Jugend forscht

Deutsche Erfolge beim EU-Wettbewerb 2010 in Lissabon

Beim 22. EU-Wettbewerb für Nachwuchswissenschaftler hat das vierköpfige deutsche Team zwei zweite Preise und zwei Sonderpreise gewonnen. Nur vier Monate nach dem 45. Bundeswettbewerb konnten sich die Jugend forscht Sieger in Lissabon gegen starke Konkurrenz aus 37 europäischen Ländern behaupten. Die Preisträger des diesjährigen European Union Contest for Young Scientists wurden gestern Abend im Kulturzentrum Centro Cultural de Bélem geehrt. Die feierliche Preisverleihung war Höhepunkt des europäischen Wettbewerbs in der portugiesischen Hauptstadt. Die jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wurden mit Preisen im Gesamtwert von rund 50.000 Euro ausgezeichnet.

29.09.2010 Pressemeldung Stiftung Jugend forscht e.V.

Simon Schuldt aus Königs Wusterhausen errang einen der drei mit jeweils 5.000 Euro dotierten zweiten Preise. Er überzeugte die Jury mit seinem Projekt, mit dem er beim Jugend forscht Finale im Mai 2010 Technik-Bundessieger geworden war. Der 19-Jährige konstruierte das flugfähige Modell eines deltaförmigen Nurflüglers. Flugzeuge dieser Bauweise haben die Form einer einzigen großen Tragfläche. Im Gegensatz zu herkömmlichen Passagierflugzeugen erzeugt ein Nurflügler deutlich weniger Abtrieb, weshalb auch der Treibstoffverbrauch geringer ist. Zusätzlich wurde der Jungforscher mit dem Sonderpreis des Europäischen Patentamtes (EPO) für Originalität ausgezeichnet.

Luca Banszerus (18) und Michael Schmitz (19) aus Bad Münstereifel gewannen ebenfalls einen zweiten Preis. Auch beim europäischen Wettbewerb begeisterte ihr Projekt, mit dem sie bei Jugend forscht den Preis der Bundesministerin für Bildung und Forschung für die beste interdisziplinäre Arbeit errungen hatten. Den Jungforschern gelang es, Graphen – hauchdünne Täfelchen aus Kohlenstoff – mit elektrischen Kontakten zu versehen und so etwa Mikrosensoren für die Nanotechnologie herzustellen.

Erfolgreich war zudem auch Andreas Lang (20) aus Chemnitz. Er gewann den Sonderpreis für das beste biometrische Projekt: einen einwöchigen Forschungsaufenthalt in Lissabon im Wert von 2.500 Euro. Beim EU-Wettbewerb präsentierte er seine Bundessiegerarbeit im Fachgebiet Mathematik/Informatik. Der Jungforscher entwickelte auf Grundlage des Phänomens der Schwarmintelligenz eine innovative Software, mit deren Hilfe sich Gesichter auf einem Video auch dann verfolgen lassen, wenn sie sich drehen, wenden oder entfernen.

"Ich freue mich sehr über das erfolgreiche Abschneiden unserer Bundessieger. Das Ergebnis zeigt, dass deutsche Nachwuchswissenschaftler in Europa eine wichtige Rolle spielen", sagt Dr. Jörg F. Maas, Geschäftsführer der Stiftung Jugend forscht e. V. Der European Union Contest for Young Scientists wird von der Europäischen Kommission veranstaltet. Ziel ist die Förderung des wissenschaftlichen Austausches und der Zusammenarbeit zwischen jungen Forschern.

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