Bertelsmann-Studie

"Das Saarland ist auf dem richtigen Weg"

"Die aktuelle Bertelsmannstudie belegt, dass im Saarland die richtigen Maßnahmen eingeleitet worden sind, um den Anteil der Jugendlichen ohne Hauptschulabschluss deutlich zu senken. Mit 6,7 Prozent lag das Saarland im Jahr 2008 bundesweit auf dem drittbesten Platz", kommentierte der saarländische Bildungsminister Klaus Kessler heute Nachmittag in Saarbrücken die aktuelle Bertelsmannstudie "Jugendliche ohne Hauptschulabschluss".

09.10.2010 Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kultur Saarland

"Mein Ziel ist es, diesen Weg konsequent weiterzuverfolgen und in den kommenden Jahren den Anteil der saarländischen Jugendlichen ohne Hauptschulabschluss weiter abzusenken", kündigte Kessler an. In diesem Zusammenhang verwies Kessler auf die positiven Ergebnisse der Förderprojekte "Werkstatt-Schulen" und "Reformklassen", die in dem laufenden Schuljahr fortgesetzt werden. "Im Saarland wurden seit 2007 an den fünf Werkstatt-Schulen 105 Schülerinnen und Schüler, die unter normalen Umständen keinen Schulabschluss erzielt hätten, durch eine intensive sozialpädagogische Betreuung und individuelle Förderung zum Hauptschulabschluss geführt. Ebenso erfolgreich arbeiten die Reformklassen. Von dem ersten Projektjahrgang 2007/2008 haben im Frühjahr 2010 von 238 Schülerinnen und Schülern 236 die Hauptschulabschlussprüfung bestanden", sagte Kessler.

Laut Bertelsmannstudie gab es im Jahr 2008 jedoch große Probleme im Bereich der saarländischen Förderschulen: 66,5 Prozent der Schulabgänger verließen demnach die Förderschule ohne Hauptschulabschluss. Diese Ergebnisse haben Kessler nicht überrascht. "Ich teile die Auffassung der Bildungsforscher, dass mit dem Aussortieren und der getrennten Unterrichtung von Kindern und Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf nicht in jedem Fall ausreichende Lernerfolge erzielt werden. Aus diesem Grund werde ich in der laufenden Legislaturperiode die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in Richtung inklusive Schule und somit die Weiterentwicklung des saarländischen Bildungssystems vorantreiben", hob Kessler hervor.

Laut Kessler erarbeitet das saarländische Ministerium für Bildung derzeit einen Aktionsplan, der neben den organisatorischen und inhaltlichen auch die rechtlichen Voraussetzungen für den Aufbau einer inklusiven Bildungslandschaft schaffen soll. "Für die Erstellung des Aktionsplanes habe ich in einem ersten Schritt im Frühjahr dieses Jahres einen Inklusionsbeauftragten benannt. In einem zweiten Schritt wurde ein Inklusionsbeirat gegründet, der das Bildungsministerium bei der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention im Bereich der saarländischen Kindertageseinrichtungen und Schulen unterstützt. Im Beirat sind unter anderem Interessenvertreter von Menschen mit Behinderungen aus dem vorschulischen und schulischen Bereich, Vertreter der Lehrergewerkschaften und der Kirchen sowie Eltern und Mitarbeiter des Bildungsministeriums vertreten", so Kessler.

Um die personellen Voraussetzungen für die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention im Bildungsbereich zu verbessern, hat Kessler in diesem Jahr ein berufsbegleitendes sonderpädagogisches Fortbildungsprogramm für Grundschullehrkräfte am Landesinstitut für Pädagogik und Medien (LPM) eingeführt. "Die sonderpädagogische Zusatzqualifikation für Grundschullehrer ist eine wertvolle Ergänzung zu dem kürzlich eingerichteten Studienseminar Förderschulen und Integration", hielt Kessler fest.


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