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„Deutschlands Schulleitungen tragen das System – aber wie lange noch?“

Der ASD sieht sich durch die Ergebnisse des aktuellen Schulleitungsmonitors Deutschland 2025/2026 in seinen langjährigen Forderungen bestätigt. Die Studie zeigt, dass Schulleiter:innen ihren Beruf weiterhin mit hoher Motivation und großer Identifikation ausüben.

05.06.2026 Bundesweit Pressemeldung Allgemeiner Schulleitungsverband Deutschlands e.V.
  • Ein Mann sitzt an einem Schreibtisch und schaut auf einen Computer. © pixabay.com Viele Schulleitungen verbringen einen erheblichen Teil ihrer Arbeitszeit mit Berichtspflichten, statistischen Erhebungen und administrativen Prozessen.

Gleichzeitig berichten sie von einer zunehmenden Arbeitsverdichtung, steigenden Anforderungen und einer wachsenden strukturellen Überlastung.

„Die Ergebnisse sind eindeutig: Deutschlands Schulleitungen stehen weiterhin mit großem Engagement für ihre Schulen ein. Das eigentliche Problem liegt nicht in fehlender Motivation, sondern in Rahmenbedingungen, die mit den gewachsenen Anforderungen nicht Schritt gehalten haben“, erklärt ASD-Vorsitzender Sven Winkler. „Wer die Zukunft unseres Bildungssystems sichern will, muss die Arbeitsbedingungen von Schulleitungen endlich zu einer bildungspolitischen Priorität machen.“

Der ASD weist darauf hin, dass sich die Rolle von Schulleitungen in den vergangenen Jahren grundlegend verändert hat. Schulen übernehmen heute weit mehr als die Vermittlung von Bildung. Fragen der Integration, Inklusion, Sprachförderung, Prävention, Digitalisierung, des Kinderschutzes sowie der Unterstützung psychisch belasteter Kinder und Jugendlicher prägen zunehmend den schulischen Alltag. Gleichzeitig werden von Schulleitungen umfangreiche Aufgaben der Personalführung, Organisationsentwicklung und Qualitätssteuerung erwartet.

Diese Entwicklung spiegelt sich nach Auffassung des ASD bislang jedoch nicht ausreichend in den vorhandenen Ressourcen wider. Besonders kritisch bewertet der Verband die weiterhin hohe Belastung durch Verwaltungs- und Dokumentationsaufgaben. Viele Schulleitungen verbringen einen erheblichen Teil ihrer Arbeitszeit mit Berichtspflichten, statistischen Erhebungen und administrativen Prozessen. Zeit für pädagogische Führung, Unterrichtsentwicklung und die Begleitung von Schulentwicklungsprozessen gehe dadurch zu nehmend verloren.

Aus Sicht des ASD braucht es deshalb einen konsequenten Bürokratieabbau, eine kritische Überprüfung bestehender Vorgaben sowie geeigneter personeller Unterstützung. Mit Sorge blickt der Verband auch auf die Situation vieler Schulen in sozial herausfordernden Lagen. Dort seien die Belastungen häufig besonders hoch, während gleichzeitig die gesellschaftliche Bedeutung dieser Schulen stetig wachse. „Schulen in schwierigen Sozialräumen leisten jeden Tag einen entscheidenden Beitrag für Integration, Chancengerechtigkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wer Bildungsgerechtigkeit ernst meint, muss diese Schulen gezielt stärken und mit zusätzlichen Ressourcen ausstatten“, so Winkler.

Der ASD sieht darüber hinaus dringenden Handlungsbedarf beim Ausbau multiprofessioneller Unterstützungssysteme. Schulen könnten die Vielzahl gesellschaftlicher Herausforderungen nicht länger allein mit Lehrkräften und Schulleitungen bewältigen. Erforderlich seien dauerhaft verfügbare Unterstützungsstrukturen, die Schulen in ihrer täglichen Arbeit entlasten und stärken.

Auch der Gesundheitsschutz von Schulleitungen müsse stärker in den Fokus rücken. Der Schulleitungsmonitor zeige erneut, dass viele Führungskräfte dauerhaft an der Grenze ihrer Belastbarkeit arbeiteten. Lange Arbeitszeiten, hohe Verantwortung und eine zunehmende Entgrenzung beruflicher Anforderungen seien für viele Schulleitungen zur Normalität geworden. „Das deutsche Bildungssystem lebt derzeit in hohem Maße vom außerordentlichen persönlichen Engagement seiner Schulleiterinnen und Schulleiter. Auf Dauer ist das jedoch kein tragfähiges Modell“, betont Winkler.

Abschließend appelliert der ASD an Bund, Länder und Schulträger, die Ergebnisse des Schulleitungsmonitors als bildungspolitischen Handlungsauftrag zu verstehen. „Gute Schulen brauchen gute Schulleitungen. Und gute Schulleitungen brauchen verlässliche Rahmenbedingungen, ausreichend Ressourcen und das Vertrauen, ihre Schulen eigenverantwortlich gestalten zu können. Die Zukunft unserer Schulen entscheidet sich nicht zuletzt an den Bedingungen, unter denen Führung stattfinden kann“, erklärt Winkler.


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