Forderung

Den Lehrerberuf endlich attraktiver machen

Trotz Volleinstellung an Grund,- Mittel- und Förderschulen brennt es an Bayerns Schulen lichterloh. „Es fehlen Lehrerinnen und Lehrer. Praxis und Statistiken zeigen, dass weder im nächsten Schuljahr noch in den kommenden Jahren genug Lehrkräfte vorhanden sein werden, um den Bedarf zu decken“, erklärt die Vorsitzende des Jungen BLLV, Monika Faltermeier.

18.07.2019 Bayern Pressemeldung Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.
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Anlass ist die Bekanntgabe der diesjährigen Staatsnoten für Grund,- Mittel- und Förderschulen. Man könne keine Lehrkräfte einstellen, die es nicht gibt. Politik und Kultusministerium müssten dafür sorgen, dass mehr junge Menschen sich für unseren Beruf interessieren: „Es braucht endlich A13 für alle in der Eingangsbesoldung. Schließlich sind alle Lehrer Lehrer.“ Es brauche auch endlich den Master für alle Lehrämter, konkrete Anreize also, die den Lehrerberuf attraktiver machten. „Wir wollen endlich Taten sehen. Ohne die ließen sich die massiven Lücken nicht mehr schließen. „Es fehlen schlicht die Köpfe“, so Faltermeier.  

Die positiven Meldungen zur Einstellungssituation an Grund-, Mittel- und Förderschulen sowie die Beibehaltung der Zweitqualifizierung machten natürlich auch Mut. „Es zeigt uns jungen Lehrkräften, dass es den politisch Verantwortlichen schon klar ist, wie wichtig es ist, an Grund- und Mittelschulen optimale Lern- und Arbeitsbedingungen zu schaffen.“ Sie müssten nur endlich die Weichen richtig stellen - auch in der Lehrerbildung. Hier brauche es noch deutlich mehr Flexibilität.  

„Auch die Zweitqualifizierung kann keine endgültige Lösung sein“, betont Faltermeier. Natürlich gebe es derzeit aufgrund der schwierigen Einstellungssituation an den Gymnasien und Realschulen viele interessierte Kollegen und Kolleginnen, die sich für die Grund-, Mittel- oder Förderschulen qualifizieren. „Viele sind hochmotivierte JunglehrerInnen, die diese neue Schulart lieben lernen.“ Um diese Personen aber weiterhin in den „neuen“ Schularten zu halten -  auch dann, wenn sich die Stellensituation an den Gymnasien und Realschulen wieder verbessert - brauche es entsprechende Anreize. „Wenn wir weiter an der unterschiedlichen Besoldung der Lehrämter festhalten, werden wir viele der motivierten Kolleginnen und Kollegen an ihre ursprünglich studierte Schulart verlieren. Das kann ihnen auch niemand verdenken.“ Als LehrerIn an der Grund- oder Mittelschule habe man ein größeres Stundendeputat und oft auch ein anspruchsvolleres und deutlich heterogeneres Schülerklientel. „Trotzdem sei die Besoldung geringer. Wieso sollte man sich also im Studium für ein Lehramt entscheiden, bei dem man für weniger Geld mehr arbeiten muss?“ 

Faltermeier führt die Ungleichverteilung der Studierenden auf die verschiedenen Schularten u.a. auch darauf zurück. Es sei die falsche Botschaft, Grund- und MittelschullehrerInnen finanziell schlechter zu stellen als Lehrkräfte andere Schularten. Die aus der Not geborenen Maßnahmen zur Zweitqualifizierung zeigen doch, dass diese „Wertung der Arbeit von Lehrkräften“ nicht zum Ziel führe. Allen jungen Lehrkräften gehe es doch um Eines: „Sie wollen mit Kindern und Jugendlichen arbeiten und ihnen helfen, die bestmöglichen Startmöglichkeiten zu haben“. 

Schulen aller Schularten müssen deshalb mit ausreichend Lehrkräften versorgt werden - und zwar mit hochwertig ausgebildeten, keinesfalls mit Studenten in Aushilfsverträgen.  
 
Im „Jungen BLLV“ sind rund 16.000 Junglehrer aller Schularten in Bayern vertreten. Er gehört zum Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV).


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