Nordrhein-Westfalen

"Bürgerinitiative familiengerechte Schule und Bildung" und GEW fordern Öffnung von G 8

Kurz vor der nächsten Landtagswahl in NRW erinnern Eltern, Psychotherapeuten, Ärzte und Lehrer landesweit erneut daran, dass die Belastungen, denen die Schüler/innen an den Gymnasien mit 8-jähriger Laufzeit ausgesetzt sind, nach wie vor zu hoch sind. Die GEW schließt sich einem Appell der "Bürgerinitiative familiengerechte Schule und Bildung" (G-ib-8) an, eine gesetzliche Grundlage zu schaffen, damit das 9-jährige Curriculum auch an den Gymnasien und nicht nur an den Gesamtschulen flächendeckend möglich sein kann.

08.05.2012 Pressemeldung GEW Nordrhein-Westfalen

"Es kann und darf nicht sein, dass eine Landesregierung die Resonanz des von ihr konzipierten Schulversuches von 2010 als Grundlage für die Nachfrage und den Bedarf der 9 Jahre an den Gymnasien landesweit festlegt. Dieser Schulversuch ist von vielen Schulen in NRW nicht angenommen worden, weil die Bedingungen nicht stimmten", so Dorothea Schäfer, Vorsitzende der GEW NRW.

Zur Leitlinie der Schulpolitik in NRW, der bestmöglichen individuellen Förderung aller Schüler, gehöre auch das Angebot von 9 Jahren Gymnasium, um den Betroffenen die Flexibilität, die sie dringend benötigen, zu bieten. So sieht es auch Michael Ehlen, Mitglied des Vorstandes der landesweiten Bürgerinitiative familiengerechte Schule und Bildung, G-ib-8: "Noch immer erleben die betroffenen Schüler/innen in zu kurzer Zeit eine zu hohe Stofffülle, zu viele Hausaufgaben sowie eine zu hohe Wochenstundenzahl. Eine Reduzierung der Gesamtwochenstundenzahl unter G8 muss von der KMK dringend und mit sofortiger Wirkung eingerichtet werden. Dafür sollte sich eine Landesregierung einsetzen!"

Seine Mitstreiterin, die Psychotherapeutin Anja Nostadt, ergänzt: "Eltern und Schüler/innen möchten und brauchen diese Flexibilität und zwar nicht nur in einem begrenzten Modellversuch!" Die Schulzeit sei eine wertvolle Zeit im Leben von Menschen, sie dürfe den Schüler/innen nicht vergrault werden. Auch dürfen sie über die schulischen Belastungen nicht krank werden, was leider seit G8 zu häufig der Fall sei.

Viele Schüler/innen benötigten das 9. Jahr um die Stofffülle nachhaltig zu verarbeiten, um in ihrer Entwicklung zu reifen und mit einer stabilen Persönlichkeit und einem guten Abitur das Gymnasium zu verlassen. Die landesweite Bürgerinitiative fordert deshalb eine sofortige Möglichkeit der Rückkehr zu G9 für die Gymnasien auf gesetzlicher Grundlage. Anja Nostadt ist sich sicher: "Da geht den Schüler/innen kein Jahr verloren, sondern sie gewinnen diese Zeit zur gesunden Persönlichkeitsentwicklung und zum nachhaltigen Lernen! Die Motivation zum weiteren Lernen wird nur durch diese Flexibilität erhalten werden!"


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