Das Schuljahr 2007/2008 beginnt

Die 15 wichtigsten Nachrichten zum neuen Schuljahr sind:

27.08.2007 Berlin Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung
  1. Im Schuljahr 2007/2008 wird die Ausstattung der Schulen mit Lehrkräften auf eine neue und bessere Basis gestellt: Alle Schulen werden zu Beginn des Schuljahres mit Personal in Höhe von 100% des anerkannten Unterrichtsbedarfs (Stundentafel plus Förder- und Teilungsunterricht) ausgestattet. In diese 100 %ige Ausstattung werden langzeitig nicht verfügbare Lehrkräfte (mehr als 3 Monate nicht verfügbar, d. h. Dauerkranke und Lehrerinnen in Mutterschutz) nicht einbezogen. Zuletzt waren ca. 4 % der gesamten Lehrkräfteausstattung langfristig nicht verfügbar.
  2. Darüber hinaus stellt das Land 3 % des anerkannten Unterrichtsbedarfs zur Vertretung von kurzfristigen Ausfällen zur Verfügung. Diese Vertretungsreserve entspricht im Schuljahr 2007/2008 insgesamt 684 Stellenäquivalenten.
  3. 622 Schulen (82 %) wollen die Möglichkeit der Personalkostenbudgetierung (PKB) nutzen, den Unterricht an Ihrer Schule abzusichern, indem sie selbst bei krankheitsbedingten Ausfällen von Lehrkräften kurzfristig Vertretungskräfte befristet einstellen. Dafür erhalten diese Schulen jeweils ein Personalbudget von 3 % ihres anerkannten Unterrichtsbedarfs. Alle anderen Schulen verbleiben wie bisher im System der zentralen Steuerung.

    Bildungssenator Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner: "Die Personalkostenbudgetierung ist eine große Chance für die Berliner Schulen: Sie eröffnet den Schulleiterinnen und Schulleitern zusätzlichen Gestaltungsspielraum, indem sie in die Lage versetzt werden, schnell und flexibel vor Ort zu reagieren. Die Erfahrungen im Modellversuch ?Eigenverantwortliche Schule? zeigen, dass die Schulen mit einem eigenen Personalbudget den Unterrichtsausfall deutlich senken konnten. Mit der Personalkostenbudgetierung wird die Selbständigkeit und Eigenverantwortung der Schulen wirksam ausgeweitet."
  4. Eine Organisationsberatung unterstützt ab dem Schuljahre 2007/2008 die allgemein bildenden Schulen bei der Organisation und Planung aller mit dem Unterricht verbundenen personellen Ressourcen. Sie dient damit dem Ziel, die Planungseffektivität des Lehrer- und Erziehereinsatzes zu steigern. Die Gruppe wird von der Bildungsverwaltung in die Schulen geschickt, z. B. bei Meldungen über Unterrichtsausfall, über mangelnde Fachversorgung, Klagen über die Realisierung der Rhythmisierung oder Personalanforderungen einer Schule, die auf Grund der aktuellen Datenlage nicht nachvollziehbar sind. Die Gruppe klärt auf der Basis der aktuellen Datenlage und der vor Ort vorhandenen Unterlagen wie Stundentafel, Einsatzpläne, Vertretungspläne u. ä. die Verwendung der Personalressourcen. Bei festgestellten Gestaltungsreserven werden möglichst noch am selben Tag die notwendigen und möglichen Maßnahmen zur Verbesserung der Situation vor Ort veranlasst.
  5. Auf der Grundlage des Berichtes der Projektgruppe Entbürokratisierung hat Bildungssenator Zöllner ein Sofortprogramm zur Entlastung der Schulen vorgelegt. Ein Teil des Sofortprogramms und weitere Maßnahmen zur Entbürokratisierung werden bereits unmittelbar zum Schuljahresbeginn 2007/2008 wirksam. Alle Schulen werden in diesen Tagen über ein erstes Paket von 17 Maßnahmen in den verschiedenen Schulformen zum Abbau bürokratischer Regelungen informiert. Die Gesamtsumme dieser Entlastungen [1] entspricht einer Größenordnung von ca. 5 Stellen in Bereich der Schulleitung und ca. 50 Stellen bei den Lehrkräften. Im Verlauf des Schuljahres werden weitere Maßnahmen hinzukommen, die über das schon beschlossene Sofortprogramm hinausgehen und die Schulen weiter entlasten werden.
  6. Für das Schuljahr 2007/2008 prognostizieren wir insgesamt 306.980 Schülerinnen und Schüler an den öffentlichen allgemein bildenden Schulen, davon Schülerinnen und Schüler - in der Grundschule (1-6. Jahrgangsstufe): 156.870,
    - in der Mittelstufe (Sek. I, 7.-10. Jahrgang) Hauptschulen: 11.890, Realschulen: 19.240, Gymnasien: 37.570 und Gesamtschulen: 28.630, sowie
    - in der Gymnasialen Oberstufe: 40.400 und
    - in den Sonderschulen: 11.830.
  7. Im Schuljahr 2007/2008 werden ca. 25 000 Schulanfänger prognostiziert.
  8. Die insgesamt 306.980 Schülerinnen und Schüler werden in 744 öffentlichen Schulen unterrichtet: 396 Grund-, 54 Haupt-, 62 Realschulen, 97 Gymnasien, 48 Gesamt- und 87 Sonderschulen.
  9. An den öffentlichen allgemein bildenden Schulen hatten im Schuljahr 2006/2007 87 777 Schülerinnen und Schülern eine nichtdeutsche Herkunftssprache. Das entspricht einem Anteil von 28 % (von 42,5 % in Hauptschulen bis zu 16,3 % in Gymnasien). Dieser Anteil nimmt zu: Die 9 052 Schulanfänger nichtdeutscher Herkunftssprache im Schuljahr 2006/2007 (an öffentlichen Schulen) entsprechen einem Anteil von 32 %.
  10. Die Zahl der im Land Berlin zum neuen Schuljahr aktiven Lehrkräfte (Personen) beträgt ca. 28 000. Im neuen Schuljahr stehen ca. 26 000 Vollzeiteinheiten (VZE) für den Unterricht zur Verfügung. Damit können über 600 000 Unterrichtsstunden wöchentlich an öffentlichen Berliner Schulen abgedeckt werden.
  11. Trotz eines Rückgangs um ca. 7 700 Schülerinnen und Schüler werden zum Schuljahr 2007/2008 Lehrkräfte neu eingestellt. Bei allen Einstellungen treffen die Schulleiterinnen und Schulleiter die Entscheidung über die personelle Auswahl. Zusätzlich erhielten die bisher mit 2/3 der wöchentlichen Stundenzahl teilzeitbeschäftigten Lehrkräfte der beiden letzten Einstellungsjahrgänge das Angebot, ihre Arbeitszeit auf eine volle Stelle aufzustocken. Diese Grundausstattung von Lehrerstellen entspricht insgesamt Einstellungen und Aufstockungen in einem Umfang von insgesamt 450 Stellen.
  12. Außerdem sind 1 261 Lehrkräfte umgesetzt (Stand: 15.08.2007) worden. Das ist bei Überhängen nicht zu vermeiden. Denn es ist klar, dass Lehrer den Schülerströmen folgen - und nicht umgekehrt.
  13. In den ersten Schultagen laufen die Meldungen der Schulen zur Lehrkräfteausstattung und zu Schülerzahlen ein. In den darauffolgenden Tagen beginnt die Nachsteuerung der Lehrkräfteausstattung. Sollte eine Schule eine zu geringe Ausstattung haben, werden weitere Umsetzungen ggf. auch Einstellungen vorgenommen. Die endgültigen Schüler- und Lehrkräftezahlen (Einstellungen, Aufstockungen und Umsetzungen) werden im Verlauf des Septembers vorliegen und veröffentlicht.

