Bayern

Das Drama des G 8

Gymnasialeltern beklagen das Drama des G 8.

06.07.2012 Pressemeldung Gymnasialeltern Bayern e. V.

1. Akt:

Länderfinanzminister suchen nach Sparmaßnahmen und beschließen bereits 1999, ein Schuljahr zu streichen. Ein bayerischer Ministerpräsident beschließt nach jahrelangem Ringen um einen neuen Lehrplan für das neunjährige Gymnasium trotz gegenteiliger Wahlkampfversprechen: Das G 8 wird sofort eingeführt.

2. Akt:

In aller Eile müssen G 8 - Lehrpläne und Stundentafeln zusammen geschustert werden.
Von Beginn des Schuljahres 2004/2005 reißen Proteste von Eltern, Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und Schulleitern nicht ab. Die Anzahl der Wochenstunden ist zu hoch, das Lerntempo ist zu schnell, der Lehrplan zu voll.
Intensivierungsstunden sind bei fehlenden Übungszeiten in allen Kernfächern ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Wochenarbeitszeit für Lehrer wird erhöht, infolge dessen Klassenfahrten gestrichen. Der erste G 8 Jahrgang wartet stets bis Weihnachten auf seine Bücher. Lehrer fehlen an allen Ecken und Enden, die vorhandenen sind ebenso wie Schüler und Eltern völlig überlastet.

3. Akt und Höhepunkt

Die geplante Oberstufenreform wird mit dem Eintritt der G 8 Schüler in die Oberstufe kombiniert. Dies führt zu parallel laufenden Abiturjahrgängen, die in den Schulen kaum zu bewältigen sind.
Während des ersten Q 11 Halbjahres gibt es Proteststürme von Eltern und Schülern, Demonstrationen und Kettenbriefe, da das Lernpensum für viele nicht zu bewältigen ist.

4. Akt

Das Deutsch und Mathematik-Pflichtabitur erweist sich als Ausleseinstrument für Schülerinnen und Schüler, die nicht allseits begabt sind. Der Lehrermangel in den Schulen ist nach Auslaufen des G 9 trotz gegenteiliger Versprechungen so gravierend wie vorher.
In fast allen Bundesländern wird über eine Wiedereinführung des G 9, zumindest wahlweise, diskutiert. Oder über ein Intensivierungsjahr, Fördermaßnahmen, Ferienkurse, die Vorschläge in Wahlkampfzeiten überschlagen sich.

5. Akt

Unvollendet. Ein Ende des Herumschusterns am G 8 ist nicht absehbar. Ein schlüssiges, moderne Lehr- und Lernmethoden berücksichtigendes Gesamtkonzept für unsere Gymnasien ist nicht in Sicht. Keine Fächervernetzung, kein nachhaltiges Lernen, keine rhythmisierten Ganztagskonzepte. Stattdessen Flickwerk und eine so oder anders benannte G 9 - Beruhigungspille für die Wählerinnen und Wähler.


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