Die IGLU-Studie bestätigt: Die soziale Schere geht in Nordrhein-Westfalen wieder zusammen

Bei der im Jahr 2006 durchgeführten internationalen IGLU-Studie haben die Schülerinnen und Schüler aus Nordrhein-Westfalen besser abgeschnitten als bei der letzten Vergleichsstudie fünf Jahre zuvor. Die Leseleistungen der getesteten Kinder liegen mit 543 Punkten um 12 Punkte höher. Damit liegt Nordrhein-Westfalen über dem Durchschnitt der OECD (537) sowie der EU (534) und auf Augenhöhe mit dem Bundesdurchschnitt (548). Insgesamt liegen die Ergebnisse aller Bundesländer auf einem hohen internationalen Niveau eng beieinander.

09.12.2008 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen

Besonders erfreulich ist, dass die soziale Kopplung in Nordrhein-Westfalen rückläufig ist. Der Leistungsunterschied zwischen Schülerinnen und Schülern aus bildungsnahen und bildungsfernen Elternhäusern hat sich gegenüber der IGLU-Studie von 2001 um 14 Punkte verringert. Neben Bayern ist Nordrhein-Westfalen das einzige Land, in dem die Unterschiede zwischen Kindern aus bildungsnahen und bildungsfernen Elternhäusern rückläufig sind. "In keinem anderen Bundesland ist der Zusammenhang von sozialer Herkunft und Leseleistungen so stark gesunken wie in Nordrhein-Westfalen. Nach PISA bestätigt nun auch IGLU: Die soziale Schere in unserem Land geht endlich wieder zusammen", erklärte Schulministerin Barbara Sommer.

Eine weitere Bestätigung der PISA-Ergebnisse bringt IGLU auch bei den Kompetenzen der Migranten. Barbara Sommer: "Wie schon bei PISA ist Nordrhein-Westfalen auch bei IGLU das Bundesland mit den besten Leistungen der Migranten. Im Vergleich der Flächenländer West und der Stadtstaaten schneiden bei uns Kinder, deren Eltern beide im Ausland geboren sind, mit 531 Punkten am erfolgreichsten ab." Die Leistungen der Migranten liegen damit in Nordrhein-Westfalen deutlich über dem deutschen Durchschnitt (516 Punkte) und erreichen knapp das Niveau, das im EU-Durchschnitt (534 Punkte) von allen Grundschülern erreicht wird.

Lesen ist die wichtigste Schlüsselkompetenz, um sich Wissen anzueignen. Auf diesem Gebiet haben wir sofort nach Regierungsübernahme Maßnahmen zur Leseförderung ergriffen. "Daher ist diese Bilanz eine Bestätigung für die Bildungspolitik der schwarz-gelben Landesregierung. Wir stellen die individuelle Förderung jeder Schülerin und jedes Schülers in den Mittelpunkt. Wir nehmen den einzelnen Schüler mit seinen Potenzialen und seiner individuellen Lernentwicklung in den Blick. So können wir Leistungsdefizite gezielt ausgleichen und Stärken stärken. Wir werden diesen Weg der erfolgreichen Bildungsreformen konsequent fortsetzen. Ich bin mir sicher, dass wir so bei zukünftigen Leistungsvergleichen noch deutlich besser abschneiden werden", betonte die Schulministerin.

Positive Ergebnisse erreicht Nordrhein-Westfalen auch bei der Lesemotivation. In keinem anderen Bundesland ist der Anteil der Kinder, die nicht in ihrer Freizeit lesen, so gering. Nur 12 Prozent der Kinder geben an, außerhalb der Schule nie oder fast nie zum Vergnügen zu lesen. 2001 betrug dieser Anteil noch rund 16 Prozent. Bei der Lesesozialisation im Elternhaus liegen wir im Bundesländer-Vergleich auf Platz 3. Der Anteil von leseschwachen Schülerinnen und Schülern (14,8 Prozent) liegt bundesweit im Durchschnitt: Das gleiche gilt für Spitzenleser, 9,8 Prozent erreichen die höchste Kompetenzstufe V, das liegt im Bereich des gesamtdeutschen Anteils. Die Leistungsunterschiede zwischen Jungen und Mädchen sind mit 6 Punkten nur sehr schwach ausgeprägt und liegen etwas unter dem deutschen Durchschnittswert (7 Punkte).

Die Internationale Grundschul-Leseuntersuchung 2006 erhebt die Lesekompetenzen von Grundschulkindern am Ende der vierten Jahrgangsstufe. Deutschland hat sich nach 2001 zum zweiten Mal daran beteiligt.

Weitere Informationen: www.iglu.ifs-dortmund.de


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