Studie

Differenziertes Schulsystem schafft mehr Bildungsgerechtigkeit

Das gegliederte Schulsystem sorgt für mehr Leistung und Bildungsgerechtigkeit – das ist das Fazit einer aktuellen Studie auf Basis der Daten der „National Educational Panel Study“ (NEPS). Vor allem schwächere Schüler profitieren von einem differenzierten Bildungssystem.

08.03.2021 Bayern Pressemeldung Bayerischer Realschullehrerverband
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Die Studie „Kognitive Homogenisierung, schulische Leistungen und soziale Bildungsungleichheit“ widerspricht damit der in den vergangenen Jahren verbreiteten Meinung, eine strikte Leistungsdifferenzierung beim Übergang auf die weiterführende Schule führe zu einer stärkeren Bildungsungleichheit.

„Wir sehen uns bestätigt und haben dies immer klar vertreten: Differenzierte Wege sind gerecht und fördern Qualität, Leistung, Vielfalt und Individualität. Mit der Studie wurden die Irrwege der Schulstrukturdiskussionen der vergangenen Jahre wissenschaftlich widerlegt“, betont Jürgen Böhm, Vorsitzender des Bayerischen Realschullehrerverbands (brlv). Böhm weiter: „Wie auch die Autoren der Studie appelliere ich intensiv an die Bildungsverantwortlichen in den Bundesländern, stärker auf Kriterien der Leistungsdifferenzierung zu setzen, um ein effizienteres und für die Schülerinnen und Schüler gerechteres Schulsystem zu ermöglichen. Die Studie zeigt deutlich, Einheitsschulsysteme wie die Gemeinschaftsschule, die Gesamtschule oder das ‚Abitur für alle‘ sind nicht die richtige Antwort.“

„Das differenzierte Bildungssystem bietet vielfältige Möglichkeiten. Vor allem die Realschulen schaffen durch die Kombination aus Theorie und Praxis und dem speziellen Bildungsprofil ideale Ausgangsvoraussetzungen für die jungen Menschen“, sagt Böhm. „Mit den klar definierten Profilen der differenzierten Schularten führen diese zu erfolgreichen Schulabschlüssen mit vielfältigen Anschlussmöglichkeiten – einen Königsweg gibt es nicht“, so der brlv-Verbandschef.

Der Mannheimer Soziologe Hartmut Esser hatte gemeinsam mit dem Bamberger Wissenschaftler Julian Seuring mithilfe der Daten untersucht, wie sich eine unterschiedlich strikt geregelte Differenzierung auf die Leistungen in der Sekundarstufe auswirkt. Die Ergebnisse der Studie besagen, dass eine Differenzierung die Effekte der sozialen Herkunft nicht verstärke – im Gegenteil: Diese schwächten sich bei einer strikten Leistungsdifferenzierung eher ab. Die Leistungen in der Sekundarstufe nähmen dagegen zu, insbesondere in der Kombination mit einer homogeneren Zusammensetzung der Schulklassen nach kognitiven Fähigkeiten.

Hier finden Sie weitere Informationen zur Studie.


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