden. Ties Rabe: "In ausführlichen Gesprächen mit den Fachvertretern haben wir jetzt eine vernünftige und tragfähige Lösung gefunden. Der Kunst- und Musikunterricht entspricht in seinem Umfang den früheren Regelungen. In der vierjährigen Grundschule werden jeweils mindestens sechs Wochenstunden Kunst und Musik sowie mindestens vier Wochenstunden Theater erteilt. In den Klassen 5 und 6 werden jeweils mindestens vier Wochenstunden Kunst und Musik sowie mindestens zwei Wochenstunden Theater erteilt." Möglich wurde diese Änderung ebenfalls durch die Verringerung des frei verfügbaren Stundenpools für unterschiedliche schulische Schwerpunkte und Projekte.

Die dritte Veränderung betrifft die Gymnasien: Hier wurde der Pflichtstundenteil für Gesellschaftswissenschaften und Naturwissenschaften von jeweils 16 auf 19 Wochenstunden in den Jahrgängen 5 bis 10 erhöht. Ties Rabe: "Damit reagieren wir auf Hinweise aus der Wirtschaft und Verbänden. Die von der Kultusministerkonferenz geforderten 16 Mindeststunden reichen für eine gute Bildung nicht aus."

Trotz dieser Veränderungen verfügen Stadtteilschulen und den Gymnasien wie bisher zahlreiche Unterrichtsstunden zur freien Gestaltung. Diese Unterrichtsstunden können nach Entscheidung der Schulkonferenz gezielt für bestimmte Fächer eingesetzt werden, um der jeweiligen Schule bestimmte Schwerpunkte und Profile zu ermöglichen."


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