Forderung

Lehrerarbeitslosigkeit in den Sommerferien auch im Freistaat beenden

Mit Unverständnis reagiert die bayerische Bildungsgewerkschaft GEW erneut auf die Praxis des Freistaats Bayern, die Verträge von Lehrkräften zu den Sommerferien auslaufen zu lassen. Damit bleibt Bayern neben Baden-Württemberg trauriger Spitzenreiter in dieser Befristungspraxis.

04.06.2019 Bayern Pressemeldung GEW Bayern
  • © www.pixabay.de

Bundesweit verändern einige Bundesländer die unsägliche Praxis, befristet angestellte Lehrer*innen mit Verträgen auszustatten, die die Sommerferien aussparen. Dies zeigt eine Studie der Arbeitsagentur, die bereits im Dezember des letzten Jahres veröffentlich wurde. Viele Länder versuchen, die Arbeitslosigkeit in den Sommerferien zu vermeiden. Ausnahme bei dieser Entwicklung ist neben Baden-Württemberg vor allem Bayern.

Dazu der Landesvorsitzende der bayerischen GEW, Anton Salzbrunn: „Diese Praxis muss beendet werden! Bayern muss seine hartnäckige Haltung beim Befristungsunwesen endlich aufgeben. Die Realität in den Schulen zeigt doch, dass viel zu eng geplant wird und alljährlich schon zum Schuljahresbeginn Lehrkräfte fehlen. Alle, egal ob Schüler, Eltern, Schulen und Lehrkräfte, alle brauchen eine verlässliche Planung. Wir fordern daher den Freistaat auf, den Kolleg*innen endlich eine Perspektive zu geben. Die Verträge müssen entsprechend angepasst und die Kolleg*innen gerecht behandelt werden. Dass dies möglich ist, zeigen andere Bundesländer.“

Die Bildungsgewerkschaft erwartet vom Freistaat Bayern und dem neuen Kultusminister, dass sie ihre Hausaufgaben machen und dafür Sorge tragen, dass die befristet beschäftigten Kolleg*innen auch in den Sommerferien bezahlt werden. Dass dies geht, zeigen Bundesländer wie Rheinland-Pfalz, die im laufenden Schuljahr ihre Regelungen angepasst haben. Dort werden alle Vertretungslehrkräfte, die vor dem 1. März eines Jahres einen Vertrag abgeschlossen haben und mindestens bis Schuljahresende beschäftigt sind, auch in den Sommerferien bezahlt.

„Inwiefern das bayerische Sonderprogramm zur Entfristung bzw. Verbeamtung hier Besserungen – gerade in Bezug auf die Arbeitslosigkeit in den Sommerferien – schafft, bleibt abzuwarten“ so Salzbrunn, der abschließend festhält: „So wie jetzt geht man nicht mit seinen Lehrkräften um!“

Ansprechpartner

GEW Bayern

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Ein Kommentar vorhanden

  • Susann Dohm 06.06.2019 15:45 Uhr
    Wir kennen die Probleme der Bezahlung bereits von den Schulbegleitungen. Diese müssen sich zu den Sommerferien auch arbeitslos melden und das obwohl Schulbegleitungen als Hilfskräfte nicht einmal einen Mindestlohn erhalten und die Fehlzeiten, durch verkürzten Unterricht oder bei Krankheit des zu betreuenden Kindes, grundsätzlich nicht bezahlt werden. Dabei sollten doch faire Arbeitsbedingungen im Bildungsbereich in Deutschland selbstverständlich sein!

    Aus diesen Grunde haben wir eine Beschwerde beim bayerischen Landtag eingereicht, um eine Entwicklung des Bildungssystems in Bayern zu fordern, damit die Arbeitsbedingungen der Lehrer in Bayern endlich angemessen entwickelt werde, um mit den Beginn eines inklusiven Bildungssystems beginnen zu können, so wie es die UN-Behindertenrechtskonvention seit der Unterzeichnung 2009 von Deutschland verlangt.

    https://www.deutscher-verband-inklusiver-schulentwicklung.com/bayerischer-landtag

    Oder die Politiker in Bayern könnten sich solidarisch zeigen und sich ebenso zur großen Sommerpause alle arbeitslos melden. Dieses Geld könnte man dann in einen Entwicklungsfond für ein inklusives Bildungssystem in Bayern verwenden, damit alle Lernenden eine angemessene Bildung erhalten können in kleineren Klassen und mit mehr Unterstützung durch zusätzliche Lehrkräfte und schulischen Assistenskräften.

    Mit besten Grüßen
    Susann Dohm
    Inklusionsbotschafterin und Beiständin für inklusive Schulangelegenheiten
    Deutscher Verband inklusiver Schulentwicklung i.G.
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