    Bildungssenator Jürgen Zöllner: "Die bisherigen Einstellungen und Aufstockungen für das neue Schuljahr können eine insgesamt gute Ausstattung der Berliner Schulen mit Lehrkräften gewährleisten. Natürlich kann es auch durch unvorhersehbare Ereignisse und Unsicherheiten bei den Anmeldungen Schulen geben, die noch Lehrerbedarf haben. Deshalb haben wir in diesem Jahr zum ersten Mal die Schulen schon vor Schulbeginn gebeten, uns die Bedarfsituation nach dem letzten bekannten Sachstand zu melden. Damit sind wir in der Lage, mit Umsetzungen ggf. Einstellungen noch zu reagieren, und auch diese Schulen mit einer guten Ausstattung zu versorgen."
  14. Berlin hat im Schuljahr 2005/2006 flächendeckend Ganztagsangebote in allen Grundschulen eingerichtet. Nahmen im ersten Schuljahr 65 000 Kinder (40 %) an Ganztagsangeboten teil, so waren es im letzten Schuljahr schon 75 109 Kinder (46 %). Dabei hat sowohl der Anteil von Kindern im offenen Ganztagsbetrieb (OGB) (von 30 % auf 35 %) als auch im gebundenen Ganztagsbetrieb (GGB) zugenommen (geringfügig von 10 % auf 11 %). Der Ganztagsschulbericht der KMK zum Schuljahr 2005/2006 belegt es: Mit diesem Ganztagsschulangebot ist Berlin im deutschlandweiten Vergleich Spitze - und zwar sowohl im Hinblick auf Grundschulen mit Ganztagsangeboten (98 %, Platz 2 hinter Sachsen), als auch im Hinblick auf Schülerinnen und Schüler im Ganztagsbetrieb (35,9 %, Platz 1 gleichauf mit Thüringen). Im gebundenen Ganztagsbetrieb wurden 18,8% der Berliner Grundschülerinnen und -schüler gefördert und betreut. Das sind deutlich mehr als in jedem anderen Bundesland.
  15. Die nächsten Schritte auf dem Weg zur Gemeinschaftsschule sind:
    - Rückmeldung zur Interessenbekundung an die Schulen und Empfehlungen zur Bewerbung bis zum Ende der Sommerferien
    - Bewerbung bis zum 30.09.2007, Stellungnahme Schulaufsicht, Zustimmung / Genehmigung Schulträger
    - November 2007: Entscheidung über die Teilnahme / Genehmigung der Bildungsverwaltung

    Bildungssenator Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner: "Entscheidend für den Erfolg einer veränderten Schulstruktur ist nicht die Struktur an sich, sondern ob es uns gelingt, den Paradigmenwechsel in den Schulen hin zu einer optimalen Förderung jedes einzelnen Schülers zu verwirklichen. Mir ist es wichtig, in der Pilotphase der Gemeinschaftsschule zu zeigen, dass und wie der Weg der individuellen Förderung jedes einzelnen Kindes in gemeinsamen Klassen gelingen kann."

[1] Quantifizierung in Stellen Schulleitung/Lehrkräfte bei 45 h/Woche (unter Berücksichtigung der Ferien)

Alle Informationen zum neuen Schuljahr finden Sie im Internet unter www.berlin.de/......./presseinfo_schuljahr_2007_2008.pdf


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